Sommerfußball: Schaffers Führungstor reicht HSV nicht

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Vor dem 1:0: Hamms Daniel Schaffer (links) behauptet den Ball gegen den Gütersloher Verteidiger Simon Schubert und köpft kurz darauf den HSV-Führungstreffer.

HAMM - Sommerkick mit zwei kuriosen Toren: Nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC Gütersloh wartet der Fußball-Oberligist Hammer SpVg weiter auf den ersten Heimsieg seit Februar. Gegen Gütersloh fehlten der HSV nach der Führung durch Daniel Schaffer nur sieben Minuten bis zum Sieg – der eingewechselte Lars Beuckmann nutzte einen Sekundenschlaf in der Abwehr der Gastgeber zum letztlich verdienten Unentschieden.

Holger Wortmann war der eine Punkt nicht genug: „Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft. Wir hatten zwar nicht die Menge an Chancen, aber gefühlt 80 Prozent Ballbesitz. Für uns war das wie eine Niederlage“, sagte der in Hamm wohnende FCG-Trainer. So weit mochte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic nicht gehen, bezeichnete das Remis nach einem „lauwarmen Spiel“ aber als verdient.

Einen Sieger hatte die über weite Strecken langweilige Partie in der Evora Arena jedenfalls nicht vedient. Von Beginn an spielten die Teams quer statt steil, langsam statt schnell. Bei sommerlichen Temperaturen und stumpfem Rasen ließen etliche Spieler nur in Ballnähe erhöhte Bewegungsbereitschaft erkennen. Während Wortmann an der Seitenlinie hin- und hertigerte, nahm Barjaktarevic das Nicht-Geschehen auf dem Platz äußerlich ungerührt zur Kenntnis. Auf der Tribüne machte das Wort „Altherren-Fußball“ die Runde.

Die offiziell 720 Zuschauer am Familientag der Hammer SpVg sahen nur in den ersten zehn Minuten zwei Szenen, die den Namen Chance verdient hatten: Zunächst scheiterte Schaffer nach einem Doppelpass mit Emre Demir an Güterslohs Keeper Sebastian Tiszai (4.). Auf der Gegenseite zog Vadim Thomas nach einem der seltenen Steilpässe aus halbrechter Position ab, fand aber seinen Meister in Hamms Torhüter Trifon Gioudas (8.). Kurz vor der Pause weckte HSV-Torjäger Jochen Höfler das Publikum mit einem schönen Außenrist-Treffer – allerdings stand er beim Zuspiel im Abseits (40.).

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Fußball Oberliga: Hammer SpVg - FC Gütersloh 1:1

„Ich dachte, die zweite Halbzeit muss richtig gut werden – bei so viel Kraft, wie beide Mannschaften vor der Pause gespart haben“, sagte HSV-Sportchef Achim Hickmann. Viel besser wurde das Spiel nicht, dafür gab es nun Tore. Güterslohs offensiv Auffälligster, Christian Schröer, feuerte den ersten gefährlichen Schuss ab (55./Gioudas hält), doch der erste Treffer gelang den Gastgebern. Keine 60 Sekunden, nachdem Albert Alex nach einer Ecke um Zentimeter über das Tor geköpft hatte, chipte Marko Martinovic den Ball auf die Mittelstürmer-Position zu Schaffer. Der bekam das Leder zwar nicht richtig unter Kontrolle, aber gegen einen halbherzigen Tiszai eine zweite Chance, die er per Kopf zum 1:0 nutzte (62.).

Gütersloh musste kommen – und kam. Janis Kraus tankte sich durch die HSV-Abwehr, verfehlte das Tor aber knapp (73.). Erfolg hatten die Gäste erst nach Einwechslungen. Wortmann brachte in kurzer Folge zwei Hünen. Der eine, Marc Birkenhake, köpfte im Strafraum quer zum anderen, Lars Beuckmann, und der bugsierte den Ball am herausstürzenden Gioudas vorbei zum 1:1 ins Tor (83.). Sebastian Krugs Rettungsaktion kam zu spät. Beuckmann zögerte wegen seines Zusammenpralls mit Gioudas, der sich bei der Aktion leicht verletzte, mit dem Torjubel: „Ich dachte, vielleicht pfeift der Schiedsrichter Foul, aber ich war eigentlich eher am Ball“, sagte Beuckmann. Das Tor zählte – und ließ Barjaktarevic ratlos zurück. „Keiner geht zum Ball, und der Ball geht rein. Das spiegelt unsere ganze Saison wider“, sagte der HSV-Trainer. In der Schlussphase peitschte Wortmann seine Elf weiter nach vorn. Deren einzig gute Torchance vergab Matthäus Wieckowicz in der Nachspielzeit. - sst

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