Ein Schokoladentag

Vier Hanke Treffer: Rhynern gewinnt 6:0 gegen Gütersloh

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Nicht zu stoppen: Philipp Hanke erzielte beim 6:0-Sieg gleich vier Treffer für die Rhyneraner.

HAMM - Normalerweise halten sich Trainer in ihrer Spielanalyse sehr kurz, wenn sie sich mit ihrer Mannschaft eine deftige Packung abgeholt haben. Doch Holger Wortmann, Coach des Fußball-Oberligisten FC Gütersloh, geriet nach der 0:6 (0:2)-Niederlage beim SV Westfalia Rhynern geradezu ins Schwärmen, als er nach dem Abpfiff über die Partie und vor allem über den Gegner sprach.

„Das war riesig, das war klasse. Wir haben in dieser Höhe völlig verdient verloren“, meinte Wortmann. In der Tat hatten die Gäste aus Ostwestfalen nicht den Hauch einer Chance, hatten dem Offensivspektakel der Platzherren überhaupt nichts entgegenzusetzen. Vor allem den überragenden Philipp Hanke, der gleich vier Treffer erzielte, bekamen die Gütersloher nie in den Griff. „Wir haben einen Schokoladentag erwischt“, grinste derweil Rhynerns Trainer Björn Mehnert. „Wie wir gearbeitet und Fußball gespielt haben, das war nahe an einem perfekten Spiel.“ Von Beginn an hatte die Westfalia das Geschehen bestimmt, die Gütersloher, die kurzfristig auf Florian Kraus verzichten mussten, immer wieder vor unlösbare Aufgaben gestellt. „Da zahlt sich aus, dass in Rhynern über Jahre in Ruhe gearbeitet wird und dass die Mannschaft punktuell verstärkt worden ist. Das erntet der Verein jetzt“, meinte Wortmann, der an der Seitenlinie mit ansehen musste, wie seine Akteure zu Statisten degradiert wurden die Rhyneraner nach Belieben schalten und walten durften.

So lagen die Platzherren nach etwas mehr als einer Viertelstunde bereits beruhigend mit 2:0 in Front, als zuerst Christoph Debowiak nach einem klugen Rückpass von Lennard Kleine zum 1:0 (9.) und dann Hanke nach einem Doppelpass mit Debowiak zum 2:0 (17.) trafen. Anschließend nahm die Papenloh-Elf ein wenig das Tempo aus dem Spiel, geriet aber nur einmal in Gefahr, als Vadim Thomas mit seinem Kopfball am Pfosten scheiterte (22.). Nach dem Wechsel drehte die Westfalia dann aber noch mehr auf, initiierte aus dem kompakten Mittelfeld immer wieder zielstrebige Angriffe, die für die Gütersloher einfach eine Nummer zu schnell vorgetragen wurden. „Natürlich hatten wir für dieses Spiel einen Plan, aber wir haben nie den Zugriff auf die Partie bekommen. Es war schon beeindruckend, mit welchem Tempo und welcher Kombinationssicherheit die Rhyneraner durch unser Mittelfeld marschiert sind“, staunte Wortmann – und fügte dann hinzu: „Das hat Spaß gemacht, da zuzuschauen.“ So sorgte Kleine nach einem Zuckerpass von Debowiak bereits vier Minuten nach dem Wiederanpfiff für das 3:0 (49.), ehe Kleine wenig später die Vorlage lieferte, und Hanke das 4:0 markierte (53.). Doch damit hatten die Platzherren ihren Torhunger noch lange nicht gestillt. In der 78. Minute waren es die eingewechselten Adem Cabuk und Jannik Kastner, die den Treffer zum 5:0 von Hanke mustergültig vorbereiteten. Beim 6:0 legte Felix Bechtold mit einem feinen Pass in den freien Raum das vierte Tor von Hanke zum 6:0-Endstand vor (85.). „In Brambauer hatte ich schon zweimal vier Treffer geschossen. Dass mir das auch in der Oberliga gelingt, das ist schon ein richtiges Highlight“, strahlte Hanke. „Aber wir haben hier auch überragende Leute, die mir die Tore perfekt aufgelegt haben.“

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Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern-FC Gütersloh 6:0

Und daher war Mehnert nach der Partie vor allem darum bemüht, die aufkommende Euphorie zu bremsen. Denn nach sieben Spielen haben die Rhyneraner beachtliche 15 Punkte auf ihrem Konto und ihren dritten Tabellenplatz gefestigt. Von neuen Zielen wollte Rhynerns Coach deswegen aber überhaupt nichts wissen. „Sicher schöpfen wir unsere Möglichkeiten derzeit recht gut aus. Aber wir werden mit unseren Füßen schön auf dem Boden bleiben. Und wenn einer meint, jetzt abheben zu müssen, dann werde ich den ganz schnell wieder runter holen“, stellte Mehnert unmissverständlich klar. - –pad–

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