Trainer freut sich über warme Worte

Bewegter Lewejohann freut sich auf einen Wegbegleiter

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HSV-Trainer René Lewejohann (rechts) machte sich vom kommenden Gegner 1. FC Kaan-Marienborn ein eigenes Bild.

Der Schuh drückt gewaltig beim Fußball-Oberligisten Hammer SpVg, besonders in der Offensive. Dass zwei Treffer in vier Liga-Partien deutlich zu wenig sind vor dem Duell mit Regionalliga-Absteiger 1. FC Kaan-Marienborn (So., 15 Uhr, 24nexx-Arena), ist auch im Hammer Osten kein Geheimnis mehr.

Hamm - Weil beim Test am Dienstag gegen den klassentieferen BV Westfalia Wickede erneut kein HSV-Torschrei zu hören war, dürften sich den Sorgenfalten bei den Verantwortlichen vor dem Wiedersehen mit einem alten Bekannten weitere hinzu gesellt haben. 

Denn mit Tobias Wurm, der in der Sommerpause das Traineramt von Thorsten Nehrbauer übernahm, stand HSV-Coach René Lewejohann zwischen 2013 und 2015 beim kommenden Gegner noch zusammen auf dem Rasen – wenngleich die Tätigkeit im Spätherbst seiner Karriere ein rasches Ende nahm: „Aufgrund meiner Verletzung musste ich acht Monate lang pausieren. Tobias Wurm hat mir in dieser Zeit beigestanden, besonders was Fahrgemeinschaften zum Training anbelangte“, erinnert er sich. 

Lewejohann erwartet spielfreudigen Gegner

Der Sehnenriss im Sprunggelenk zwang Lewejohann dennoch dazu, seine Schuhe an die Wand zu nageln: „Ich hab es danach zwar noch einmal probiert, aber das hat nicht mehr funktioniert“, fügt er an. Rund viereinhalb Jahre sind seitdem vergangen. Mittlerweile stehen die ehemaligen Teamkollegen wortführend an der Seitenlinie – und sich am Sonntag gegenüber. 

„Die Käner sind eine sehr spielfreudige Mannschaft“, lautet Lewejohanns Fazit, nachdem er sich am vergangen Sonntag persönlich ein Bild vom aktuellen Liga-Siebten machte. „Sie agieren variabel im Zentrum und haben einen Plan, wenn es für sie nach vorne geht. Den gilt es natürlich zu brechen.“ 

Käner Top-Torschütze für vier Partien gesperrt

Dass mit Daniel Waldrich, der aufgrund einer Roten Karte am vergangenen Wochenende für vier Partien gesperrt wurde, den Känern wohl der Offensiv-Schwung fehlen wird, spielt Lewejohann in die Karten: „Mit ihm wäre es wohl schwierig geworden. Ich kenne Waldrich noch aus meinen aktiven Tagen. Er ist ein Stürmer mit viel Tempo, der zudem noch stark im Eins-gegen-Eins ist.“ 

Eine eben solche Sturmwaffe könnte der HSV-Coach gut und gerne in seiner bislang erfolglosen Offensive gebrauchen, zumal David Loheider des Öfteren auf sich allein gestellt ist. Nicht nur deshalb nimmt der Trainer dem 28-Jährigen die Last von den Schultern: „Viele erwarten, dass Loh uns in dieser Saison mit 20 bis 30 Treffern ganz allein nach oben schießt. Dabei vergessen die meisten, dass er eine Doppelfunktion einnimmt und die vielen jungen Spieler führen soll.“ 

Lewejohann nimmt die Vorsaison als Beispiel

Ein Manko, das auf dem grünen Geläuf durchaus erkennbar ist. Torgefahr strahlt der Oberligist über 90 Minuten kaum aus. Und wenn es dann doch zügig nach eigenem Ballgewinn nach vorne geht, „traut sich kaum jemand, auf das Tor zu schießen“, weiß Lewejohann. 

Den Glauben an den langfristigen Erfolg mit seiner Nachwuchstruppe hat Lewejohann nach wie vor nicht verloren, zumal er seine Lehren aus der vergangenen Saison gezogen hat und nun wie ein Schallplattenspieler rauf- und runterlaufen lässt. 

"Viele andere Trainer hätten das Handtuch geworfen"

„Wir dürfen nicht in Aktionismus verfallen“, mahnt er zur Ruhe und führt weiter aus: „Genau das hat uns in den vergangenen Monaten ausgezeichnet. Wir entwickeln uns von Schritt zu Schritt weiter. Ich fahre jedes Mal mit einem super Gefühl zum Training und habe ein ungebrochenes Vertrauen in meine Mannschaft.“ 

Die Annahme, er würde sich den im Fußball-Geschäft standardisierten Durchhalteparolen bedienen, schiebt Lewejohann gleich einen Riegel vor: „Die HSV ist ein schwieriges Projekt, auf das ich Bock habe. Viele andere Trainer hätten wohl schon lange das Handtuch geworfen.“

Lewejohann gerührt von Anteilnahme

Lewejohann freute sich in den vergangenen Tagen und Wochen beim Blick auf sein Smartphone über viele aufmunternde Nachrichten. Denn neben Rhynern-Coach Michael Kaminski (der WA berichtete) meldeten sich zahlreiche Trainerkollegen bei Lewejohann, der einen schweren familiären Schicksalsschlag hinnehmen musste. 

„An der Seitenlinie trifft nun eine junge Generation aufeinander, die vor kurzer Zeit das Karriereende als aktiver Spieler hinter sich gebracht hat. Das sind Typen mit viel Respekt für einander, das ist ein sehr schönes Gefühl“, war Lewejohann gerührt von der Anteilname.

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