Nach vier torlosen Niederlagen

Durchpusten: Hammer SpVg gewinnt gegen Bielefeld II

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BIELEFELD - So gelöst war die Stimmung auf der HSV-Bank lange nicht mehr gewesen. Während die Ersatzspieler von Arminia Bielefeld II wie erstarrt auf den Rasen des Stadions Rußheide starrten, war die Laune 20 Meter daneben glänzend. Dort scherzten die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg, klatschten sich ab – und feierten kurz darauf ihren 3:0 (1:0)-Auswärtssieg.

Es war der erste Erfolg nach bleiernen Wochen mit vier torlosen Niederlagen und dem Sturz in den Tabellenkeller. Dass der Sieg bei der bis dahin punktgleichen Bielefelder U 23 in der Höhe schmeichelhaft war, war den Hammern herzlich egal. „Wir haben mit Können und Glück gewonnen. Schön, wenn man ein bisschen durchpusten kann. Aber die Aufstiegsfeier werden wir jetzt nicht planen“, sagte HSV-Trainer Goran Barjaktarevic lakonisch. Daniel Scherning, sichtlich frustrierter Trainer der Gastgeber, sprach von einem „verdienten Sieg“.

Der hatte seine Ursprung in der Anfangsphase der Partie. Zwei Rückkehrer bereiteten die Führung der Gäste vor: Mesut Özkaya spielte in den Lauf des zuletzt schmerzlich vermissten Torjägers Jochen Höfler. Dessen Schuss lenkte Arminia-Torwart Christopher Balkenhoff zwar ab – allerdings vor die Füße von Serafettin Sarisoy, der sich nicht zweimal bitten ließ und sein erstes Liga-Tor im HSV-Trikot markierte (10.). Hamm blieb gefährlich. Semih Yigit zwang Leon Rinke fast zu einem Eigentor (16.). Nach der folgenden Ecke köpfte Ferhat Cerci freistehend vorbei. Später scheiterte Höfler an Balkenhoff (30.).

Es war das vorerst letzte Mal, dass Bielefelds Schlussmann im Mittelpunkt des Geschehens stand. Es begann die Zeit von Hamms Keeper Manuel Lenz. Die jungen Bielefelder trugen ihre Angriffe jetzt zielstrebiger vor. „Du darfst die nicht kombinieren lassen, denn dann hast du ein Problem“, sagte Höfler. Das hatte die HSV. Mehrfach. Lenz rettete den Gästen mit Paraden gegen Khalil Kleit (36.) und Stefan Langemann (39.) die Halbzeit-Führung. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff entschärfte er eine Chance von Max Wilschrey. Cihan Bolats Nachschuss klärte Jens Grembowietz, dessen Einsatz wegen Adduktorenproblemen fraglich gewesen war, auf der Linie (51.). Noch häufiger kamen die Gastgeber in der Folge in den Strafraum der HSV – am aussichtsreichsten Wilschrey (54.), Bolat (58.) und Christian Will (70.). Dazwischen hatte Seyit Ersoy nach Pass von Damir Kurtovic ein Lebenszeichen der nun tief stehenden HSV gesendet (68.). Es blieb jedoch beim 0:1.

„Körpersprache, Einsatz und Mentalität haben heute gestimmt, auch wenn Mitte der zweiten Halbzeit der eine oder andere Schwierigkeiten mit der Luft hatte“, sagte Barjaktarevic. Bevor die Partie noch spannender wurde, als ihm lieb war, schlug Höfler zu. Nach Zuspiel von Emre Demir lupfte er den Ball über Balkenhoff hinweg zum 0:2 ins Netz (81.). Als nur vier Minuten später auch Faysel Khmiri nach schöner Vorarbeit von Youngster Jannik Prinz und Sarisoy seinen ersten Oberliga-Treffer für Hamm erzielte, war die Partie gelaufen. Kurze Zeit später war der höchste Saisonerfolgperfekt. - sst

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