Derbe Pleite: HSV verliert 0:4 gegen TuS Erndtebrück

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Jochen Höfler hatte die beste Möglichkeit im Spiel.

HAMM - Als Goran Barjaktarevic weit nach Spielschluss auch die Folgen seiner Nominierung zur „Eiskübel-Challenge“ über sich ergehen ließ und von seinen Spielern mit zwei Eimern Eiswasser übergossen wurde, hatte er seine kalte Dusche eigentlich schon längst hinter sich.

Mit 0:4 (0:4) hatte die Hammer SpVg gerade eine derbe Packung im zweiten Oberliga-Spiel der Saison gegen den TuS Erndtebrück einstecken müssen und war dabei vor allem im ersten Durchgang nach allen Regeln der Kunst demontiert worden. „Das ist eine Ernüchterung im richtigen Moment“, trug der HSV-Trainer die Packung gegen das Team aus dem Wittgensteiner Land zum Heimauftakt genauso mit Fassung wie die Dusche. „Die Mannschaft hat ihre Prüfung nicht bestanden. Wir haben elementare Aktionen falsch gelöst und uns selbst in Bedrängnis gebracht. Dann kommt einfach die Picke vom Gegner dazwischen, und der Konter geht los.“ Rundum zufrieden zeigte sich dagegen Erndtebrück-Coach Florian Schnorrenberg. „Wir hatten uns viel vorgenommen“, freute er sich über den zweiten Dreier für sein Team nach dem 2:0-Auftakterfolg gegen den TuS Ennepetal. „Die erste Halbzeit war schon nah am perfekten Oberligaspiel. Eine Möglichkeit haben wir zugelassen, danach waren wir so konsequent wie selten in der Vorbereitung.“

Diese erste Möglichkeit, von der Schnorrenberg sprach, hätte vielleicht für einen anderen Verlauf der Partie sorgen können. Doch nach einem Freistoß von Semih Yigit hatte Jens Grembowietz Pech, dass sein Versuch, den Ball weiterzuleiten, nicht im Tor landete (3.). Doch wer erwartete, dass die HSV nun weiter drücken und die Gäste in der eigenen Spielhälfte einschnüren würde, sah sich getäuscht. Es war Erndtebrück, das die Initiative übernahm gegen eine Hammer Mannschaft, die zwar mit exakt der selben Formation wie beim 2:1-Auftakterfolg in Lippstadt aufgelaufen war, die aber in Sachen Körpersprache, Laufbereitschaft und Einsatz alles vermissen ließ. Erndtebrück, das ebenfalls mit einem 4-4-2-System agierte, attackierte früh, ließ so einen vernünftigen Spielaufbau nicht zu. Als dann auch noch Manuel Lenz eine Flanke von der linken Seite unterlief, bedankte sich TuS-Stürmer Markus Waldrich per Kopf mit dem 0:1 (8.).

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Fußball Oberliga: Hammer SpVg verliert 0:4 gegen Erndtebrück

Ein Treffer, der eine kollektive Schockstarre bei den Hausherren und Kopfschütteln bei den HSV-Fans unter den 450 Zuschauern auslöste. Wie gelähmt agierten die Gastgeber, leisteten sich zahlreiche katastrophale Fehler in Aufbauspiel und brachten nach vorne keine nennenswerte Aktion zustande. „Das Spiel heute wird durch das Duell zwischen unseren Innenverteidigern und den Erndtebrücker Stürmern entschieden“, hatte HSV-Sportchef Achim Hickmann bereits vor der Partie vermutet. Dass es so deutlich zugunsten von Waldrich und Laurenz Wassinger ausgehen würde, war allerdings kaum zu erwarten gewesen. Waldrich machte seinen Hattrick perfekt (23., 35.), und Sturmkollege Wassinger sorgte drei Minuten vor der Pause bereits für den Endstand.

Dass die Spieler auf dem Platz die „Aufhören“-Rufe vereinzelter Zuschauer so ernst nehmen würden, war nicht zu erwarten gewesen. Nach der Pause plätscherte die Begegnung nur noch vor sich hin. Barjaktarevic hatte es zwar noch mit drei Wechseln versucht, doch es blieb bei einem kurzen Aufflackern der Hammer Offensivaktionen. Jochen Höfler wurde allerdings im letzten Moment von TuS-Keeper Timo Bäcker gestoppt (54.).

„Am Anfang der zweiten Halbzeit kam Hamm noch einmal ganz kurz auf“, räumte Schnorrenberg ein. „Aber danach hatten wir die Möglichkeiten, um das Ergebnis in die Höhe zu schrauben.“ Doch Wassinger (58.), Schilamow (59.) und Waldrich (63., 70.) waren jetzt nicht mehr so effektiv wie vor der Pause – brauchten sie allerdings auch nicht, denn die HSV beschränkte sich mit zunehmender Spielzeit auf Schadensbegrenzung. „Niederlagen gehören dazu“, hoffte Barjaktarevic, dass diese Partie nur als böser Ausrutscher abzuhaken ist. „Diese war bitter und brutal. Aber ich glaube, sie kam zum richtigen Zeitpunkt.“ - güna

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