Hammer SpVg und Herringen trennen sich torlos

HAMM - Sven Heinze stapfte ein wenig missmutig über den Kunstrasenplatz der Evora Arena. „Den Tag hätten wir nicht unbedingt gebraucht“, sagte der Trainer des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg – und meinte damit weniger das triste torlose Remis seiner Mannschaft in der Testpartie gegen den drei Klassen tiefer spielenden SVF Herringen. Sondern die Bedingungen, unter denen die Begegnung stattfand.

„Bei diesem Wetter und bei diesen Platzbedingungen war das Ganze ein Muster ohne Wert. Erst recht, wenn der Gegner so tief steht. Der ist dann schwer zu knacken“, sagte Heinze mit Blick auf den stürmischen Wind, das rutschige Geläuf und den diszipliniert agierenden Kontrahenten. Hinzu kam, dass er am Ende der 90 Minuten gleich drei Verletzte zu beklagen hatte. Robin Giersch (Adduktoren), Jonas Brockhinke (Ellenbogen) und Dennis Krautwurst (Zeh) nahmen Blessuren aus dem Testspiel mit. Derweil war Ralph Oberdiek sichtlich zufrieden mit der Darbietung seiner Formation im ersten Test nach der Winterpause. „Wir haben uns gegen einen Oberligisten hier sehr ordentlich verkauft“, sagte der SVF-Coach. „Das war taktisch richtig, richtig gut.“

Heinze hatte seine Mannschaft wie angekündigt auf nahezu allen Positionen im Vergleich zum 9:1-Erfolg tags zuvor bei Westfalia Wethmar verändert. Die jeweiligen Zusammensetzungen, betonte der Coach, ließen allerdings überhaupt keinen Rückschluss auf die Besetzung der Startelf beim Wiederbeginn der Meisterschaft zu. „Das war rein positionsbezogen“, sagte er mit Blick auf die personellen Varianten. Wobei ihm allerdings angesichts der Ausfälle von Sebastian Krug (Pferdekuss) und Oliver Glöden (krank) nicht der komplette Kader zur Verfügung stand.

Die Elf, die die gestrige Arbeitseinheit verrichtete, tat sich schwer gegen die von Beginn an sehr geordneten und einsatzfreudigen Herringer. „Unsere Abwehrkette steht richtig gut“, freute sich Oberdiek über das Defensivverhalten des SVF, der lediglich zwischen der 10. und 25. Minute ein wenig ins Schwimmen geriet. In diese Phase fielen auch die besten HSV-Chancen bei einem Schuss von Michael Erzen (14.), einem Freistoß von Felix Backszat (23.), vor allem aber bei einem Kopfball von Gianluca Greco (18.), der die größte Möglichkeit der gesamten Partie darstellte. In allen Szenen war Herringens Torwart Christian Ohlendorf auf dem Posten.

Ansonsten allerdings blieb vieles Stückwerk im Offensivspiel der Gastgeber, dem es an Abstimmung sowie an den nötigen Ideen fehlte – und in den entscheidenden Momenten an der erforderlichen Genauigkeit, was nicht nur dem Untergrund zuzuschreiben war. „Das ist vielleicht das Einzige, was man der Mannschaft vorwerfen kann“, meinte Heinze. „Sie hat alles versucht, hat nach Ballverlusten defensiv gut gearbeitet. Aber wenn sie in Tornähe kam, hat das letzte Quäntchen Konzentration gefehlt.“ Die Herringer Versuche, kleine Nadelstiche zu setzen, blieben allerdings ebenso in den Ansätzen stecken – wie Mitte der zweiten Halbzeit, als Matthäus Paracz bei einem SVF-Konter den Ball nicht unter Kontrolle bekam (69.). Es war einer der ganz wenigen Höhepunkte im zweiten Durchgang, in dem der HSV, die nach der Verletzung Brockhinkes gut zehn Minuten lang in Unterzahl spielte, immer weniger einfiel. Zwei „halbe“ Möglichkeiten von Carsten Sichler (77.) und Nico Schiller (89.) waren die magere Ausbeute der Offensivbemühungen. „Wir haben kaum was zugelassen“, strahlte Oberdiek. - fh

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