Matschiger Arbeitsbeweis: Rhynern nur 0:0 gegen Herne

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HAMM - Als die Spieler nach dem Schlusspfiff rasch im nieselnden Dauerregen in Richtung Kabine marschierten, waren nur noch wenige Rückennummern wirklich zu erkennen. Fast allen Akteuren, die zuvor beim 0:0 in der Begegnung der Fußball-Oberliga zwischen Westfalia Rhynern und Westfalia Herne auf dem Platz gestanden hatten, stand der matschige Arbeitsbeweis ins Gesicht geschrieben.

Von Günter Thomas 

Kampf, nicht Technik, beherrschte die 90 Minuten. Darin waren sich nach der Partie auch die beiden Trainer einig. Was auch für die Bewertung des ersten Durchgangs galt – nur bei der Einschätzung der zweiten 45 Minuten gingen die Meinungen leicht auseinander. „Das war das erwartet schwere Spiel auf sehr schwierigen Bodenverhältnissen“, urteilte Rhynerns Björn Mehnert. „In der ersten Halbzeit war es sehr ausgeglichen. Ich denke aber, dass wir in der zweiten schon deutliche Vorteile, mehr Spielkontrolle hatten. Wir waren dann auch die Mannschaft, die zwei, drei Chancen herausgespielt hat. Von Herne habe ich zwei Fernschüsse gesehen, die kann man nicht immer verhindern.“ Hernes Coach Holger Wortmann freute sich dagegen über „einen verdienten Punkt. Das war ein sehr intensives Spiel auf Augenhöhe. Ich habe zwischen dem Tabellen-17. und -dritten keinen großen Unterschied gesehen. So ganz viele Chancen hatte Rhynern nicht, und so ganz viele hatten wir nicht. Trotzdem war es ein intensives und für die Zuschauer interessantes Spiel.“

Mehnert hatte sein Team zwangsläufig umstellen müssen, nachdem Thanh-Tan Tran und Thorben Menne am vergangenen Sonntag bei der 0:4-Niederlage in Rheine vom Platz gestellt worden waren. Christoph Debowiak und Jan Apolinarski begannen für die beiden. Zudem rückte Kapitän Dustin Wurst wieder auf die angestammte Innenverteidiger-Position ins Team. Für ihn musste David Schmidt zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Es zeichnete sich schnell ab, dass sich beide Mannschaften auf dem schweren Geläuf am Papenloh auf einen zähen Abnutzungskampf eingestellt hatten. Die Defensivarbeit hatte Vorrang, zumal die Gastgeber vor der im Winter komplett umgekrempelten und mit neun Neuzugängen verstärkten Herner Westfalia großen Respekt zeigten. Das Wortmann-Team verdiente sich diesen im Laufe der Partie zunehmend, stand eng und kompakt in der Abwehr und ließ keine Torchancen zu. Bei Ballbesitz versuchte sich der mit zuletzt drei Siegen in Folge angereiste Gast im Konterspiel, doch hier war Rhynern sehr aufmerksam. So sahen die 275 Zuschauer vor der Pause nur eine Großchance durch Lennard Kleine, der, nachdem eine Flanke des quirligen Philipp Hanke von der rechten Seite vor seine Füße abgeblockt wurde, aus 20 Metern das Lattenkreuz traf (34.). Auf der anderen Seite musste Rhynerns Torwart Christoph Hunnewinkel zwei Minuten später gegen Sebastian Mützel eingreifen. „Es war klar, dass es für uns noch schwieriger wird, weil wir die Mannschaft sind, die zuhause spielt und versucht, fußballerisch ihr Ding durchzubringen, was auf dem Platz schwer möglich war“ , hatte Mehnert den zähen Abnutzungskampf erwartet.

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Oberliga Westfalen Westfalia Rhynern - Westfalia Herne 0:0

Das änderte sich nach der Pause allerdings. Denn die Hausherren waren fortan wesentlich engagierter auf dem Platz, übten mehr Druck aus. Chancen im Minutentakt gab es zwar nicht, doch näherte sich der Gastgeber dem Tor zunehmend an. Ein zu harmloser Kopfball von Michael Wiese (47.) und ein Schuss von Kleine (50.) deuteten die Großchance sechs Minuten später bereits an: Kleine hatte sich auf dem linken Flügel durchgesetzt und quer vor das Tor auf Hanke gelegt. Der scheiterte zwar an Hernes Keeper Benjamin Carpentier, doch Jan Apolinarski hätte den Abpraller aus fünf Metern nicht über das verwaiste Tor schießen müssen.

Auf der anderen Seite rutschten zwei Freistöße gefährlich vor dem Rhyneraner Tor durch (75., 86.), ehe Hanke den Sieg endgültig auf dem Fuß hatte. Nachdem Kleine ihm den Ball in den Lauf weitergelegt hatte, tauchte der emsige Offensivmann allein vor Carpentier auf und hätte seine starke Leistung krönen können, doch der Keeper blieb erneut Sieger im direkten Duell und rettete den Gästen damit einen Punkt (88.). „Wenn man so ein Spiel gewinnen will, dann müsste so eine Chance mit ein bisschen Glück auch mal reingehen“, ärgerte sich Mehnert.

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