Fußball

Das Hammer Trainer-Karussell: So reagieren Lewejohann, Degelmann und Wessel

Steven Degelmanns Zeit in Wiescherhöfen ist abgelaufen - der 37-Jährige übernimmt das Traineramt bei der Hammer SpVg.
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Steven Degelmanns Zeit in Wiescherhöfen ist abgelaufen - der 37-Jährige übernimmt das Traineramt bei der Hammer SpVg.

Fußball-Oberliga-Schlusslicht Hammer SpVg hat sich am späten  Dienstagabend von Trainer René Lewejohann getrennt. Steven Degelmann wird sein Nachfolger. Auch der TuS Wiescherhöfen hat schon einen neuen Coach. So reagieren die Protagonisten.

  • Die Hammer SpVg hat sich von Trainer René Lewejohann getrennt.
  • Das Oberliga-Schlusslicht hat bereits einen Nachfolger gefunden.
  • Das hat auch Auswirkungen auf den Landesligisten TuS Wiescherhöfen.

Update, 29. Januar, 17.21 Uhr: Am Sonntag hatte es die erste Kontaktaufnahme von Seiten der Hammer SpVg gegeben. Steven Degelmann hatte sich gerade nach einem Hallenturnier mit seinem Sohn auf den Weg nach Hause gemacht, als sein Smartphone klingelte. „Da war ich schon ein bisschen überrascht, als sich die HSV meldete. Denn da hatte ich in diesem Augenblick nicht mit gerechnet“, sagt der 37-Jährige, der sich aber sofort gesprächsbereit zeigte.

Aufgrund des Interesses von Degelmann wurden die Gespräche am Dienstag intensiver und konkreter, so dass sich beide Parteien einig wurden. „Wir wollten aber noch das Gespräch am Abend mit René Lewejohann abwarten. Danach hat Steven dann das Signal von uns bekommen“, erklärt HSV-Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper, der nach eigener Aussagen den neuen Trainer der Hammer SpVg „schon länger auf dem Zettel hatte. Es gab immer losen Kontakt zu ihm, da er ja früher Spieler bei uns war. Und da er seine Wurzeln in Hamm hat, passt das für uns natürlich sehr gut.“ 

Das Engagement ist erst einmal bis zum 30. Juni diesen Jahres begrenzt. „In den nächsten Wochen werden wir dann die Arbeit bewerten und schauen, ob, wie lange und in welcher Liga es weiter gehen wird“, verrät Blumenkemper, der sich von dem neuen Coach eine Menge frischen Wind und im besten Fall am Ende der Saison den Klassenerhalt erhofft.

Der neue Coach jedenfalls betont, dass er „nichts abschenken“ wird. „Die Chance ist auf jeden Fall da. Wie groß sie ist, kann man nach sechs bis acht Spielen sagen“, meint er. Für Degelmann gilt es nun, möglichst schnell sein neues Team kennen zu lernen, einen Draht zu seinen Schützlingen zu finden sowie gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Die erste Möglichkeit hat er dazu am Donnerstag beim Testspiel beim SV Wanne 1911 (19.30 Uhr).

Lewejohann: "Wie ein Schlag ins Gesicht"

Auch am Tag danach konnte und wollte es René Lewejohann nicht begreifen. Am Dienstagabend hatte er noch wie immer in den vergangenen 14 Monaten das Training der Hammer SpVg geleitet, dann wurde er von den Verantwortlichen in das Sportcasino gebeten, wo ihm seine Entlassung mitgeteilt wurde. 

„Das war wie ein Schlag mitten in das Gesicht“, zeigt sich der 35-Jährige auch noch am Tag nach seiner Demission völlig fassungslos. „Vor dem Training wurde mir gesagt, dass wir uns später noch zusammensetzen. Da dachte ich, es geht vielleicht um einen möglichen Neuzugang. Mit dem, was dann passiert ist, hatte ich nie gerechnet.“

Seine Reaktion: „Ich habe den Verein und die Jungs mit Haut und Haaren gelebt. Ich habe den Hengst aus dem Hammer Osten mit viel Stolz auf der Brust getragen. Das war nicht nur eine Mannschaft für mich, das war mehr. Als zuerst mein Bruder und dann mein Vater gestorben sind, kamen Spieler zu den Beerdigungen. Das spricht für den Charakter der Jungs. Denn so etwas ist nicht selbstverständlich.“

Doch nach den schwachen Auftritten in den Testspielen der vergangenen Tage haben die HSV-Verantwortlichen kurz vor dem Start in die wichtige Rückrunde die Reißleine gezogen. „Dabei haben wir vor der Hinserie eine ganz starke Vorbereitung absolviert, sind dann aber in ein tiefes Loch gefallen. Jetzt lief es in den Testspielen weniger gut, dabei waren das doch nur Begegnungen, in den wir Sachen getestet haben und aus denen wir wichtige Schlüsse ziehen wollten“, versteht Lewejohann weder den Zeitpunkt noch den Grund seiner Entlassung. „Die Verantwortlichen haben so entschieden. Ich habe privat so viel aufgeopfert, um diesen Job mit meiner ganzen Kraft zu machen. Die Vorgehensweise jetzt fand ich überraschend. Aber ich werde das ohne Wenn und Aber akzeptieren und respektieren.“

Am Freitag will er noch einmal in den Hammer Ostenfahren und sich von seinem Team verabschieden, auch wenn er weiß, dass dies für ihn ein schwerer Gang sein wird. „Das wird sehr emotionsvoll werden. Aber das bin ich den Jungs einfach schuldig“, stellt er klar. 

Die Spieler der Hammer SpVg bedauern jedenfalls den Rauswurf ihres Trainers. Das zeigten sie ihrem Ex-Coach nicht nur durch zahlreiche Whatsapp-Nachrichten, sondern Angreifer David Loheider brach gestern auch öffentlich eine Lanze für Lewejohann. „Für uns alle war das ein Schock, als wir das erfahren haben“, sagt der erfahrene Stürmer. „Ich kenne Lewe schon so lange. Und da ist es alles andere als schön, wenn er entlassen wird. Seine Tür stand für jeden von uns immer offen, man konnte immer zu ihm kommen. Und er hat in schwierigen Situationen jedes Mal kühlen Kopf bewahrt und versucht, alles zu geben.“

Sebastian Wessel steigt sofort beim TuS ein

Eigentlich sollte Sebastian Wessel ab dem Sommer das Traineramt beim TuS Wiescherhöfen übernehmen. Doch durch den kurzfristigen Wechsel von Steven Degelmann zur Hammer SpVg wird der 37-Jährige ab sofort die sportliche Regie an der Wielandstraße übernehmen und am Donnerstag bereits das erste Mal das Training des Landesligisten leiten.

„Das ist zwar eine kleine Planänderung. Aber ich habe im Fußball schon so viel erlebt, dass mich so eine Situation auch nicht überraschen kann“, betont Wessel, der am Mittwochmorgen um 7 Uhr von Jamal Abbi, dem Sportlichen Leiter des TuS kontaktiert und gefragt worden war, ob er seinen Einstieg in Wiescherhöfen um ein halbes Jahr vorziehen würde.

„Mich reizt es natürlich, das Ziel Klassenerhalt selbst in die Hand zu nehmen“, erklärt der neue Coach, der fest davon überzeugt ist, dass er mit seiner Mannschaft auch in der kommenden Saison in der Landesliga spielen wird und nicht den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten muss.

Abbi war am Dienstagabend um 21.30 Uhr von Degelmann darüber informiert worden, dass er zur HSV wechseln wird. Der Sportliche Leiter nahm umgehend mit dem geschäftsführenden Vorstand der Wiescherhöfener Kontakt auf, um die Situation durchzusprechen. Und da waren sich alle Beteiligten schnell einig, dass sie ihrem bisherigen Trainer keine Steine in den Weg legen werden.

„Natürlich kommt Steven vom Regen in die Traufe, wobei unsere Chancen im Kampf gegen den Abstieg noch deutlich besser sind. Aber wir haben ihm so unfassbar viel zu verdanken. Daher wären wir nie auf die Idee gekommen, ihm zu sagen, dass er nicht gehen darf. Er hat aus einem mittelprächtigen Verein die am dritthöchsten spielende Mannschaft in Hamm gemacht und hat das Team, aber auch die Strukturen im Klub nach vorne gebracht“, stellt Abbi klar.

Update 29. Januar, 9.52 Uhr: Es geht Schlag auf Schlag! René Lewejohann ist nicht mehr Trainer der Hammer SpVg. Der Fußball-Oberligist wird nach WA-Informationen den bisherigen Coach des TuS Wiescherhöfen, Steven Degelmann als Nachfolger vorstellen. Und der Fußball-Landesligist? Der hat auch schon Degelmanns Nachfolger gefunden.

Sebastian Wessel wird sich sofort dem Klub von der Wielandstraße anschließen. Eigentlich war vorgesehen, dass Wessel erst im Sommer das Traineramt beim TuS übernimmt - unabhängig von der Ligenzugehörigkeit der Wiescherhöfener, die aktuell auf einem Abstiegsplatz stehen.

Hammer SpVg: Steven Degelmann folgt wohl auf René Lewejohann

Update vom 29. Januar, 9.27 Uhr: Nach dem Aus von Trainer René Lewejohann hat die Hammer SpVg bereits wenige Stunden später einen Nachfolger gefunden. 

Nach WA-Informationen wird Steven Degelmann ab sofort das Traineramt im Hammer Osten übernehmen. Degelmann soll sich am Dienstagabend nach dem Testspielsieg des TuS Wiescherhöfen in Drensteinfurt von seinem Team verabschiedet haben.

Degelmanns Abschied vom abstiegsbedrohten Fußball-Landesligisten zum Saisonende war bereits beschlossene Sache. Jetzt verabschiedet er sich schon im Winter von der Wielandstraße. Der 37-Jährige hat als Spieler eine Vergangenheit bei der HSV - und soll nun versuchen, das abgeschlagene Schlusslicht doch noch zum Klassenerhalt zu führen.

Ursprungsmeldung: Hammer SpVg trennt sich von Trainer Lewejohann

Die ersten Informationen sickerten am späten Abend durch. Die Zeit von Trainer René Lewejohann bei der Hammer SpVg ist beendet. Noch zur Winterpause hatten die Verantwortlichen im Hammer Osten betont, dass der Coach trotz der verheerenden Hinrunde weiter das Vertrauen genießen würde. Mit Adriano Ciallella wurde ihm zudem schon zuvor ein neuer Co-Trainer zur Unterstützung an die Seite gestellt. 

René Lewejohann ist nicht mehr HSV-Trainer.

Nach einer Reihe verlorener Testspiele während der Wintervorbereitung, in der auch zahlreiche neue Spieler verpflichtet worden waren, ist es mit der Geduld jedoch vorbei. Während Lewejohann am Abend für keine Stellungnahme zu erreichen war, verwies HSV-Fußball-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper zunächst auf eine später zu versendende Mitteilung. 

Stellungnahme der HSV

Diese erreichte die Redaktion kurz nach 22 Uhr und bestätigte die entsprechenden WA-Informationen, dass Lewejohann mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Trainer der Oberliga-Mannschaft entbunden und beurlaubt worden ist.   

Bis auf Weiteres soll Co-Trainer Ciallella die Verantwortung übernehmen. "Ein neuer Trainer soll schnellstmöglich vorgestellt werden", heißt es von HSV-Seite weiter. "Die Gespräche laufen."

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