Nach 2:0-Führung: HSV verliert 3:4 gegen Zweckel

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Früher Fall: Schon in der 9. Minute wurde Michael Oscislawski von den Beinen geholt,den Elfmeter verwandelte Jochen Höfler zum 1:0 . Zum Sieg reichte es für die HSV im Heimspiel gegen Zweckel trotzdem nicht.

HAMM - Am Ende schien es, als hätte Goran Barjaktarevic doch noch ein paar positive Worte für seine frustrierten Schützlinge übrig. „Wir haben eben eine besondere Mannschaft“, sagte der Trainer der Hammer SpVg nach der 3:4 (3:2)-Niederlage im Heimspiel der Fußball-Oberliga gegen den SV Zweckel.

Doch es war kein Lob, sondern nur noch beißende Ironie, die der Coach nach der Partie für sein Team übrig hatte. Mit 2:0 und 3:1 hatte die HSV scheinbar vorentscheidend geführt, zum ersehnten Sieg hatte es nach 90 überaus unterhaltsamen Minuten trotzdem nicht gereicht. Denn im Gefühl des Zwei-Tore-Vorsprungs war bei den Gastgebern all das verloren gegangen, was nötig ist, um einen Dreier einzufahren: die entsprechende Körpersprache, Wille, Laufbereitschaft, Aggressivität in den Zweikämpfen und am Ende auch der Glaube an die eigene Stärke. „Entscheidend war, dass Zweckel hier mit Leidenschaft agiert hat. Während sich bei meinen Akteuren nach den beiden Führungen die Selbstverständlichkeit breit machte, sie seien Weltklassespieler. Da wurde dann Hacke, Spitze, eins, zwei, drei gespielt und der Aufwand um 80 Prozent runtergefahren“, schimpfte der Coach.

Dabei hatte die Begegnung eigentlich wunschgemäß für die Platzherren angefangen. Bereits nach elf Minuten lag die HSV mit 2:0 in Führung – ein Auftakt, wie er besser nicht sein konnte. In der neunten Minute hatte Schiedsrichter Tim Neubauer das erste Mal auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Vorausgegangen war ein Foul von Daniel Bertram an Michael Oscislawski – den Strafstoß verwandelte Jochen Höfler gewohnt sicher zum 1:0 (9.). Zwei Minuten später lag der Ball erneut im Netz der Gäste. Nach einem eklatanten Fehler von Hakan Gökdemir hatte Daniel Schaffer keine Probleme, das Leder zum 2:0 im leeren Tor des SV Zweckel unterzubringen (11.). „Trotzdem hatte ich sowohl nach diesem Rückstand als auch später nach dem 1:3 immer das Gefühl, dass wir die Partie drehen können. Denn spielerisch waren wir im Vorteil“, sagte SV-Trainer Günter Appelt nach dem Abpfiff.

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Fußball Oberliga: HSV vergibt 2:0 und verliert 3:4 gegen Zweckel

Zum ersten Mal wurde der Coach mit seiner Vermutung in der 16. Minute bestätigt. Sebastian Krug riss Can Ucar nach einer Ecke am eigenen Fünf-Meter-Raum um, den fälligen Elfmeter nutzte Bertram zum 2:1-Anschlusstreffer. Als dann Albert Alex nach einer Ecke von Marko Martinovic per Kopf zum 3:1 (37.) den alten Abstand wieder herstellte, wähnten sich die Platzherren erneut auf der sicheren Seite. Doch als dann Tim Helwig im Kampf um den Ball mit Dennis Jungk zu Fall kam und der Unparteiische zum dritten Mal auf den Punkte zeigte, brachte Bertram den SV Zweckel mit seinem Treffer zum 3:2 unmittelbar vor dem Pausenpfiff ins Spiel zurück (45.+1).

Nach dem Wechsel war dann von der HSV, die auf ein 4-3-3-System umgestellt hatte, um zwei Ketten vor der Abwehr zu haben, kaum noch etwas zu sehen. Die Gäste bestimmten das Geschehen, unterstrichen durch ihren großen Einsatzwillen immer wieder, dass sie unbedingt die drei Zähler mitnehmen wollten. Verdientermaßen gelang ihnen in der 65. Minute durch Jonas Schmidt der 3:3-Ausgleichstreffer. Bezeichnend für den Hammer Auftritt war dann die Szene in der 78. Minute, die die Partie entschied. Dursun Akdag und Luc Ndjock hatten sich im Mittelfeld gegenseitig über den Haufen gerannt. Nutznießer war Schmidt, der den aufgrückten Aldin Klajic bediente, der das 3:4 markierte (78.) und bei den Hammern für blankes Entsetzen sorgte. „Wenn man 3:1 führt, dann geht es nicht um Qualität, sondern um den Willen. So einen Vorsprung muss man einfach nach Hause bringen“, zeigte sich Barjaktarevic fassungslos. Angst abzusteigen, hat er dennoch nicht: „Aber nicht, weil wir so gut sind. Sondern weil die anderen Mannschaften auch nicht in der Lage sind, Berge zu versetzen.“

Zu allem Überfluss zog sich Michael Kaminski noch einen Sehnenabriss am kleinen Finger zu und droht länger auszufallen. - –pad–

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