Fußball-Oberliga: Hammer SpVg reist nach Ahlen

Das sagen die Grodowski-Brüder vor dem Familienduell

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Joel Grodowski (links) trifft mit der Hammer SpVg am Sonntag auf seinen Bruder Philipp.

Ein wenig seltsam fühlt es sich schon an, das kann und will Joel Grodowski nicht leugnen. Der Neuzugang der Hammer SpVg trifft mit seinem neuen Klub am Sonntag (15 Uhr, Wersestadion) zum Start der Fußball-Oberliga auf RW Ahlen. Bei den Münsterländern spielt sein Bruder Philipp.

Hamm - „Ein komisches, aber auch ein geiles Gefühl“, sagt der 20-jährige Joel Grodowski. Nervosität macht sich vor diesem ungewöhnlichen Duell bei beiden nicht breit. „Es ist mehr Freude, mal gegeneinander zu spielen“, versichert Philipp, der zu Beginn der vergangenen Spielzeit vom gemeinsamen Heimatverein PSV Bork nach Ahlen gewechselt ist, wo er 2017/18 25 Oberliga-Partien absolvierte. 

„Am liebsten wäre mir aber, wenn wir in einer noch höheren Liga aufeinander träfen“, ergänzt Philipp. Und Joel, der im Gegensatz zu seinem älteren Bruder noch bei den Eltern wohnt, meint: „Es ist mal etwas Neues, dass wir nicht zusammen zocken.“

Eltern auf der Tribüne im Zwiespalt

Für die Familie und die Freunde, die auf der Tribüne Platz nehmen werden, dürfte der Anblick gewöhnungsbedürftig werden. „Natürlich werden auch unsere Eltern da sein“, betont Joel – und weiß um die Zwickmühle, in der Vater und Mutter stecken werden: „Wenn ein Tor fällt, können sie sich eigentlich gar nicht richtig freuen.“ Darum haben sich die Grodowskis darauf verständigt, dass das Ergebnis für den Familienfrieden nicht von Belang sein soll. „Unsere Eltern haben gesagt, Hauptsache, wir bleiben verletzungsfrei und kriegen uns nicht an die Köpfe“, sagt Joel.

Denn wenn beide Brüder von ihren jeweiligen Trainern für die Startaufstellung nominiert werden, ist es alles andere als unwahrscheinlich, dass die beiden sich auf dem Rasen häufig über den Weg laufen. Joel schickt sich an, als Quasi-Nachfolger des zum Regionalligisten SC Wiedenbrück gewechselten David Loheider die neue Speerspitze im Hammer Angriffszentrum zu werden. 

Philipp hingegen ist defensiv orientiert, wurde in der Vorbereitung zumeist in der Innenverteidigung eingesetzt. Zweikämpfe mit dem eigenen Bruder wären also nicht nur möglich, sondern geradezu unvermeidlich. „In den 90 Minuten blenden wir das aus, da sind wir Gegner. Nach dem Abpfiff kommt wieder die Familie“, unterstreicht Philipp, und Joel pflichtet ihm bei„Nach dem Spiel wird alles vergessen sein, was währenddessen passieren könnte.“

Wer ist der Bessere? Brüder geben sich diplomatisch

Um die Frage, wer von ihnen der Bessere ist, machen sie gern einen Bogen und geben sich diplomatisch. „Er spielt ja eine ganz andere Position als ich und hat andere Qualitäten“, meint Joel: „Wir würden beide immer sagen, dass der Andere besser ist. Wir sind von der Klasse des Anderen überzeugt.“ Philipp stimmt zu: „Aufgrund unserer unterschiedlichen Positionen ist das Ansichtssache.“

Für Joel, der zu Kreisliga-Zeiten in Bork eine sagenhafte Ausbeute von 53 Treffern in 30 Begegnungen hatte und damit sogar das Interesse von Borussia Dortmunds U 23 auf sich zog, ist das Gastspiel an der Werse die erste Gelegenheit seit seiner Rückkehr vom englischen Drittligisten Bradford City, in einer höheren deutschen Klasse seine Torgefahr nachzuweisen. 

„Für mich zählt keine Torquote. Ich nehme es wie es kommt“, sagt er, hofft aber natürlich auf einen erfolgreihen Start gegen einen Kontrahenten, der sich vermutlich auf Augenhöhe mit der HSV bewegt. „Beide Mannschaften haben sich in der Sommerpause gut verstärkt“, sagt der Grodowski aus Ahlen. „Das wird ein Spiel, das man sich gut angucken kann. Der Bessere soll gewinnen.“ Die bessere Mannschaft – und der an diesem Tag bessere der beiden Brüder.

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