Später Treffer: HSV gewinnt 1:0 gegen SV Zweckel

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Lange Zeit gab es für die Hammer SpVg - hier mit Mesut Özkaya – kein Durchkommen gegen die vielbeinige und aufmerksame Abwehr des SV Zweckel.

HAMM - Seismische Wellen oder Vibrationen spürte niemand. Weder die Fans auf der Tribüne noch die Akteure der Hammer SpVg auf dem Rasen. Dabei waren gerade an der Trainerbank nicht kleine Steinchen, sondern eher riesengroße Felsen vor Erleichterung von den Herzen der unmittelbar Beteiligten gefallen.

Denn die HSV hatte mit dem 1:0 (0:0) gegen den SV Zweckel im sechsten Anlauf den zweiten Sieg der Fußball-Oberliga-Saison gesammelt. Dass der Erfolg angesichts des späten Tores von Jochen Höfler in der 87. Minute glücklich zustande gekommen war und dass sich die HSV lange Zeit überaus schwer getan hatte, dass interessierte inmitten des Jubels nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Michael Negri überhaupt niemanden mehr. „Meine Mannschaft stand in der Pflicht, den heimischen Zuschauern einen Sieg zu zeigen. Das war eine ungünstige psychologische Drucksituation. Es war nicht so einfach, sich aus so einer Situation herauszuarbeiten. Umso mehr freut es mich, dass die Jungs den Sieg geschafft haben – und das gegen einen ganz unbequemen Gegner“, sagte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic später.

In der Tat war vor allem in der ersten Halbzeit wenig Produktives bei den vorsichtig, teilweise gar verunsichert agierenden Gastgebern zusammengelaufen. Lediglich in der 38. Minute hatten die Hammer einmal gefährlich nach vorne gespielt, als Emre Demir Höfler bedient. Doch anstatt den direkten Abschluss zu suchen, umkurvte der Kapitän nach Zweckels Torwart Dennis Grüger und traf dann aus spitzem Winkel das Außennetz.

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Fußball Oberliga: Hammer SpVg - SV Zweckel 1:0

„In der ersten Hälfte standen wir stabil. Und dann hatten wir uns auch für den zweiten Durchgang einiges vorgenommen. Aber dann hat die HSV viel mehr Druck ausgeübt und hat mit aller Macht versucht, das Spiel zu gewinnen“, analysierte Gästetrainer Günter Appelt nach dem Abpfiff. In der Tat investierten die Platzherren nach dem Wechsel mehr, übernahmen zusehends die Spielkontrolle und kamen folgerichtig zu einer deutlich höheren Zahl an guten Tormöglichkeiten. Und immer wieder stand dabei Höfler im Mittelpunkt. Zuerst schoss er nach einem erneut feinen Zuspiel von Demir Zweckels Keeper an (47.), dann tauchte der Routinier über die linke Seite vor dem Gäste-Gehäuse auf, doch sein Schuss trudelte an der Torlinie entlang, ging aber nicht ins Tor (63.). Dann hatte er Pech mit einem Kopfball (63.), ehe er in der 87. Minute spielentscheidend einnetzte. Allerdings hatte zu diesem späten Zeitpunkt kaum noch jemand mit einem Sieg der HSV gerechnet. Denn drei Minuten zuvor hatte der als Innenverteidiger agierende Dursun Akdag eine seine vielen Unsicherheiten durch ein Foul wettmachen wollen. Da er aber vorher schon Gelb gesehen hatte, bekam er, als er Jonas Schmidt von den Beinen geholt hatte, logischerweise Gelb-Rot gezeigt, so dass die HSV die letzten Minuten mit neun Feldspielern bestreiten musste. Doch als sich dann Jan Trampe einen folgenschweren Ballverlust erlaubte, Seyit Ersoy blitzschnell schaltete und Höfler auf die Reise schickte, da ließ sich der 33-Jährige nicht noch einmal bitten und traf zum 1:0. Während sich Appelt vor allem über den schlechten Pass von Trampe ärgerte („Da hat er völlig unnötig den Ball reingespielt“.), atmete Barjaktarevic tief durch. „Das war ein typischer Sieg einer Mannschaft, die auf dem Weg aus den Problemen ist“, sagte der HSV-Coach und versprach, dass es für sein Team nun bergauf gehen wird. „Ich bin mir sicher, dass wir auf einem guten Weg sind und dass wir uns jetzt Woche für Woche steigern werden. Ich denke, dass wir den Wurm aus der Mannschaft herausbekommen haben. In vielen Situationen war wir jedenfalls schon viel besser als bei unserem hochgelobten 2:1-Sieg zum Saisonauftakt in Lippstadt.“ - –pad–

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