„Einen Höllenjob gemacht“

Frust verdrängt: Rhyneraner stolz auf ihre starke Saison

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Zuerst gingen die Blicke der Rhyneraner ins Leere. Doch als der erste Frust verflogen war, machte sich viel Stolz über die starke Saison bei den Akteuren der Westfalia breit.

Hamm - Die Enttäuschung war im ersten Moment groß. Denn erst auf der Zielgeraden, wenige Meter vor dem Überqueren der finalen Linie, ins Straucheln zu kommen, das ist bitter. Und tut weh. Und so hatten die Spieler des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern in den ersten Minuten nach dem Abpfiff der Partie gegen die Spvgg. Erkenschwick (2:3) auch gefrustet auf der Auswechselbank gehockt oder sich auf dem Rasen ausgestreckt.

„Wir haben zuletzt so souverän gespielt. Jetzt haben wir uns einfach darüber geärgert, dass wir diese Partie verloren haben. Und das ist schlimmer als die Tatsache, dass Ahlen gleichzeitig mit 1:0 gegen Zweckel gewonnen hat“, sagte Mannschaftskapitän Dustin Wurst, nachdem durch die beiden Ergebnisse klar war, dass RWA die Rhyneraner in der Tabelle wieder vom zweiten Platz verdrängt hat, nun mit einem satten Drei-Punkte-Vorsprung in das letzte Saisonspiel geht und damit die weitaus besseren Karten im Rennen um den zweiten Aufstiegsplatz in die Regionalliga neben dem TuS Erndtebrück besitzt.

Dennoch sah einen Tag nach der unglücklichen Niederlage die Welt rund um den Papenloh schon wieder ein wenig freundlicher aus für das Team von Trainer Björn Mehnert als noch unmittelbar nach der Niederlage gegen Erkenschwick. Zumal der Coach einfach stolz war, wie sich seine Mannschaft in dieser Saison präsentiert hatte. „Egal, was mit Ahlen ist, und egal, ob es noch einen letzten Spieltag gibt oder nicht, wir haben einfach eine starkes Jahr absolviert. Die Jungs haben einen Höllenjob gemacht und können stolz auf das sein, was sie erreicht haben. Es hatte doch vor der Saison niemand damit gerechnet, dass wir bis zum letzten Spieltag theoretisch die Chance besitzen, einer der beiden Aufsteiger zu sein“, sagte Mehnert, der schon vor der Partie gegen Erkenschwick die Euphorie um einen möglichen Aufstieg gebremst und den Ball die ganze Zeit betont flach gehalten hatte.

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - SpVg Erkenschwick 2:3

Und das lag weniger daran, dass der Sprung in die Regionalliga, wenn er sportlich geschafft werden würde, aufgrund der bislang noch nicht erteilten Lizenz sowieso an einem seidenen Faden hängen würde. „Wir waren die ganze Zeit realistisch genug, um zu wissen, dass die Ahlener ganz andere Möglichkeiten haben als wir. Wir wissen, was da gezahlt wird. Und egal, was die jetzt auch erzählen: Durch unsere beiden Jungs, die da hingehen, kenne ich jetzt die Summen“, spielte Rhynerns Coach auf Michael Wiese und Felix Bechtold an, die zur neuen Saison gemeinsam ins Wersestadion wechseln werden und sich dort ihren Traum von der Regionalliga erfüllen wollen. Dass die Rhyneraner das Blatt in letzter Sekunde noch einmal wenden, daran glaubt Mehnert nicht. „Ich denke, das Ding ist durch“, betonte Rhynerns Trainer im Hinblick auf das letzte Saisonspiel der Westfalia beim SV Lippstadt und der Ahlener beim SuS Neuenkirchen: „RWA reicht da ein Punkt, die Mannschaft wird sich keine Blöße geben.“

Doch ganz aufgegeben haben seine Akteure die Hoffnung nicht. „Noch gibt es ja ein Spiel“, meint Thanh-Tan Tran. Und auch Magnus Niemöller, der Coach der Spvgg. Erkenschwick, hält es nicht für ganz unmöglich, dass die Rhyneraner am Sonntag für einen Überraschungscoup sorgen können. „Die Westfalia hat eine famose Saison gespielt. Vielleicht jubeln die Jungs ja am nächsten Wochenende, ich drücke jedenfalls die Daumen“, meinte der Trainer der Stimberg-Elf.

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