Rhynern gewinnt gegen Hüls: Bechtold und Hanke treffen

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Philipp Hanke (links) markierte den 2:1-Siegtreffer für die Westfalia. Ob er auch in der kommenden Saison für Rhynern stürmt, ist noch offen.

HAMM - Die Partie war gerade abgepfiffen, die Durststrecke durch den 2:1 (0:1)-Erfolg über den VfB Hüls beendet und der erste Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in der Fußball-Oberliga in Serie eingefahren – da schaute Björn Mehnert auf das Große. Auf das Ganze. Auf die komplette Saison.

Von Patrick Droste

„Wir haben jetzt so viele Punkte auf dem Konto wie sonst in den Jahren vorher am Ende der Spielzeit. Und dabei sind noch sieben Partien zu absolvieren“, sagte der Coach des SV Westfalia Rhynern. „Da muss niemand von einer Krise reden. Der Verein reißt einen Riesenjob. Die Jungs machen hier einen Riesenjob – und das mit einem Durchschnittsalter von 21,5 Jahren.“ So stark die Ausbeute der Westfalia im Laufe der bisherigen Saison auch ist – im Heimspiel gegen den nach dem freiwilligen Rückzug bereits als Absteiger feststehenden VfB tat sich die Westfalia erneut ungemein schwer, ließ einmal mehr die Leichtigkeit vermissen, die die Mannschaft in der Hin- und zu Beginn der Rückserie ausgezeichnet hatte.

Dennoch bestimmten die Platzherren im ersten Durchgang das Geschehen nach Belieben, waren im Ausnutzen ihrer zahlreichen Torchancen gegen anfangs überaus harmlose Gäste jedoch viel zu unkonzentriert und selten zwingend genug. Philipp Hanke (11., 45.), Christoph Debowiak (30.), Felix Bechtold (35., 36.) und Felix Krellmann (38.) ließen beste Möglichkeiten liegen – eine Fahrlässigkeit, die sich drei Minuten vor der Pause rächte. Im Duell mit Torwart Christoph Hunnewinkel ging VfB-Spielmacher Marko Onucka zu Boden, und Schiedsrichter Marcel Neuer entschied auf Strafstoß. Pascal Kötzsch ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum überraschenden 0:1 (42.).

Dieser Treffer zeigte bei den Platzherren Wirkung. Denn nach dem Wiederanpfiff wirkten die Rhyneraner verunsichert, gehemmt und fast ängstlich. So hatte Serdar Yigit in der 55. Minute nach Zuspiel von Onucka das 0:2 auf dem Fuß, doch sein Heber ging über das Tor (55.). Erst danach fand die Westfalia ins Spiel zurück, vergab durch Max Wagener per Kopf (57.) und Lennard Kleine (63.) erneut zwei große Möglichkeiten, ehe eine Standardsituation für den Ausgleich sorgte. Nach einem Foul an Kleine legte sich Bechtold den Ball zurecht und traf an der schlecht postierten Mauer vorbei ins kurze Eck zum 1:1 (73.). Und auch am 2:1-Siegtreffer war Bechtold, der am Ende der Woche bekanntgeben will, ob er in Rhynern bleiben oder den Verein verlassen wird, beteiligt. Mit einem Diagonalpass brachte der Mittelfeldakteur auf der rechten Seite Hanke in Position. Der Angreifer umkurvte zwei Gegenspieler und schob den Ball an Gästekeeper Marcin Wrzosek vorbei ins Tor (82.). „Nachdem es in den letzten Spielen nicht so gut lief und ich auch in dieser Partie wieder zwei Möglichkeiten ausgelassen hatte, fiel mir schon ein Stein vom Herzen, als der Ball im Netz lag“, sagte Hanke, der in Rhynern einen Vertrag bis 2016 hat, aber noch nicht weiß, ob er diesen auch erfüllen wird. „Ich haben schon einige Anfragen aus der Regionalliga. Ich werde mich in den nächsten Tagen mal mit unserem Team-Manager Andreas Kersting zusammensetzen, und dann werden wir alles bereden.“

Auch für Mehnert gab es nach der Partie noch einiges zu bereden. So zum Beispiel über die Schwächephase seiner Mannschaft zu Beginn des zweiten Durchgangs. „Anhand der Großchancen gibt es keinen Zweifel daran, dass unser Sieg verdient war und dass nur wir als Gewinner vom Platz gehen konnten“, sagte der Coach. „Aber in den ersten Minuten der zweiten Hälfte hat mir einiges nicht gefallen. Da hätte durchaus das 0:2 fallen können.“

Es fiel aber nicht, und daher durfte er am Ende überschwänglich seine Mannschaft loben, die zwar in spielerischer Hinsicht keine Glanzlichter gesetzt hatte, bis zum Abpfiff kämpferisch aber alles gegeben und an den Sieg geglaubt hatte. „Ich muss den Hut vor meinen Jungs ziehen. Sie haben sich nicht hängen lassen – und das nach den Frusterlebnissen der letzten Wochen und nach dem 0:1“, sagte Mehnert – und fügte hinzu: „Am Mittwoch kommt Lippstadt. Danach schauen wir dann weiter.“ Derzeit hat die Westfalia zwar sechs Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz, aber noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand.

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