Gefühlter Sieg: HSV und Rheine trennen sich 1:1

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HSV-Jubel nach dem Ausgleichstreffer: Sebastian Krug (links) herzt den Torschützen Michael Kaminski.

RHEINE - Wieder nicht gewonnen – so wie immer seit dem 23. Februar, dem Tag des letzten Sieges der Hammer SpVg in der Fußball-Oberliga. Doch diesmal war die Stimmung anders als in den vergangenen zehn Wochen sonntags um 16.50 Uhr.

Die HSV hatte sich beim starken Aufsteiger FC Eintracht Rheine ein 1:1 (0:0) erkämpft – nach einem Rückstand, mit einer disziplinierten Leistung und mit einer Rarität: einem Treffer von Michael Kaminski. „Das 1:1 fühlt sich wie ein Sieg an“, sagte der Linksverteidiger.

Und auch Trainer Goran Barjaktarevic, der zu Beginn der Woche mit seiner harten Kritik an der Mannschaft für Aufsehen gesorgt hatte, war nach dem Schlusspfiff entspannt: „Ich bin nach langer Zeit erstmals zufrieden mit dem, was die Mannschaft auf dem Platz angeboten hat. Nach dem, was wir uns vorgenommen haben, war das ein verdienter Punkt.“

Der HSV-Coach und offiziell 466 Zuschauer in der Obi Arena sahen zunächst ein Spiel ohne Höhepunkte, ohne Aufgeregtheit und fast ohne Fouls. Die Gäste standen gut, und weil auch die in der Regel agilen Offensivspieler des FC Eintracht mehr oder weniger standen, war ihr Trainer Uwe Laurenz lange Zeit auffälligster Rheiner. „Das ist ja Totentanz hier. Mehr Bewegung“, forderte er – und bekam sie. Philip Fontein (29.) köpfte vorbei, der Ex-Hammer Rafael Figueiredo (34.) scheiterte an HSV-Torwart Trifon Gioudas, der vier Minuten später eine Flanke von Christoph Maug vor zwei einschussbereiten Gastgebern klärte. Die Gäste waren nicht chancenlos. Jochen Höfler war zweimal bei schnellen Angriffen gefährlich. Beim ersten scheiterte er am herausgeeilten FC-Keeper Andre Epker (30.), im zweiten nach schöner Vorarbeit von Dursun Akdag am Innenpfosten (44.). „Wenn du oben stehst, geht so einer rein“, sagte Barjaktarevic.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachten die Gäste das Spiel unter ihre Kontrolle. Hätten Albert Alex, Sebastian Krug, Emre Demir (48.) und erneut Demir (54.) das in Tornähe auch mit dem Ball geschafft – die HSV wäre in Führung gegangen. Es wäre zu diesem Zeitpunkt eine nicht unverdiente gewesen, denn Rheine hatte mit Ausnahme von Fontein (51.) keine zwingende Offensivaktion. Um in Front zu ziehen, brauchten die Platzherren ein Solo ihres erflgreichsten Torschützen Manuel Dieckmann. Der Mittelfeldspieler zog nach kurzem Antritt aus 23 Metern ab – der Ball schlug unhaltbar im Winkel ein. „Es war ein Supertor, auch wenn es mir einen Stich ins Herz versetzt hat“, sagte Barjaktarevic.

„Diesmal haben wir nach dem Gegentor nicht das Konzept und die Ordnung verloren. Da war mir klar, dass was möglich ist“, sagte der HSV-Trainer nach der Partie. Nach einem Eckball kam der Ball zu Kaminski, der ihn vom Strafraumrand durch das Gewirr an Beinen zum 1:1 ins Tor schoss (79.). Während die Gäste feierten, reklamierten die Rheiner bei Schiedsrichter Alexander Ernst ein Handspiel des Vorbereiters Alex – vergeblich. In der Schlussphase brachte die HSV das Ergebnis gegen anstürmende Gastgeber mit Geschick und Gioudas über die Zeit. Er parierte glänzend gegen Kevin Grewes Drehschuss (87.). Bei Philipp Garmanns Mehr-Fall-als-Flugkopfball (90.+2) hatte er dagegen Glück. - sst

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