Keine 100 Prozent: Rhynern verliert 0:3 gegen RW Ahlen

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Auch Neuzugang Christoph Debowiak setzte im Mittelfeld kaum Akzente.

AHLEN - Als Marco Antwerpen, Trainer von RW Ahlen, am Sonntagnachmittag den Vip-Raum des Wersestadions betrat, wurde er von den Fans der Rot Weissen nach dem verdienten 3:0 (1:0)-Sieg im Oberliga-Heimspiel mit lautem Beifall empfangen.

Holger Winkelmann, der Leiter der Pressekonferenz bei Ahlener Heimspielen, hatte derweil ein wenig Mitleid mit dem frustriert neben ihm sitzenden Björn Mehnert und meinte, dass der SV Westfalia Rhynern auch ein gutes Spiel abgeliefert und der Gästecoach auch ein wenig Applaus verdient habe. Doch davon wollte der Ex-Profi überhaupt nichts wissen: „Die Niederlage war absolut verdient, egal, ob sie ein oder zwei Tore zu hoch ausgefallen ist.“

Einen Vorwurf wollte er aber merkwürdigerweise seinen Spielern nicht machen, sondern übernahm selbst die volle Verantwortung für den schwachen und zeitweise emotionslosen Auftritt seiner Schützlinge. „Die Pleite geht auf meine Kappe“, meinte Mehnert. „Ich habe die Aufstellung gemacht, werde nun die Konsequenzen aus meinem Handeln ziehen.“ Was dies zu bedeuten hatte, ließ er während der Pressekonferenz noch im Dunkeln, erklärte erst später auf Nachfrage, welche Änderungen er vornehmen will. „Man sieht, wie eng es in der Oberliga zugeht, wie eng das Niveau beieinander ist und wie eng es in den Spielen zur Sache geht. Da kann man nur bestehen, wenn man die 100-prozentige Fitness vorweisen kann. Die, die gespielt haben, hatten sich alle fit gemeldet. Aber man hat gesehen, dass nicht alle bei 100 Prozent waren. Ich werde das in Zukunft genau beobachten“, sagte Mehnert. Er wollte keine Namen nennen, erinnerte aber daran, dass am Dienstag im Pokalspiel bei TuS Germania Lohauserholz einige Stammspieler aufgrund kleinerer Wehwehchen pausiert und sich dann für die Aufgabe in der Meisterschaft wieder einsatzbereit gezeigt hatten.

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So hatten die Ahlener über die ganzen 90 Minuten gesehen leichtes Spiel, die drei Punkte zu behalten. Bereits nach zwölf Minuten waren sie mit 1:0 in Führung gegangen. Der sonst so zuverlässige David Schmidt hatte den Ball leichtfertig verloren, Daniel Schaffer blitzschnell reagiert und sein Team in Front geschossen. „Da haben wir uns schon früh belohnt“, meinte der Offensivspieler, der im Sommer von der Hammer SpVg zu RWA gekommen war und seinen Wechsel bislang noch keine Sekunde bereut hat: „Die Infrastruktur, die Fans, das Umfeld, das Stadion, die Leute – das ist alles super. Ich fühle mich hier richtig wohl.“

Wohl fühlten sich auch die Ahlener in der Partie gegen Rhynern. Denn die Gäste, die lediglich durch einen Schuss von Lennard Kleine (5.) für einen Hauch von Gefahr sorgten, zeigten zu wenig Präsenz auf dem Platz, hatten zu wenig Tempo, keine Ballsicherheit und auch keine Überraschungsmomente in ihrem Spiel. „Ahlen hat ordentlich Qualität. RWA war uns spielerisch klar überlegen. Da muss von uns einfach mehr kommen“, ärgerte sich Kleine später. Und Mannschaftskapitän Dustin Wurst fügte hinzu: „Das war eine verdiente Niederlage. Wir kamen immer einen Schritt zu spät, haben uns zudem zu viele individuelle Fehler erlaubt.“

So wie in der Schlussphase. Nachdem die Rhyneraner in der 62. Minte das System umgestellt, besser in die Partie gefunden hatten und durch Philipp Hanke zu einer zweiten Chance (72.) gekommen waren, sorgte der nur wenige Sekunden zuvor eingewechselte Aygün Yildirim mit dem 2:0 für die endgültige Entscheidung (84.). Als Wurst zwei Minuten später Yildirim von den Beinen geholt und Schiedsrichter Oliver Topp zurecht auf den Elfmeterpunkt gezeigt hatte, sorgte Damir Ivancicevic mit dem 3:0 für den Schlusspunkt (86.). „Wir wissen, was wir können. Aber wenn nicht jeder 100 Prozent gibt, holen wir in keinem Spiel einen Punkt“, schimpfte ein verärgerter Wurst. - –pad–

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