Schlusslicht beim Tabellenzweiten

HSV-Rumpftruppe will in Meinerzhagen "maximal unangenehm sein"

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Muss in Meinerzhagen ein letztes Mal zusehen: Seongsun You (rechts).

Noch vor dem Saisonbeginn antwortete René Lewejohann, Trainer des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg, wie aus der Pistole geschossen mit „RSV Meinerzhagen“. Es war die Frage nach seinem Aufstiegsfavoriten, über den der 35-Jährige nicht eine Sekunde lang nachdenken musste.

Hamm - Rund drei Monate später und vor dem Duell am Sonntag (15 Uhr, Oststraße) beim Tabellenzweiten zeigt sich, dass Lewejohann ein gutes Näschen mit seiner Einschätzung bewiesen hatte. „Meinerzhagen steht da oben, weil der Verein mit Nuri Sahin und einem ruhigen Umfeld nicht auf die Kacke haut“, lobte der HSV-Coach den letztjährigen Verbandsligisten, der mit einem erneuten Aufstieg den direkten Weg von der Bezirksliga in Deutschlands vierthöchste Fußballklasse schaffen könnte. 

„Sie lassen Bescheidenheit walten, und das trotz der großen finanziellen Mittel, die ihnen für die Kaderzusammenstellung zur Verfügung stehen“, fügte Lewejohann an, der weiß, wovon er redet. Bereits mit seinem ehemaligen Verein, dem Westfalenligisten Spvgg. Erkenschwick, traf er auf die Sauerländer. Das Aufeinandertreffen im August des vergangenen Jahres mit den „qualitativ mörderisch“ aufgestellten Sauerländern endete 2:2. 

"Wiedenbrück und Meinerzhagen heben sich ab"

14 Monate sind seitdem vergangen, geändert hat sich aus sportlicher Sicht in Meinerzhagen auch in der Oberliga nichts. Erneut grüßt der RSV um den gebürtigen Hammer Torhüter Johannes Focher, der sich im Jahr 2009 „Hamms Sportler des Jahres“ nennen durfte, von einem der beiden Aufstiegsränge. 

„Die Liga hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie eine Ausgeglichene ist. Nichtsdestotrotz finde ich, dass sich Wiedenbrück und Meinerzhagen doch etwas vom Niveau her vom Rest abheben“, zollte Lewejohann weiter höchsten Respekt. Zu groß sollte der vor der schwierigen anstehenden Auswärtsaufgabe allerdings nicht werden, unterstrich er sofort. 

Pleite in Rheine brachte Lewejohann ins Grübeln

Immerhin ist es auch seine HSV, die von allen Seiten Glückwünsche ob der gezeigten Leistungen in den vergangenen Wochen erhielt. Und das, obwohl die Hammer nach bereits neun absolvierten Saisonspielen nur vier Zähler aus vier Punkteteilungen vorweisen können. Die Art und Weise macht jedoch den Unterschied: „Meine Jungs haben sich mega Respekt und Anerkennung verdient. Nach der 0:5-Pleite gegen Rheine bin ich ehrlich gesagt schon ins Grübeln gekommen“, sagte Lewejohann rückblickend. 

„Danach haben wir uns aber nicht mehr abschießen lassen und sind von Woche zu Woche besser rein gekommen“, so der HSV-Trainer weiter, der sogleich den Vergleich mit Meinerzhagen zog. „Auch der RSV hat mal eben den SC Wiedenbrück mit 5:0 weggehauen. Vier Wochen später verlieren sie mit 1:4 gegen die Zweite von Paderborn.“

David Loheider gesellt sich zu den zahlreichen Ausfällen 

Klar ist: Die diesjährige Oberliga gleicht einer Wundertüte, in der alles möglich zu sein scheint. Auch mit einer „Rumpftruppe“, die Lewejohann am Sonntag beim Favoriten an den Start schicken wird. Nils Kisker, Dennis Klossek, Lyubomir Ivanchev, Sinan Özkara und Elwin Hadzic fallen weiterhin aus. Hinzu gesellt sich David Loheider, der am vergangenen Wochenende gegen die TSG Sprockhövel erneut seine Wichtigkeit bewies und nun eine Gelbsperre absitzen muss. 

„Murat Yildirim wird angeschlagen zum Kader gehören, Seongsun You wird ein letztes Mal zusehen müssen, ehe er ab der kommenden Woche endlich spielberechtigt sein wird“, so der 35-Jährige erleichtert. Die Vorzeichen bei der HSV könnten durchaus vielversprechender sein. 

"Wollen angriffslutig und maximal unangenehm sein"

Die drei Punkte herzuschenken ist allerdings niemals eine Option, wie Lewejohann betonte: „Wir werden trotz alledem angriffslustig nach Meinerzhagen fahren und maximal unangenehm sein. Wenn dann noch meine Jungs eine ähnliche Leistung zuletzt zeigen, stimmt mich das durchweg positiv.“

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