Große Chance verpasst: Rhynern mit zu vielen individuellen Fehlern

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Hamm - Ausgerechnet Felix Bechtold und Michael Wiese. Ausgerechnet die beiden Akteure des SV Westfalia Rhynern, die nach dieser Spielzeit zu RW Ahlen wechseln, sorgten mit ihren zwei individuellen Fehlern für die 2:3 (1:1)-Niederlage gegen die Spvgg. Erkenschwick, so dass die Papenloh-Elf wieder die Rot-Weissen vorbeiziehen lassen musste und vor dem letzten Spieltag nur noch eine Mini-Chance auf den Aufstieg in die Regionalliga hat.

„Felix hatte definitiv nicht seinen besten Tag. Da muss man schon die Frage stellen, woran das lag“, schimpfte Rhynerns Trainer Björn Mehnert und spielte damit auf das Hickhack um den Wechsel von Bechtold nach Ahlen an.

Und so herrschte bei den Westfalia-Akteuren nach der Partie große Fruststimmung. Niemand hatte Lust, auch nur einen kleinen Blick in Richtung der feiernden Gäste zu werfen, in den Gesichtern der Rhyneraner war nur noch Leere zu erkennen, als die Niederlage feststand und die große Chance auf den Aufstieg in die Regionalliga vergeben war. Denn dass die Mehnert-Elf am kommenden Sonntag in Lippstadt gewinnt und gleichzeitig Ahlen in Neuenkirchen verliert, daran glaubt am Papenloh kaum jemand. „Enttäuscht dürfen die Jungs ruhig sein, das sollen sie auch sein. Aber sie können verdammt stolz sein auf diese Saison. Das lassen wir uns nicht kaputtreden“, meinte der Coach – und fügte vielsagend hinzu: „Mein Motto lautet: nie aufgeben, immer weiter. Schauen wir mal, was nächstes Wochenende passiert.“

Im Heimspiel gegen Erkenschwick war jedenfalls eine Menge passiert. Rhynern hatte anfangs schwer in die Partie gefunden, offenbarte einige Probleme gegen hochkonzentriert und engagiert auftretende Gäste, für die es in ihrem letzten Saisonspiel um nichts mehr ging. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Elf vom Stimberg nach 28 Minuten mit 1:0 in Führung ging. Nach einem dicken Patzer von Bechtold kam Erkenschwicks Torjäger Stefan Oerterer an den Ball und nutzte den Fehler der Gastgeber eiskalt aus. Doch die Rhyneraner zeigten am Sonntag eine unglaubliche Moral, schafften nur acht Minuten später das 1:1. Mathieu Bengsch war alleine auf Tim Oberwahrenbrock zugeeilt, scheiterte aber am Keeper. Der Abpraller kam über Lennard Kleine erneut zu Bengsch, der in der Mitte Thanh-Tan Tran bediente. Und gegen dessen Kopfball war Oberwahrenbrock machtlos (36.). „Das zeigt die brutale Qualität, die die Rhyneraner haben. Mit der ersten Chance machen die das erste Tor“, staunte Gästecoach Magnus Niemöller.

Nach dem Wechsel hatte die Westfalia dann gleich zwei Schreckmomente zu überstehen. Zuerst sah Kapitän Dustin Wurst nach einem Zusammenprall mit Christoph Kasak von Schiedsrichter Florian Exner (Beelen) eine überaus fragwürdige Rote Karte (53.). „Angeblich soll ich nachgetreten haben. Aber ich bin jetzt 30 Jahre alt, bin noch nie wegen Nachtretens vom Platz gestellt worden und fange mit so was jetzt auch nicht an“, echauffierte sich Wurst. „Wenn dieser Schiedsrichter Regionalliga pfeift und für so etwas Rot gibt, dann ist der richtig gut. Da kann ich ihm nur gratulieren.“ Auch Niemöller zeigte sich später erstaunt über den Platzverweis: „Das war niemals eine Rote Karte. Ich war völlig überrascht, als der Schiedsrichter die Karte gezückt hatte.“

Nur zwei Minuten danach tauchte Wiese unter einer Flanke hindurch, so dass der hinter ihm lauernde Oerterer erneut zur Stelle war und das 1:2 markierte (55.) Aber erneut hatten die Rhyneraner die passende Antwort parat und schafften nach einem Bengsch-Freistoß durch Tran, der wiederum per Kopf traf, das 2:2 (61.). Und mit ein bisschen Glück hätte die Westfalia dann sogar in Führung gehen können. Erneut hatte Bengsch den Ball vor das Tor der Gäste gebracht, aber Philipp Hanke drosch das Leder aus aussichtsreicher Position über die Latte (73.). Dies rächte sich drei Minuten später. Nach einem Freistoß von Oerterer befand sich die komplette SVW-Abwehr im Tiefschlaf, so dass Nils Eisen alleine vor Christoph Hunnewinkel auftauchte, zum 2:3 einschob (76.) und Rhynern in einen Schockzustand versetzte.

„Von der Einstellung her kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen, die haben einen tollen Fight geliefert. Da kann ich nur den Hut ziehen. Wir sind nah dran gewesen. Aber um für den Sieg in Frage zu kommen, haben wir zu viele Fehler gemacht. Schade, dass nicht alle an ihrer Leistungsgrenze waren“, resümierte Mehnert. Und Tran meinte: „Kompliment an die Mannschaft, wie alle marschiert sind. Natürlich gibt es noch ein Spiel, aber realistisch gesehen ist das nicht mehr zu schaffen. Daher ist das so bitter.“

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