Fußball-Oberliga

Wie die Hammer SpVg den Pokal-Krimi verkraftet hat

+
Seine Mannschaft ist körperlich arg belastet: Trainer Alexander Lüggert von der Hammer SpVg.

Trainer Alexander Lüggert kann es nicht leugnen. Der „Krimi“ im Westfalenpokal, den die Hammer SpVg am Mittwoch beim FC Bad Oeynhausen im Elfmeterschießen mit 7:6 für sich entschied, hat auch Auswirkungen auf die Fußball-Oberliga. Dort empfängt die HSV am Sonntag (15 Uhr) den SC Paderborn II.

Hamm - Der Ausflug nach Ostwestfalen „hat wirklich Kraft gekostet“, räumt Lüggert ein. Er stellte den Trainingsplan entsprechend um, setzte für Donnerstag eine regenerative Einheit an. Denn es waren nicht nur die 120 Minuten plus der Entscheidung vom Punkt, die die HSV-Delegation strapazierten, sondern auch die insgesamt über 200 Kilometer Fahrtstrecke. „Das Ganze war wahnsinnig lang“, unterstreicht Lüggert. Erst gegen Mitternacht waren Mannschaft und Stab wieder zurück in Hamm.

Ob diese Belastung sich am Sonntag gegen Paderborn nachteilig auswirkt, vermag der HSV-Coach schwer einzuschätzen. Wenn es schief geht, orakelt Lüggert, „glaube ich nicht, dass man es zu hundert Prozent darauf zurückführen kann. Dafür befinden wir uns im Amateurbereich, haben zu wenig Messgrößen, was so ein Spiel etwa im Vergleich zu zwei intensiven Trainingseinheiten ausmacht.“

Besetzung der Paderborner U23 völlig offen

Die vermeintlich schweren Beine des eigenen Teams sind also die eine Unbekannte, die Zusammensetzung der Paderborner eine andere. Denn wie bei allen U 23-Teams ist auch im Falle des SCP nicht auszuschließen, dass Akteure aus der ersten Mannschaft die Reservisten verstärken. Etwaige Bewegungen bei den Paderbornern haben die HSV-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen bereits beobachtet. Lüggert bilanziert: „Wir haben die Abstellungen, die sie bisher hatten, durchwachsen gesehen.“

Sollten die Gäste tatsächlich mit Ergänzungen „von oben“ in Hamm anreisen, wäre dies aus Lüggerts Sicht aber nicht zwingend negativ. „Es kann der eigenen Mannschaft auch einen Push geben, wenn du gegen Profis spielst“, glaubt er. Als Beispiel fällt ihm der 1:0-Erfolg in der vergangenen Saison gegen die Reserve von Schalke 04 ein, die damals den gerade von einer schweren Verletzung genesenen Schweizer Nationalstürmer Breel Embolo mit in den Hammer Osten gebracht hatte. 

Kisker und Bezhaev nach Platzverweisen gesperrt

Gegenbeispiel: In Paderborn hatte die HSV im November 2017 bei einer mit acht Drittliga-Spielern aufgerüsteten U 23, darunter der frühere BVB-Profi Marc-Andre Kruska, mit 2:3 verloren. Die inzwischen in die 2. Bundesliga aufgestiegenen SCP-Profis spielen allerdings am frühen Sonntagnachmittag teilweise parallel zur Oberliga-Begegnung beim 1. FC Köln. Ob Chefcoach Steffen Baumgart also tatsächlich jemanden abstellt, ist fraglich.

Lüggert jedenfalls wird seine Elf gegenüber Bad Oeynhausen auf mindestens zwei Positionen ändern müssen, weil Nils Kisker und Alan Bezhaev nach ihren Platzverweisen gesperrt sind. Kisker, der nach langer Rekonvaleszenz für Sonntag aber tendenziell ohnehin kein Startelf-Kandidat war, muss wegen seiner Ampelkarte nur einmal aussetzen, Bezhaev nach seinem groben Foulspiel vier Mal. 

Als Alternativen für ihn stehen die defensiven Lösungen Felix Frank und Dennis Klossek sowie Volkan Ekici als offensive Ergänzung zum gesetzten Ralf Schneider bereit. „Im Zentrum haben wir ein bisschen Spielraum“, macht Lüggert deutlich. Fraglich ist der Einsatz des kränkelnden Marius Kröner.

Fußball Oberliga: Hammer SpVg - Westfalia Herne 1:0

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare