Die nächste Pleite: HSV verliert 0:3 gegen Beckum

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Und wieder nichts: HSV-Angreifer Emre Demir schaut gar nicht hin, wie Beckums Torwart Christopher Sander ihm den Ball vom Fuß gefischt hat.

HAMM - Das Beschallungssystem auf der Haupttribüne der Evora Arena hatte am Sonntag ein paar Macken. Nachdem es zu Spielbeginn gut funktioniert hatte, gab es im Laufe der Partie immer mehr seinen Geist auf, so dass am Ende nur noch ein Krächzen zu hören und die Zuschauer lediglich bruchstückhaft die Durchsagen vernahmen.

Ähnlich hatte die Hammer SpVg im Heimspiel der Fußball-Oberliga gegen den SC Roland Beckum bei der verdienten 0:3 (0:0)-Niederlage agiert: wieder einmal reparaturbedürftig und störungsanfällig.

„Wenn man ständig Personal wechseln muss und manche Spieler auch während der Partie ihre Positionen ändern müssen, dann bekommt man durch diese Rotationen einfach keinen Spielfluss rein“, machte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic nach der Partie in der Pressekonferenz einmal mehr die Verletztenmisere und seinen kleinen Kader für die erneute Pleite verantwortlich, durch die die Hammer auf den drittletzten Tabellenplatz abgerutscht sind. Dennoch standen in der Mannschaft mehr als genug Regionalliga- und Oberliga- erfahrene Akteure, die aber teilweise nur unbeteiligte und auf Abstand bedachte Beobachter bei den Angriffen der klar überlegenenen Gäste waren. „Die Jungs haben sich bemüht und Gas gegeben, alles versucht. Ich habe auf dem Platz keinen gesehen, der nicht wollte“, meinte Barjaktarevic zwar später. Aber die Beckumer durften nach Belieben schalten und walten, hätten schon zur Pause klar führen müssen, wenn sie nicht so fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen wären oder wenn Manuel Lenz im HSV-Tor nicht so prächtig reagiert hätte. So kratzte der Hammer Keeper in der 8. Minute einen raffinierten Schrägschuss von Yakup Köse aus dem kurzen Eck und parierte per Fußabwehr auch gegen Semih Daglar, als dieser frei vor ihm auftauchte (23.). Die größte Möglichkeit hatte erneut Daglar, als er Lenz sogar schon umspielt hatte, Jens Grembowietz den Ball aber noch vor der Linie ins Toraus schlug (32.). Die HSV dagegen spielte sich nur einmal gefährlich vor das Gehäuse des SC Roland, doch im zweiten Versuch bekam Torwart Christopher Sander den Schuss von Emre Demir zu fassen (29.). „Wir wusste, dass der Gegner verunsichert ist und wenig Alternativen hat. Daher haben wir die HSV immer wieder in gewissen Situationen und in gewissen Bereichen des Spielfeldes unter Druck gesetzt“, sagte Beckums Trainer Ismail Atalan, der sich nach der Partie sogar darüber ärgerte, dass die ersten beiden Treffer nicht aus dem Spiel heraus gefallen waren. „Wir haben in der ersten Halbzeit schon mehr Druck gemacht. Bitter für mich, dass wir unsere Tore durch Elfmeter machen.“

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Fußball Oberliga: Hammer SpVg - Roland Beckum 0:3

64 Minuten waren gespielt, als Demir im Zweikampf mit Nils Hönicke ungeschickt zu Werke ging und seinen früheren Mannschaftskollegen von den Beinen holte. Nach kurzer Rücksprache mit seinem Assistenten entschied Schiedsrichter Lennart Brüggemann auf Strafstoß, den Joseph Laumann zum 0:1 verwandelte. Vier Minuten später war es Sefa Arslan, dem ein folgenschweres Missgeschick unterlief, als er den Ball nach einem Freistoß nicht mit dem Kopf, sondern mit der Hand berührte. Erneut trat Laumann zum Elfmeter an und traf zum 0:2 (68.). Anschließend verließen die ersten der 430 Zuschauer die Evora Arena und bekamen nicht mehr mit, wie erst Serafattin Sarisoy mit einem direkten Freistoß den Pfosten traf (76.) und Daglar in der 90. Minute zum 0:3-Endstand traf. „Wir waren agiler in den Zweikämpfen und haben mehr investiert. Das war ein verdienter Sieg“, bilanzierte Atalan.

Großer Frust herrschte dagegen einmal mehr bei Barjaktarevic, der mit seinem Team bereits die dritte Zu-Null-Niederlage in Folge kassierte. Für einen Sieg waren die Hammer am Sonntag aber auch überhaupt nicht in Frage gekommen, denn ihr Spiel war einmal mehr überaus lust- und leblos, blutleer, ohne inspirierende Ideen und Überraschungsmomente – auch wenn der Coach durchaus positive Elemente gesehen haben wollte. „Ansatzweise konnte man erkennen – wenn man es erkennen will –, dass wir direktes Passspiel mit zwei Ballkontakten durchgeführt haben. Wenn man es nicht erkennen will, kann man es auch nicht sehen“, sagte der erfolglose Trainer: „Aber das ist eben wenig. Zu wenig, um ein Spiel zuhause zu dominieren und zu gewinnen.“ - –pad–

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