Fußball-Oberliga

Wie die Hammer SpVg Spitzenreiter Schalke II ärgern will

+
Muskuläre Probleme: Auf Manuel Dieckmann (rechts) muss die Hammer SpVg am Sonntag verzichten.

Es gibt leichtere Aufgaben für ein Team, das zuletzt immer weiter Richtung Abstiegskampf der Fußball-Oberliga gerutscht ist. Doch genau darin sieht die Hammer SpVg am Sonntag (15 Uhr, 24-nexx-Arena) im Heimauftritt gegen Spitzenreiter Schalke 04 II ihre Chance.

Hamm – Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. René Lewejohann, Trainer der Hammer SpVg, hat seine Mannschaft zuletzt häufig für die aus seiner Sicht guten fußballerischen Ansätze gelobt, die er als Stärke seiner Elf einschätzt. Gegen die königsblaue U 23 aber, die am Sonntag in Hamm gastiert, stellt er andere Dinge in den Mittelpunkt als die feine Klinge. „Wir werden versuchen, Schalke weh zu tun“, verspricht der 35-Jährige: „Da gehen wir ein Stück weit von unserer Philosophie ab, auch wenn ich davon eigentlich kein Freund bin. Wir werden probieren, dreckig zu spielen.“

Der vermeintlichen Überlegenheit der Gäste will die HSV, die auf Manuel Dieckmann (muskuläre Probleme) und Volkan Ekici (Aufbau nach Wadenverletzung) verzichten muss, Kampfkraft entgegen setzen. Darum war die Zweikampfführung in dieser Woche ein Trainingsschwerpunkt im Hammer Osten. Ganz verloren gehen soll die Qualität im eigenen Ballbesitz aber nicht, geht es nach Lewejohann. „Unter dem Beackern der Schalker soll unser Spielwitz nicht leiden“, stellt er klar, weiß aber: „Über das Fußballerische allein kommst du in unserer Situation nicht weiter.“

Lewejohann will für eine Überraschung sorgen

Denn auch dem gebürtigen Herner, der eigentlich öffentlich nicht besonders gern über die Tabelle spricht, ist klar: Nach den jüngsten Resultaten, gipfelnd im 2:4 beim SC Paderborn II nach eigener 2:0-Führung, ist der Druck auf die HSV im Abstiegskampf nicht unbedingt kleiner geworden. Woraus Lewejohann aber positive Energie ziehen will: „Wenn nicht jetzt, wann dann wollen wir für eine Überraschung sorgen?“, fragt der Hammer Trainer. 

Die Lücke, die zwischen seinem Team und den Gelsenkirchenern klafft, könnte kaum größer sein. Schalke II ist seiner Favoritenrolle im bisherigen Saisonverlauf gerecht geworden, hat bei einer absolvierten Partie mehr 13 Punkte Vorsprung auf den TuS Haltern auf Rang zwei. Die HSV hingegen hat nur noch ein kleines Polster von drei Zählern auf den ersten Abstiegsplatz, den derzeit der 1. FC Gievenbeck belegt – mit einem Spiel weniger als die Hammer. „Natürlich hat es seinen Reiz, wenn das Maß aller Dinge zu Gast ist“, sagt Lewejohann.

Fußball, Oberliga, Hammer SpVg – FC Gütersloh

Freundschaft zu Schalke ruht beim HSV-Trainer für 90 Minuten

Der Reiz besteht für ihn allerdings nicht in seiner engen Verbundenheit zu S04, das er in dieser Woche als seinen „Herzensklub“ bezeichnet hat. Er selbst hat auf Schalke mehrere Jahre als Spieler verbracht und kickt noch immer in der Traditionsmannschaft der Knappen. „Es ist natürlich schön, weil ich am Sonntag viele Gesichter sehe, mit denen ich auch über den Fußball hinaus zu tun habe“, betont Lewejohann zwar. „Aber ich bin jetzt Angestellter der Hammer SpVg. Da wird die Freundschaft für 90 Minuten ruhen.“ Unter dem Strich, beteuert er, sei diese Partie für ihn jedoch eine wie jede andere.

Derweil laufen die Gespräche über einen Verbleib von Lewejohann in Hamm. „Fakt ist, dass wir im ständigen Austausch sind“, teilt er mit. Bei seiner Verpflichtung Ende November hatte er sich zunächst nur bis zum Ende der laufenden Saison an den Klub gebunden. Einem Verbleib scheint er aber nicht abgeneigt, auch wenn mit Ralf Schneider (FC Iserlohn) und Pascal Schmidt (RW Ahlen) zwei Leistungsträger den Verein am Ende der Spielzeit verlassen werden und auch Kapitän Marius Kröner (SV Lippstadt) vor dem Absprung steht (WA berichtete). 

„Es deutet alles auf einen Umbruch hin – mit einer ganz anderen Zielvorgabe als in den vergangenen Jahren. Das ist für mich als Trainer eine spannende Herausforderung“, so Lewejohann, der ungeachtet seiner ungeklärten persönlichen Situation am neuen Kader bastelt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare