Fußball-Oberliga: Risikospiel

So bereiten sich HSV und Polizei aufs Lippstadt-Spiel vor

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Szenen wie diese sollen sich am Sonntag nicht wiederholen: Im Hinspiel in Lippstadt sorgten Mitglieder der rechten Szene, die gemeinsam mit Anhängern und Verantwortlichen der Hammer SpVg in einem Bus angereist waren, für Ärger.

Erst am Donnerstag hat die Hammer SpVg gegen den TuS Haltern ein weiteres Nachholspiel hinter sich gebracht. Hinter den Kulissen laufen aber schon die Vorbereitungen für den Heimauftritt des Fußball-Oberligisten am Sonntag gegen den SV Lippstadt. Die Polizei hat die Paarung als Risikospiel eingestuft.

Hamm - Denn bei den beiden jüngsten Hammer Gastspielen in Lippstadt waren Mitglieder der rechten Szene mit Parolen im Stadion aufgefallen – zuletzt im Oktober vergangenen Jahres, als eine Gruppe von etwa 20 Personen in Dolberg in einen Bus zugestiegen war, mit dem auch Anhänger und Verantwortliche der HSV nach Lippstadt gereist waren.

Derartige Vorfälle sollen sich am Sonntag nicht wiederholen. „Wir werden mit einem höheren Kräfteeinsatz vor Ort sein“, kündigte Christopher Grauwinkel, Sprecher der Hammer Polizei, auf WA-Nachfrage an. Seine Behörde legt bei der Planung des Einsatzes am Sonntag ähnliche Maßstäbe an wie zuletzt bei der Regionalliga-Begegnung zwischen Westfalia Rhynern und Alemannia Aachen am vergangenen Dienstag, das an gleicher Stätte stattgefunden hatte und von der Polizei ebenfalls als Risikospiel eingestuft worden war. 

Polizeisprecher: "HSV kein Problemverein"

Zwar sei die HSV an sich kein Problemverein, unterstrich Grauwinkel, die Vorgeschichte mit Lippstadt hat aber auch bei der Polizei zu erhöhter Wachsamkeit geführt – auch, wenn es sich „nur“ um ein Oberliga-Spiel handelt. „In gewissen Konstellationen hat es in der Vergangenheit kleinere Probleme gegeben“, so Grauwinkel. 

Nach Erkenntnissen seiner Behörde seien rund 100 Gäste-Fans aus Lippstadt zu erwarten. Thilo Altmann, Präsident des SVL, präzisierte, er rechne mit 30 bis 50 „harten Fans“, die im Gästeblock Platz finden werden. „Wir können nur für uns sprechen. Wir gehen davon aus, dass alles ruhig bleibt“, setzt Altmann auf die Arbeit der Polizei und der Sicherheitskräfte der HSV, deren Zahl – analog zum erhöhten Polizeiaufgebot – ebenfalls über dem gewöhnlichen Maß liegen wird.

Gäste-Zugang wird am Sonntag geöffnet

Die Öffnung des Gäste-Zugangs sowie die strikte Trennung beider Fanlager ist für HSV-Abteilungsleiter Dirk Blumenkemper der wesentliche Unterschied zu den Begegnungen der Hammer in den vergangenen Wochen. Weniger neu sei, dass die HSV auf die Einhaltung der vier Stadionverbote, die im Nachgang des Hinspiels in Lippstadt verhängt worden waren, achten werde. 

Ebenso werde der Klub – wie schon in den vergangenen Wochen – von seinem Hausrecht Gebrauch machen und im Zweifel Personen abweisen. Mit dieser Strategie hofft Blumenkemper, ausschließen zu können, dass wieder Gruppen rechter Gesinnung ins Stadion gelangen. 

Allerdings betont der Abteilungsleiter auch, dass die Polizei der HSV nicht die Personalien von den Mitgliedern der rechten Szene aus dem Hinspiel weitergeben konnte. „Das können die Beamten erst dann machen, wenn strafrechtlich relevante Dinge passieren“, sagte Blumenkemper. Derlei sei im Oktober aber nicht der Fall gewesen. Mittels Gesichtskontrollen möchte die HSV die Betroffenen dennoch aussieben, falls sie am Stadion anreisen. „Der ein oder andere ist uns bekannt“, versichert Blumenkemper.

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