Rhynern und Dornberg trennen sich torlos

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Strafraumszenen hatten in der Partie zwischen Rhynern und Dornberg Seltenheitswert.

HAMM - Als Schiedsrichterin Marina Wozniak aus Herne die 22 Spieler auf dem Rasenplatz am Papenloh und die 200 Zuschauer mit dem Schlusspfiff erlöste, schlug Björn Mehnert für einen kurzen Moment frustriert die Hände vor dem Gesicht zusammen. 0:0 hieß es nach einer mit dürftig noch positiv beschriebenen Begegnung zwischen Westfalia Rhynern und dem Oberliga-Vorletzten TuS Dornberg.

Ein Ergebnis, das den Gastgebern nach dem Spielverlauf in Durchgang zwei sogar noch schmeichelte. „Den Sonntag hätte man sinnvoller verplanen können“, sagte der Westfalia-Coach, der nach dem 4:4:2-Ausflug von Neuenkirchen wieder zum taktischen 4:2:3:1 zurückgekehrt war und für Michael Wiese, Andreas Neumann, Thorben Menne sowie den verletzten Lennard Kleine Patrick Schmidt, Markus Maier, Adem Cabuk und Sergej Petker in die Startelf beorderte. „Vom Läuferischen her kann ich keinem einen Vorwurf machen. Aber eine Komponente, die zum Fußballspiel gehört, ist das Fußball spielen. Und das hat uns heute durchgängig gefehlt.“ Selbst die für die Gastgeber schmeichelhafte Einschätzung von Dornbergs Trainer Istvan Gal, der feststellte, dass „wir in der ersten Halbzeit Glück gehabt haben, dass Rhynern nicht ein, zwei oder drei Tore gemacht hat“, mochte Mehnert nicht stehen lassen. „Diese Chancen für uns habe ich nicht gesehen“, sagte Mehnert. „Wir haben einfach viel zu viele Fehler im Aufbau gemacht, waren ideen- und mutlos.“ Und die Tatsache, dass die Westfalia in der Rückserie weiter ohne Sieg blieb, empfand er als „eine interessante Phase für meine Spieler“.

Die erste der von TuS-Coach Gal erwähnten Möglichkeiten der Westfalia ergab sich für Mittelfeldspieler Felix Bechtold, der nach zehn Minuten eine Urban-Ecke allerdings weit über das Tor köpfte. Kurz darauf hätte es Petker, der als einzige Westfalia-Spitze auflief, auf eigene Faust probieren können, als er allein auf das Tor zusteuerte, doch er zog es vor, den Ball quer auf einen Dornberger zu spielen (11.). Gefährlicher war da schon ein Schuss von Tobias Urban, der das Gehäuse nur knapp verfehlte (19.). Auf der anderen Seite demonstrierte Lennard Warweg die ganze Dornberger Harmlosigkeit, als er das erste Lebenszeichen der Gäste über den Fangzaun beförderte (38.).

Wer glaubte, dass das Niveau im zweiten Durchgang steigen würde, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Beide Mannschaften bemühten sich, Torchancen zu kreieren – was dabei herauskam, war aus Rhyneraner Sicht kaum erwähnenswert. Im Gegenteil: Dornberg wurde frecher, nutzte die zahlreich gestreuten Passfehler der Gastgeber zu Kontern, die allerdings in der Breite auch nicht bis zum Tor vorgetragen wurden. Mit einer Ausnahme: Als Robin Bürmann kurz nach der Pause allein auf Dennis Wegner zusteuerte, stockte den Rhyneranern schon der Atem (47.). Doch der Keeper erwies sich als sicherer Rückhalt und entschärfte den Ball zur Ecke. Ein Cabuk-Schuss rauschte im Gegenzug nur knapp am Tor von Dornbergs Kevin Hund vorbei, und Dennis Rödel traf vier Minuten später das Außennetz, ehe Lennard Warweg in der Schlussphase noch einmal nur um wenige Zentimeter das Tor verfehlte. Ansonsten war den Hausherren zunehmend die wachsende Verzweiflung anzumerken. „Es war schon eine Unsicherheit bei uns zu sehen“, stellte Mehnert fest. „Wir haben halt ein Durchschnittsalter von 21 Jahren und schießen sehr wenig Tore – deswegen müssen wir uns das Selbstvertrauen erst einmal wiederholen. Im Moment habe ich das Gefühl, die Jungs tragen alle einen Rucksack mit sich herum. Aber Fußball spielen darf nicht zur Last werden.“

Selbst die Tatsache, dass die Mannschaft trotz des mageren Unentschiedens mit der Hammer SpVg in der Tabelle gleichgezogen hat, hellte die Gemüter bei der Westfalia nicht auf. „Der Blick ist sicher immer da“, räumte Wegner ein. „Aber das ist nicht der Anspruch. Wir haben in der gesamten Saison viel zu viele Punkte liegen gelassen – es hätte einfach besser sein können.“ - güna

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