Tabellenletzter empfängt -vorletzten

HSV-Stürmer vor Krisengipfel: "Zuschauer können sich auf etwas gefasst machen"

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HSV-Stürmer David Loheider (rechts) will am Sonntag endlich vor heimischem Publikum treffen.

Krisengipfel, Kellerduell oder letzter Strohhalm: Das Aufeinandertreffen am Sonntag (15 Uhr, 24nexx Arena) zwischen den Fußball-Oberligisten Hammer SpVg und TuS Erndtebrück hat viele Bezeichnungen verdient.

Hamm - Für HSV-Stürmer David Loheider spielt das nur eine Nebenrolle. Er verspricht ein lautes Feuerwerk. „Die Zuschauer können sich auf etwas gefasst machen. Der Trainer hat uns bestens auf den Gegner eingestellt. Die Trainingswoche hätte nicht besser laufen können“, gibt sich der 28-jährige Loheider mit Blick auf das Duell des Letzten gegen den punktgleichen Vorletzten der Oberliga angriffslustig. 

Nicht vollkommen selbstverständlich, könnte der Druck bei der HSV, die mit gerade einmal vier Zählern aus zehn Partien noch immer auf den ersten Saisonsieg wartet und bei sechs Punkten Rückstand droht, das rettende Ufer aus den Augen zu verlieren, doch kaum größer sein. 

Loheider: "Beide Mannschaften werden zu 100 Prozent auf Sieg spielen"

„Jeder, der die Tabelle lesen kann, weiß, dass es sich am Sonntag um das berühmte Sechs-Punkte-Spiel handelt“, so der HSV-Stürmer, der keinerlei Zweifel aufkommen lässt, welches der beiden Teams eben jenes siegreich gestalten wird. Wohl auch, weil das Duell mit Erndtebrück für die Truppe von HSV-Trainer René Lewejohann der letzte Strohhalm in einer momentan aussichtslosen Situation darstellt. 

„Das gilt aber für beide Mannschaften, die dementsprechend zu 100 Prozent auf Sieg spielen werden“, sagt Loheider, der nach abgesessener Gelbsperre darauf brennt, seinen ersten Treffer vor heimischem Publikum zu erzielen. Zwei Vorlagen waren ihm bereits vor zwei Wochen gegen die TSG Sprockhövel (2:2) gelungen. Der Zeitpunkt, die Kugel am Sonntag eigenständig über die Linie zu drücken, könnte kaum besser sein. 

Lewejohann erwartet keinen Fußball-Leckerbissen

Auch seinem Coach würde damit ein mittlerweile tonnenschwerer Stein vom Herzen fallen. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, sagt Lewejohann schulterzuckend, wenngleich er das Duell mit den seit fünf Spieltagen sieglosen Erndtebrückern angehen möchte wie jedes andere auch. „Die Tabellenkonstellation ist für mich zweitrangig. Im Endeffekt treffen am Sonntag zwei punktgleiche Tabellenletzte aufeinander. Wir werden den Gegner nicht anders behandeln als beispielsweise Meinerzhagen“, so Lewejohann, der alles andere als einen Fußball-Leckerbissen erwartet und deshalb die altbekannten Grundtugenden wie Kampf- und Laufbereitschaft, „die es benötigt, um langfristig erfolgreich zu sein“, von seinen Schützlingen fordert. 

Bewiesen, dass sie diese auf den Rasen bringen können, haben es die HSV-Akteure in den vergangenen Wochen allemal. Von Erfolg verwöhnt waren sie dennoch nicht. „Dass wir Krieger in der Mannschaft haben, hast du gesehen. Dass die Jungs wollen und Woche für Woche mit Schaum vor dem Mund agieren, hast du auch gesehen. Jetzt geht es darum, eine Führung auch endlich mal zu halten und über die Zeit zu bringen“, fordert Lewejohann den ersten Lerneffekt seiner Oberliga unerfahrenen Truppe ein. 

Seongsun You ist spielberechtigt und sorgt für Hoffnung im HSV-Lager

Dabei helfen, endlich den ersten Dreier einzufahren, kann und soll Seongsun You. Der HSV-Neuzugang, der im Sommer von der U19 von Rot-Weiss Essen in den Hammer Osten wechselte und seitdem auf seine Spielberechtigung wartete, darf seinen positiven Eindruck aus dem Training nun auch auf Wettkampfebene unter Beweis stellen. „You brennt darauf, endlich eingreifen zu können. Er ist auf der rechten Außenbahn zuhause, besonders hinten rechts in der Kette“, freut sich Lewejohann auf eine weitere Option für die Startelf. 

Ob You es am Sonntag sofort in diese schafft, bleibt abzuwarten. „Er kann eine feste Stütze in unserem noch wackeligen Gebilde werden“, so sein Trainer, der damit gleichzeitig die dünne HSV-Kaderdecke verdeutlicht: „Dass ein Nachwuchsakteur wie You zu einem unserer Hoffnungsschimmer im Seniorenbereich werden kann, spricht Bände. Spieler wie er sollten normalerweise Einsatzminuten in unserer Reserve sammeln. Aber das ist derzeit nicht möglich.“

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