HSV erzielt höchsten Saisonsieg gegen Bielefeld II

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Gut gemacht, Junge: Mesut Özkaya (rechts) gratuliert HSV-Stürmer Jöchen Höfler zum Hattrick.

HAMM - Das U 23-Team von Arminia Bielefeld darf gern häufiger kommen: Nach ihrem 3:0-Auswärtserfolg im Hinspiel legten die Oberliga-Fußballer der Hammer SpVg vor eigenem Publikum ein 5:1 (3:0) gegen die Ostwestfalen nach. Der gefeierte Mann war Jochen Höfler, der die Gastgeber mit einem Hattrick in der ersten Halbzeit fast im Alleingang zum Sieg schoss. Es war der höchste für die HSV in dieser Spielzeit.

Dass der Erfolg nach einer offenen Partie mit spielerischen Vorteilen für die technisch starken Bielefelder zu hoch war, gab auch HSV-Trainer Oliver Gottwald in der ersten Liga-Partie nach Bekanntgabe seiner Vertragsverlängerung gern zu: „Die Bielefelder waren ganz sicher nicht vier Tore schlechter, aber wir nehmen das Resultat gern mit. Das gibt und Kraft und Motivation für die letzten Spiele der Saison.“

Gottwald hatte seinen Worten Taten folgen lassen und seinen Kader zu Gunsten der vom Abstieg bedrohten Landesliga-Reserve ausgedünnt. Serafettin Sarisoy, Damir Kurtovic, Jannik Prinz, Cleitson dos Santos Tavares und Torwart Dominik Sobanski hatte er abgegeben. Dafür saßen in der Oberliga drei A-Junioren sowie Benjamin Doll auf der Bank. Der Mann vom Marketing hatte zuletzt in der Saison 2005/06 für das erste HSV-Team gespielt. „Wir spielen heute volle Kapelle“, scherzte Gottwald vor dem Anpfiff mit Blick auf den Aufstellungsbogen.

Seine Stimmung wurde danach nicht schlechter. Ganz im Gegenteil: Jochen Höfler eroberte in der zweiten Minute den Ball und schoss ihn flach zum 1:0 ins Netz. „Das frühe Tor war sicher nicht zu unserem Nachteil“, sagte der noch 33-Jährige und lächelte breit. Gemeinsam mit Danny Radke, Roman Maciejak und Emre Demir ging er bei gegnerischem Ballbesitz schon früh drauf. Das behagte den jungen Gästen, denen in der Defensive Konzentrationsfehler unterliefen, als hätten sie am Vortag die Zweitliga-Rückkehr der Ersten mitgefeiert, gar nicht.

Doch auch bei der HSV lief vor nur 220 Zuschauern nicht alles perfekt. Faysel Khmiri zog sich eine Muskelverletzung im rechten Oberschenkel zu und humpelte in der 13. Minute vom Feld. Für ihn kam Junioren-Akteur Hasan Keskin, der bereits eine Partie in der A-Jugend in den Knochen hatte und später wegen Krämpfen ausgewechselt wurde. Zwei heikle Situationen hatten die Gastgeber zu überstehen. Zunächst rasierte Leon Rinke mit den Haarspitzen an einer Flanke vorbei (13.), danach war es Bielefelds Torjäger Cihan Bolat, der nach einem weiten Ball unbedrängt zum Schuss kam, aber nicht voll traf (26.).

Es folgten die spielentscheidenden sechs Minuten. Höfler traf per Foulelfmeter zum 2:0 (30.), nachdem ihn David Gügör zu Fall gebracht hatte. Davon hatten sich die Arminen noch nicht erholt, als Höfler zu seinem Meisterstück ansetzte. Gut 30 Meter vor dem Tor nahm er den Ball mit der Brust an und schoss ihn über Arminen-Keeper Balkenhoff in den Torwinkel – Hattrick (36.). „Ich habe vorher gesehen, dass er öfter mal vor dem Tor gestanden hat. Da habe ich es versucht“, sagte Höfler zum 3:0, dem Michael Kaminski in der Nachspielzeit fast noch das 4:0 hätte folgen lassen. „Wir haben uns zu viele individuelle Fehler in der Defensive geleistet. Die hat Hamm überragend ausgenutzt“, sagte Gäste-Trainer Daniel Scherning.

Aufgegeben hatten sich seine Spieler trotz des klaren Rückstandes aber nicht. Nach der Pause kombinierten sie sich einige Male in die Nähe des HSV-Tores, doch was Khalil Kleit mit seinen Schüssen nicht schaffte, gelang Almir Kusumovic: Er bezwang Hamms Torhüter Manuel Lenz per Aufsetzer zum 3:1 (66.). Nur eine Minute später hatte der Torschütze den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Schiedsrichter Florian Greger entschied auf Abseits. In dieser Phase hätte die Partie kippen können. Kaminski rettete vor Kleit (75.), der kurz drauf daneben schoss (76.). Kusumovic scheiterte zweimal an Lenz (78.), dazwischen blockte Niklas Rieker einen Schuss von Bolat ab.

Tore fielen jedoch nur noch auf der Gegenseite. Nach Kaminskis Balleroberung im Mittelkreis legte Höfler das Leder reaktionsschnell in den Lauf von Radke, der sein Solo mit dem 4:1 abschloss (88.). Zwei Minuten später zirkelte er einen Freistoß ans Lattenkreuz, den Abpraller schoss Maciejak zum 5:1-Endstand ins leere Tor.

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