Rhynern nach Sieg gegen Zweckel wieder auf Aufstiegsplatz

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Hamm - Ein kurzer Jubelschrei der Zuschauer – mehr gab es nicht. Und dabei hatte Stadionsprecher Ralf Jägermann gerade verkündet, dass RW Ahlen gegen den VfB Hüls nur 2:2 gespielt hatte und der SV Westfalia Rhynern durch seinen gleichzeitigen 5:0 (4:0)-Heimsieg über den SV Zweckel auf den zweiten Rang der Fußball-Oberliga und damit wieder auf einen Aufstiegsplatz geklettert war.

„Wir gucken nur auf das, was am 34. Spieltag da steht. Jetzt zählt die Tabelle doch nur bedingt“, sagte Mannschaftskapitän Dustin Wurst, warum er und seine Teamkollegen sich so bedeckt hielten.

Weniger bedeckt hatten sich die Rhyneraner, die kurzfristig auf den am Rücken verletzten David Schmidt verzichten mussten, in den 90 Minuten zuvor gezeigt. Fast pausenlos initiierten sie einen Angriff nach dem anderen Richtung Gehäuse des Tabellenletzten und ließen auch nach der Pause, als die Westfalia bereits mit 4:0 führte, nicht nach, erspielten sich weiter zahlreiche Torchancen. „Der einzige Kritikpunkt ist der, dass wir vielleicht zwei, drei Treffer zu wenig gemacht haben“, analysierte Trainer Björn Mehnert nach dem Abpfiff. „Aber es war stark, wie mannschaftsdienlich die Jungs in der zweiten Halbzeit gespielt und immer wieder versucht haben, den besser Postierten zu suchen. Das hat mir gut gefallen.“ Weniger Gefallen fand dagegen Zweckels Trainer Günter Appelt an der einseitigen Begegnung, die die Rhyneraner nach Belieben dominiert hatten. „Die Westfalia war uns in allen Belangen überlegen, der Sieg geht auch in dieser Höhe vollkommen in Ordnung. Wir haben nichts an den Tag gelegt, was mit Oberliga zu tun hatte“, sagte der Coach.

Lediglich in den ersten 20 Minuten war es eine Partie, die zumindest halbwegs auf Augenhöhe stattfand. Da suchte Rhynern noch seinen Rhythmus, und die Gäste standen in der defensive einigermaßen geordnet. Das änderte sich aber, als Tim Neumann nach einem Freistoß von Philipp Hanke den Ball Richtung langer Pfosten köpfte, wo Thanh-Tan Tran goldrichtig stand und zum 1:0 einschoss (20.). Anschließend war vom SVZ nichts mehr zu sehen dafür aber umso mehr von den Gastgebern, die kurz vor der Halbzeit innerhalb von drei Minuten dreimal erfolgreich waren. Zuerst flankte Hanke, der von Zweckels Defensive zu keinem Zeitpunkt zu stoppen war, vor das Tor, Torben Menne irritierte Keeper Dennis Grüger, und Felix Bechtold markierte das 2:0 (39.). Dann lief Hanke alleine auf den Gäste-Torwart zu, umkurvte diesen und schob zum 3:0 ein (40.). Für den Schlusspunkt im ersten Durchgang sorgte dann erneut Tran, der nach einem Querpass von Hanke auf 4:0 erhöhte (41.). „Endlich waren wir zum richtigen Zeitpunkt mal richtig effektiv“, meinte Wurst später.

Auch im zweiten Durchgang fand die einseitige Vorstellung ihre Fortsetzung. Die Rhyneraner hatten eine Vielzahl an besten Einschussmöglichkeiten, vergaben diese aber. So wie zum Beispiel Hanke (54.), der frei über, und der eingewechselte Gerrit Kaiser (76.), der freistehend neben das Tor zielte. Dennoch schraubte die Westfalia das Ergebnis noch auf 5:0, als Ersin Kusakci nach einer Kombination über Mathieu Bengsch, der erstmals nach seiner langen Verletzungspause wieder zum Einsatz kam, und Hanke erfolgreich war (88.). „Vor der Pause ist Zweckel kurzzeitig eingebrochen. Aber wie wir die Chancen ausgenutzt haben, das zeigt von unserer Qualität“, sagte Felix Bechtold, der nach der Partie seinen Wechsel zu RW Ahlen (der WA berichtete) immer noch nicht offiziell bestätigen wollte. Und Mehnert meinte: „Es war klasse, wir wir auch im zweiten Durchgang aggressiv verteidigt und das Spiel nicht laufen gelassen haben. Für einen Trainer ist es auch mal schön, eine zweite Halbzeit so entspannt zu verfolgen.“

Aber auch Rhynerns Coach wollte sich nach der Partie nicht mit der guten Ausgangslage seiner Mannschaft im Rennen um den möglichen Aufstieg in die Regionalliga beschäftigen. „Abgerechnet wird eben erst am Schluss“, betonte Mehnert, sagte dann jedoch an die Adresse von Appelt im Hinblick auf das Auswärtsspiel des SV Zweckel in zwei Wochen bei RW Ahlen: „Ich wäre durchaus bereit, in zwei Wochen euren Bus bei einem Zwischenstopp hier bei uns mit Getränken aufzufüllen.“

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