Verdienter 3:1-Sieg für Rhynern gegen Ennepetal

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Auf und davon: Burak Yavuz lässt sich auf dem Weg zum zwischenzeitlichen 2:1 nicht stoppen.

HAMM - Als Imre Renji, Trainer des TuS Ennepetal, seine Analyse abgeschlossen hatte und Björn Mehnert das Wort ergriff, verlieh der Coach des SV Westfalia Rhynern zunächst einmal seiner Freude darüber Ausdruck, dass sich beide Teams in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga wiedersehen.

Schließlich hatte Renji die 90 vorangegangen Minuten ebenso sachlich wie treffend Revue passieren lassen.  Vor allem aber zählt der TuS in der laufenden Spielzeit zu den Lieblingsgegnern der Westfalia, die nach dem sicheren 3:0 im Hinspiel gestern ein verdientes 3:1 (2:1) am Papenloh feierte. Womit die Rhyneraner ihre Serie auf stolze drei Erfolge nacheinander ausbauten. „Der Sieg geht in Ordnung und war auch in der Höhe gerecht“, konstatierte Renji, während Mehnert zwar nicht rundum zufrieden war angesichts des einen oder anderehn Durchhängers seines Teams. Aber: „Wir haben in vielen Situationen das gemacht, was wir uns vorgenommen haben.“

Vor allem in der Anfangsphase. Die Rhyneraner, bei denen Kapitän Dustin Wurst von Mehnert eine „schöpferische Pause zum Durchschnaufen“ bekommen und Marcel Klemmer abermals den Vorzug vor Dennis Wegner im Tor erhalten hatte, hätten die Partie früh zu ihren Gunsten entscheiden können. Die Gäste waren zwar körperlich anwesend, aber überhaupt nicht auf der Höhe, leisteten sich haarsträubende Fehler, die die Platzherren mit Aggressivität und Laufbereitschaft zum Teil erzwangen. „Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen“, freute sich Mehnert, dass sein Plan, etwas tiefer zu stehen und die sich nach einem Ballgewinn bietenden Räume zu nutzen, voll aufging – mit freundlicher Unterstützung der Ennepetaler. So profitierte Mathieu Bengsch bei seinem energischen Solo gleichsam von einem katastrophalen Fehlpass des TuS im Mittelfeld wie von einem viel zu passiven Defensivverhalten der Gäste. Seinen unwiderstehlichen 50-Meter-Sprint krönte Bengsch mit einem satten Schuss ins lange Eck zum 1:0 (2.).

Es folgten weitere hochkarätige Chancen der Westfalia. So kratzte Björn Sobotzki den Ball Lennard Kleines von der Linie, nachdem der Rhyneraner Stürmer TuS-Schlussmann Marvin Weusthoff umkurvt hatte, traf Michael Wiese den Ball nach einer Ecke und einem Schnitzer des Keepers nicht richtig (beides 5.) und scheiterte abermals Kleine an Weusthoff (10.). „Da hätten wir nachlegen müssen“, meinte Mehnert, während Renji den Auftritt und die sehr löchrige Defensive seines Teams nicht allein auf die Personalprobleme in der Abwehr zurückführen wollte: „Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen und es über 90 Minuten nicht geschafft, richtig Paroli zu bieten.“

Klemmers Fehler führt zum Ausgleich

Da bedurfte es schon der gütigen Mithilfe der Platzherren, dass der TuS gefährlich vor das gegenerische Gehäuse kam – und prompt traf: Nach einer Ecke landete der abgewehrte Ball beim ansonsten blassen Ex-Profi Giovanni Federico, der ihn umgehend per Kopf wieder Richtung Tor beförderte. Der eigentlich harmlose Versuch wurde durch den Fehler Klemmers zur perfekten Vorlage für Sinan Hajra, der die Kugel aus kürzester Distanz nur noch über die Linie drücken musste (17.). Auch wenn der Ausgleich glücklich war – er passte in diese Phase, in der die Rhyneraner den Aufwand deutlich reduziert hatten. „Da haben wir nachgelassen, waren zu weit weg von den Leuten“, monierte Mehnert.

Als die Westfalia die Schlagzahl erhöhte, wurde sie umgehend erneut belohnt. Wieder war ein Ballgewinn im Mittelfeld der Ausgangspunkt, wieder überforderte das blitzschnelle Umschalten die Gäste. Diesmal schnappte sich Burak Yavuz den Ball, marschierte ebenfalls über den halben Platz und schob das Spielgerät unter Weusthoff hindurch zum 2:1 ins Tor (32.). Bengsch hätte schon vor der Pause seinen zweiten Treffer erzielen können, den Ennepetals Schlussmann aber mit einer starken Parade verhinderte (42.). Doch zehn Minuten vor dem Ende holte der bärenstarke Bengsch das Versäumte nach, traf nach Vorarbeit Kleines von der Strafraumgrenze zum 3:1.

Zwischen den beiden Szenen plätscherte die Begegnung weitgehend vor sich hin. Die Gastgeber kontrollierten das Geschehen, hatten durch Yavuz (48.), Bengsch (65.) und Kleine (66.) die deutlich besseren Möglichkeiten und gerieten auch nicht ansatzweise ins Wanken, als Renji seinem Team Mitte des zweiten Durchgangs mehr Offensive verordnete. „Angesichts der warmen Witterung“, so Mehnert, „haben die Jungs das in der zweiten Halbzeit sehr ordentlich gemacht.“ - fh

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