Serie hält: HSV verliert 0:2 gegen RW Ahlen

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Jens Grembowietz (links) lieferte sich packende Duell mit Ahlens Stürmer Damir Ivancicevic.

AHLEN - Die einen hatten alles gewonnen, die anderen immerhin alles gegeben – in der Oberliga-Partie zwischen RW Ahlen und der Hammer SpVg blieben zwei Serien intakt:

Ahlen feierte mit einem 2:0 (1:0)-Heimerfolg bereits den zehnten Sieg in Serie und berauschte sich nach Spielschluss an der Rekordkulisse von 1 618 Zuschauern sowie nunmehr neun Zählern Vorsprung auf Verfolger TuS Erndtebrück. Bei der HSV ist die Lage dagegen trister denn je. Mehr noch als die erwartbare Niederlage beim Spitzenreiter – die dritte in Serie – schmerzte Trainer Goran Barjaktarevic der Verlust von Kevin Kisyna (Verdacht auf Bänderriss) und Semih Yigit (Gelb-Rot/66.). Als wäre die personelle Lage nicht schon angespannt genug.

In Ahlen saßen nur drei Feldspieler auf der HSV-Bank: die angeschlagenen Niklas Rieker und Seyit Ersoy sowie der junge Jannik Prinz. U 23-Trainer Ferhat Cerci gab wie erwartet sein Oberliga-Comeback in einer Start-Elf, die ganz auf Konter ausgerichtet war: Faysel Khmiri stand als kopfballstarker Ball-Abnehmer ganz vorn, rechts und links hinter ihm die schnellen Emre Demir und Serafettin Sarisoy als Mittelteil der offensiven Viererkette.

Doch Konter gab es nicht. Vor den Augen des Hammer U 19-Europameisters Fabian Holthaus (VfL Bochum) spielte nur eine Mannschaft: RW Ahlen. Mit dem Selbstvertrauen eines unbesiegten Tabellenführers dominierte das Team von Trainer Marco Antwerpen von An- bis Schlusspfiff. „Ich hatte in keiner Phase das Gefühl, dass hier was anbrennen kann“, sagte der RW-Coach nach einem einseitigen Spiel. „Wir haben versucht, die Null zu halten“, meinte dagegen Barjaktarevic. Das funktionierte – bis kurz vor der Pause, als nach einem Eckball der Ex-HSVer Daniel Schaffer frei zum Schuss kam. Cerci rettete zwar noch, doch gegen Schaffers Nachschuss unters Tordach war kein Kraut gewachsen (1:0/43.). Es war nicht das erste Mal, dass Cerci den Ball von der Linie gekratzt hatte. Bereits in der Anfangsphase hatte er sein Team nach einem Kopfball von Rene Lindner vor dem Rückstand bewahrt (8.). Früh bekam die HSV-Mauer Risse, als Solo-Sechser Kisyna humpelnd vom Platz musste (21.). Für ihn kam Rieker. Ahlen drückte weiter, ohne großen Glanz zu versprühen. Ein Tor von Felix Backszat pfiff Schiedsrichter Christopher Schütter wegen Abseits ab (30.). Ein Schuss von Sotirios Stratakis zischte am Lattenkreuz vorbei (36.). Dann kam Schaffer mit seinem 1:0. „Wir brauchten diesen Türöffner“, sagte Antwerpen.

In der zweiten Halbzeit häuften sich die klaren Chancen der Ahlener. Schon wenige Sekunden nach Wiederanpfiff stand Damir Ivancicevic frei, doch sein Schuss war zu schwach. Sebastian Strömer (50./Fußabwehr von Manuel Lenz), Schaffer (59./Cerci und Dursun Akdag retten mit vereinten Kräften) und abermals Ivancicevic (65.) verpassten das aufgrund der Spielanteile längst überfällige 2:0. Das fiel erst acht Minuten vor Schluss gegen eine bereits dezimierte Hammer Mannschaft. Richter flankte zum eingewechselten Aygün Yildirim, der Lenz keine Chance ließ (82.). Danach geschah nur noch wenig. „Ich hatte am Ende den Eindruck, dass die HSV mit dem Ergebnis zufrieden war“, sagte Schaffer. Und ging zum RW-Fanblock zum Feiern. - sst

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