HSV siegt in Unterzahl 3:1

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Endlich wieder jubeln: Die Hammer SpVg beendete in Herne ihre lange Durststrecke ohne Sieg.

HERNE - Als Goran Barjaktarevic heute Abend wieder zuhause in Hamm in seiner Wohnung war, führte ihn sein erster Weg ins Badezimmer. Nach dem Remis in Rheine am Vorsonntag (1:1) hatte er sich nämlich vorgenommen, sich erst dann wieder zu rasieren, wenn seine Mannschaft drei Punkte einfährt.

„Ich bin natürlich froh, dass das so schnell ging und ich mit dem Bartstutzen nicht länger warten musste“, sagte der Trainer der Hammer SpVg nach dem – trotz einer fast 60-minütigen Unterzahl nach einer Roten Karte gegen Michael Kaminski – verdienten 3:1 (1:1)-Sieg im Auswärtsspiel der Fußball-Oberliga beim SC Westfalia Herne.

Die Taktik der Hammer SpVg war heute komplett auf den pfeilschnellen Jochen Höfler zugeschnitten. „Ich mache das eigentlich nicht gerne, die Spielweise nur auf einen Mann auszurichten. Aber das war am besten so“, erklärte der HSV-Coach später. Gegen die junge, schnelle und immer wieder rotierende Mannschaft der Gastgeber wollte Barjaktarevic aber, dass seine Abwehr tief und kompakt steht – und dann mit Kontern gegen eine noch nicht wieder gut geordnete Defensive der Herner über Höfler zum Erfolg kommen. Und dieses System ging bereits nach 14 Minuten prächtig auf. Über die Stationen Daniel Schaffer und Emre Demir wurde Höfler steil geschickt – und der Hammer Toptorjäger ließ sich nicht lange bitten, verwandelte zum frühen 1:0.

Doch die kalte Dusche folgte nach 32 Minuten. Michael Kaminski hatte auf der linken Abwehrseite den Ball verloren und anschließend versucht, seinen Fehler wieder gut zu machen. Dabei ging er aber etwas zu energisch zu Werke, zupfte Daniel Eisenkopf erst am Trikot und grätschte den Herner dann um. Die logische Folge war die Rote Karte von Schiedsrichter Dimitrios Gavrilas. „Der Platzverweis ging völlig in Ordnung. Das war meine eigene Dummheit“, sagte Kaminski nach dem Abpfiff. Herne nutzte das numerische Übergewicht nur sieben Minuten später zum 1:1 aus, als sich Yüksel Terzicik über die linke Seite durchgesetzt und in die Mitte gepasst hatte, wo Onur Özbicerler zum Ausgleich einschob.

Doch nach dem Wechsel kam die HSV-Taktik ein zweites Mal erfolreich zum Tragen. Dieses Mal bereitete Dursun Akdag mit einem Steilpass vor, und erneut war es Höfler, der zum 2:1 verwandelte (52.). Was folgte, waren wütende, aber völlig planlose und ungefährliche Angriffsversuche der Westfalia, die zu keiner Phase die HSV-Defensive vor Probleme stellte. So hatte die HSV überhaupt keine Mühe, den Vorsprung zu verwalten und in der 90. Minute für die Entscheidung zu sorgen – erneut nach einem langen Pass. Da aber Höfler aufgrund seiner Probleme am linken Oberschenkel bereits ausgewechselt war, nutzte dieses Mal Schaffer seine Schnelligkeit aus und traf zum 3:1.

Damit bescherte er der HSV den ersten Sieg seit dem 23. Februar, seinem Trainer eine angenehme Glätte im Gesicht – und Hernes Coach Hans Bruch die Entlassung. Denn nach der Pressekonferenz wurde der Coach der abstiegsgefährdeten Westfalia auf eine überaus stillose Weise vom Herner Vorstand noch in der Vereinskneipe beurlaubt. - –pad–

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