Redebedarf am Mittelkreis: HSV verliert 0:2 gegen Stadtlohn

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HAMM - Die obligatorische Ansprache des Trainers im Mittelkreis nach Spielende war rekordverdächtig. Mehr als zehn Minuten redete Goran Barjaktarevic auf die Akteure des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg ein – ruhig zwar, aber doch gesten- und wortreich. An der erneuten Niederlage seiner Mannschaft änderte das allerdings nichts mehr.

Mit 0:2 (0:0) unterlag das Team am zehnten Spieltag dem Tabellennnachbarn SuS Stadtlohn und bleibt damit eines der heimschwächsten der Liga. „Wir waren nach vorne total harmlos“, stellte der Coach kurz und treffend fest. „Das Problem war, dass wir in der ersten Halbzeit zu langsam umgeschaltet haben. Und nach der Balleroberung haben wir nicht steil nach vorne gespielt, sondern in die Breite. Das kann man sehr gut verteidigen.“ Gästecoach Daniel Sekic war dagegen einfach nur froh, die Punkte eingefahren zu haben. „Das war sicher nicht unverdient, aber ein stückweit auch glücklich“, räumte er ein. „Weil wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr so die Ordnung gefunden haben wie in der ersten.“ Gleich auf mehrere verletzte oder gesperrte Akteure muste Barjaktarevic verzichten. Der schmerzhafteste Ausfall war dabei einmal mehr der von Kapitän und Sturmführer Jochen Höfler (Muskelfaserriss). „Jeder hat heute wieder einmal gesehen, wie wichtig Jochen für uns ist“, sagte der HSV-Trainer, den seine Spieler unfreiwillig in dieser Annahme bestätigten, indem sie sich von Beginn an gegen die robuste Stadtlohner Mannschaft sehr schwer tat, Möglichkeiten zu kreieren.

Zwar zeigten die Hausherren zunächst gute Ansätze, doch ein Pass von Mesut Özkaya vor dem Tor auf Seyit Ersoy geriet zu lang (5.), und ein Versuch von Dennis Jungk, den Ball durchzustecken, wurde im letzten Moment zur Ecke abgewehrt. Damit hatte die HSV ihr Pulver vorerst verschossen, und die Gäste übernahmen mehr und mehr die Initiative. Im Gegensatz zur HSV kamen dabei auch einige Großchancen heraus – der Ertrag blieb jedoch der selbe, weil Josse Gerick (26., 29.) und Marius Borgert (29.) das von Manuel Lenz gehütete Tor verfehlten. „Wir haben besprochen, dass wir flach spielen und den Ball schnell laufen lassen“, war Barjaktarevic unzufrieden. „Stattdessen haben wir ihn in der ersten Halbzeit nur weggeprügelt – warum, kann ich nicht erklären.“

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Fußball Oberliga : Hammer SpVg - SuS Stadtlohn 0:2

Mit wesentlich mehr Engagement kamen die HSVer aus der Kabine. Der Lohn: Ein Jungk-Schuss aus 20 Metern (47.) und ein Knaller von Özkaya aus kurzer Distanz, der eine Jungk-Rückgabe über das Tor jagte (48.), ließen die Hammer unter den 350 Zuschauern anerkennend applaudieren. Und auch eine gefällige Kombination zwischen Faysel Khmiri und dem kurz zuvor für Seyit Ersoy eingewechselten Emre Demir, dessen Abschluss allerdings zu harmlos geriet (56.), ließen die Fans hoffen.

Als die Unparteiischen acht Minuten später ein klares Handspiel von Jens Roßmöller übersahen und sich dafür den heftigen Unmut der Gastgeber ausgesetzt sahen (Barjaktarevic: „Solche Dinge machen den Fußball kaputt.“), war es allerdings wieder vorbei mit der kurzen Drangphase der Hammer – und mit der Konzentration. Denn nur fünf Minuten später nutzten die Gäste eine Behandlungspause für Jungk an der Außenbahn. Die dadurch entstandene Unordnung in der HSV-Defensive ermöglichte Niklas Hilgemann, den Treffer zum 0:1 an Lenz vorbei zu erzielen (69.). „In der zweiten Halbzeit haben wir besser gespielt“, sagte Barjaktarevic. „Aber beim ersten Tor kann der Gegner mit einem einfachen Pass zum Abschluss kommen.“

Danach war die Partie im Grunde bereits entschieden. Denn während Stadtlohn nun seine Defensive noch weiter verdichtete, fiel den Hammern analog dazu noch weniger ein. Brechstange und hohe Flanken waren erwartungsgemäß das falsche Mittel gegen die hoch aufgeschossene SuS-Abwehr, in den Strafraum kombinieren gelang ebenfalls nicht. Auf der anderen Seite hätte Hilgemann die Partie frühzeitig entscheiden müssen, als er stattdessen den auf der Linie stehenden Niklas Rieker anschoss (76.). In der Nachspielzeit traf dafür der kurz zuvor eingewechselte Michael Roßmöller zum 0:2-Endstand (90.+5). - güna

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