Hammer SpVg: Drei Punkte zum Trainer-Geburtstag

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Das 1:0 durch David Loheider.

Hamm - Sven Hozjak war sichtlich überrascht, als er nach dem 3:0 (1:0)-Erfolg der Hammer SpVg im ersten Heimspiel des Jahres in der Fußball-Oberliga gegen den TuS Ennepetal zur obligatorischen Pressekonferenz kam. Noch vor den Statements der Trainer sangen ihm die Anwesenden im VIP-Container ein nachträgliches Ständchen zu seinem 36. Geburtstag, den der HSV-Coach am Samstag gefeiert hatte. Die drei Punkte empfand Hozjak denn auch als passendes Geschenk – die Partie selbst eher nicht.

„Ich habe über 90 Minuten kein schönes Spiel gesehen“, zeigte er sich kritisch. „Das 3:0 ist in meinen Augen viel zu hoch.“ Sein Trainerkollege Imre Renji erkannte den Sieg des Tabellenzweiten dennoch neidlos an: „Insgesamt war ich mit der ersten Halbzeit zufrieden – mit der zweiten dann ganz klar nicht“, sagte er. „Man hat schon gesehen, dass Hamm einen Tick agiler war und vor dem Tor abgeklärter. Damit geht die Niederlage klar in Ordnung.“

Ein Urteil, das über die gesamten 90 Minuten passen mochte. Doch in den ersten 45 machte es der Liga-13. den Hammern mehr als schwer, die Zähler in der Arena zu behalten. Die ersten guten Möglichkeiten boten sich zwar den Gastgebern, doch Ennepetal wirkte auf dem tiefen und schwer bespielbaren Boden munter mit und hatte noch zwei Minuten vor der HSV-Führung zweimal durch Nils Nettersheim (18.) und Robin Gallus (19.) die Möglichkeit, um selbst in Führung zu gehen. Dann war es jedoch ein Standard, der die Gastgeber jubeln ließ. Bei einer Ecke von Manuel Dieckmann behinderten sich zwei Ennepetaler gegenseitig, und David Loheider, der gegen den TuS wieder für Semih Daglar in die Startelf gerückt war, kam frei zum Kopfball. Der Rest war Formsache für den Torjäger, der seinen anschließenden Jubel für eine schöne Geste nutzte, als er sich das Trikot des verletzten Felix Frank (Kreuzbandriss) schnappte und in die Luft streckte. „Wir haben das ein bisschen geplant – egal, wer das Tor gemacht hätte“, sagte Defensivspieler Erdal Kaleoglu. „Das war eine Geste, die zeigt, dass wir eine Gemeinschaft sind und auch an die Spieler denken, die momentan nicht dabei sind. Felix hat ja in der Hinrunde seinen Teil dazu beigetragen, dass wir oben dabei sind.“

Der Trainer sah diese Szene als Beleg dafür, dass das Mannschaftsgefüge intakt ist. „Das zeigt, dass wir ein Team sind, das zusammenhält, total fokussiert ist, auch wenn wir heute kein gutes Spiel gemacht haben“, sagte Hozjak. „So eine Aktion freut den Trainer natürlich sehr.“ Ebenso wie die Führung, um die er bis zur Pause noch einige Male zittern musste – am meisten bei zwei Freistößen von Gallus: Den ersten parierte der gute Philip Faderl im HSV-Tor (25.), der zweite strich nur knapp am rechten Hammer Torpfosten vorbei (45.). „Vor der Pause haben wir als Team nicht gut verteidigt. Die Räume waren da viel zu groß in den Halbpositionen“, monierte Hozjak und versuchte dies abzustellen, indem er Giacomo Serrone künftig als zweite Spitze neben Loheider sowie Dalibor Gataric auf die linke Offensiv-Seite beorderte. „Danach standen wir in der Defensive besser, mit einer besseren Organisation.“

Ennepetal fand in der Folge überhaupt nicht mehr statt – die Hammer allerdings auch erst wieder nach einer guten Stunde. Da allerdings entscheidend: Nachdem Serrone den Ball drei Minuten zuvor noch nach Dieckmann-Pass über das Tor gedroschen hatte, traf seine Direktabnahme nach Gataric-Flanke ins Netz (63.). Um den Schützen des letzten Treffers gab es zunächst Diskussionen. Eine Ecke von Dieckmann landete im Netz (69.) – allerdings nicht direkt, wie Kaleoglu versicherte: „Ich war dran“, sagte er. „Aber von mir aus kann er ihn haben. Hauptsache, wir haben gewonnen...“

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