HSV zeigt "schlechteste Saisonleistung" in Beckum

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BECKUM - Es waren gerade einmal 15 Minuten gespielt in der Partie der Fußball-Oberliga zwischen Roland Beckum und der Hammer SpVg, da hatte Oliver Gottwald eigentlich schon genug gesehen. Ungläubig lugte der Gästecoach auf seine Armbanduhr und mahnte dann seine Spieler an: „Jungs, jetzt nicht Harakiri spielen.“

Von Günter Thomas

3:0 stand es zu diesem frühen Zeitpunkt bereits für den Tabellenvierten – und es drohte ein Debakel, angesichts der Tatsache, dass die drei Treffer innerhalb von vier Minuten gefallen waren. Als die Partie schließlich vorbei war, stand es 5:1 (3:0) für das Team von Trainer Musemestra Bamba. Den Gästen blieben die Erleichterung, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen war und die Erkenntnis, dass die Hammer unter den 248 Zuschauern auf dem Kunstrasen in Roland einen gebrauchten Tag ihrer Mannschaft miterlebt hatten.

„Das war die schlechteste Saisonleistung, und wir können froh sein, dass wir uns nicht noch den einen oder anderen Treffer mehr einschenken lassen haben“, sagte Gottwald. „Nach dieser Leistung muss sich jeder hinterfragen. Wer da mit sich zufrieden ist, der ist fehl am Platz.“ Das, zumindest, war niemand – nicht einmal Bamba, der sich trotz des deutlichen Sieges seiner Mannschaft ärgerte, „dass wir ein Gegentor bekommen haben“. Dabei hatten die Gäste, die nach dem 0:3 gegen RW Ahlen nur auf einer Position verändert aufliefen – der wiedergenesene Mesut Özkaya kam für den am Knöchel operierten Dursun Akdag –, gut begonnen. Und nach acht Minuten auch noch die erste Großchance der Begegnung herausgearbeitet. Doch Jochen Höfler versuchte nach feinem Zuspiel von Emre Demir, Torhüter Philipp Sandhowe noch auszuspielen (8.), ließ sich dabei aber bis zur Außenlinie abdrängen. Chance vertan.

Wie es besser geht, zeigten dann die Hausherren in den denkwürdigen folgenden vier Minuten. Zunächst nutzte Joachim Mrowiec auf der rechten Außenbahn einen Patzer von Damir Kurtovic und legte quer zu Mike Pihl, der zum 1:0 einschob (10.). Und die folgende Hammer kollektive Konfusion nutzten Semih Daglar mit seinem 17. Saisontreffer und Mrowiec (beide 14.) per Doppelschlag zur frühen Entscheidung. „Wir haben ja wirklich gut angefangen – bis das 1:0 fiel“, ärgerte sich Gottwald. „Und da waren wir ja eigentlich schon im Ballbesitz. Da muss der Damir Kurtovic das Ding in die Tankstelle rüberhauen, dann passiert das nicht. Danach haben wir dann einen Blackout.“

Fortan ging es für die HSV nur noch darum, Fassung und Ordnung möglichst schnell wiederzubekommen. Demir (24.) und Yigit (29.) boten sich vor dem Wechsel gute Möglichkeiten, um in die Partie zurückzukommen. Und auch aus der Pause kamen die Gäste mit guten Vorsätzen. „Ich habe gesagt, vielleicht schaffen wir es, Roland ein bisschen einzuschläfern“, sagte Gottwald. „Und wenn wir dann das 1:3 machen, kann so ein Spiel auch mal kipppen.“ Doch nachdem Semih Yigit einen Daglar-Lupfer noch von der Linie gekratzt hatte (47.), war kurz darauf die endgültige Entscheidung gefallen. Nach einem Lattenschuss von Mrowiec, staubte Pihl zum 4:0 ab (53.). „Danach hieß es nur noch Schadensbegrenzung“, so der Coach. „Denn wenn du da weiter nach vorne spielst, kriegst du den Ofen sonst noch voll – das muss ja nicht sein.“ So gelang Yigit zwar der Ehrentreffer (62.), doch drei Minuten später war der alte Abstand wieder hergestellt, als Mrowiec zum 5:1 traf.

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