Rhynern gelingt in Hüls der Befreiungsschlag

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Felix Krellmann (rechts) zeigte eine starke Partie.

MARL - Das Warten hat ein Ende: Nach fast fünf Monaten und zehn Pflichtspielen feierten die Oberliga-Fußballer des SV Westfalia Rhynern wieder einen Sieg. Der 3:1 (1:0)-Erfolg beim VfB Hüls war gleich doppelt wichtig, da er nicht nur drei Punkte brachte, sondern auch Hüls auf Distanz hielt.

Während für den Drittletzten aus Marl der Abstiegskampf weitergeht, erklärte ihn Rhynerns Trainer Björn Mehnert in Anbetracht von elf Punkten Vorsprung auf den VfB für beendet: „Ich denke, wir sind aus dem Gröbsten raus.“

Mehnert hatte seinem Team eine Kontertaktik verordnet. Im 4-1-4-1-System spielte Felix Bechtold diesmal in der Innenverteidigung, Felix Krellmann – neu in der Start-Elf – gab die Solo-Sechs hinter einem Vierer-Mittelfeld, vor dem Sergej Petker als Adressat für lange Anspiele wirbelte. Der Plan ging auf. Schon in der Anfangsviertelstunde hatten die Gäste vor den Augen von Nationalspieler Julian Draxler, der auf der Tribüne des Badeweiher-Stadions saß, durch Petker (6.) und Matthieu Bengsch (16.) Chancen zur Führung. Die gelang Rhynern in der 21. Minute. Nach einem weiten Schlag von David Schmidt prallte Bengsch mit dem herausgeeilten Hülser U19-Torwart und Oberliga-Debütanten Pascal Schulz-Knop zusammen. Der Ball rollte zu Petker, der ihn zum verdienten 0:1 ins verwaiste Tor schoss.

Und Hüls? War nach vier Niederlagen in Folge die Verunsicherung anzumerken. Nach vorn klappte wenig gegen gut stehende Gäste. Und hinten hatte die Innenverteidigung große Probleme bei langen Bällen. „Wir haben erst nach 30, 35 Minuten mit dem Fußballspielen angefangen“, sagte Karsten Quante, Nachfolger des entlassenen Trainers Martin Schmidt. Zweimal kamen seine Spieler frei zum Schuss. Den ersten von Nicolai Striewe blockte Schmidt ab (43.), der zweite von Serdar Yigit rauschte gen Eckfahne (45.).

Quante reagierte auf die hilflosen Offensivbemühungen und stellte dem zum VfL Bochum wechselnden Mittelfeld-Freigeist Sinan Kurt Verstärkung in Person von Tayfun Cakiroglu an die Seite. Der VfB riss das Spiel an sich und kam bald zum Ausgleich. Krellmann, der seine Sache insgesamt sehr gut machte, rutschte aus, was Kurt den kleinen Vorsprung brachte, den er für seinen präzisen 23-m-Schuss ins lange Eck brauchte (1:1/56.). Nicht zum ersten Mal in der Rückrunde hatte Rhynern eine 1:0-Führung verspielt – und es sah nicht so aus, als würde es diesmal dabei bleiben. „Wir standen zu weit weg vom Gegner und haben nicht konsequent nach vorn verteidigt“, sagte Mehnert – und reagierte. Durch die Hereinnahme von Thorben Menne als zweiten Sechser korrigierte er die Defensivstatik, und vorn behauptete die neue Anspielstation Denis Rödel die Bälle, sodass der Rest des Teams kontrolliert nachrücken konnte. „Bei den Einwechslungen hatte Björn ein gutes Händchen“, meinte Quante. Rödel war es auch, der nach einem Pass von Tobias Urban den Ball zum 1:2 (72.) an Schulz-Knop vorbei ins Netz bugsierte und den geschockten Gastgebern so die Luft aus den Segeln nahm. Den Rest erledigte Bechtold, der einen Freistoß an der schlecht postierten Mauer vorbei zum 1:3-Endstand ins Netz (88.) beförderte. „Das tat gut“, sagte der 23-Jährige. Und meinte damit nicht nur seinen Treffer. - sst

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