Cabuk verletzt sich bei Tor - Rhynern gewinnt 3:0

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Philipp Hanke.

HAMM - Die tiefen Spuren auf dem Platz am Papenloh hatten Symbolcharakter. Es war ein hartes Stück Arbeit gewesen, dass der Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern in den 90 vorangegangenen Minuten hatte verrichten müssen. Am Ende stand zwar ein verdienter Sieg des Tabellendritten gegen den SuS Neuenkirchen, doch der fiel mit 3:0 (1:0) ein wenig zu deutlich aus.

Denn die Gastgeber hatten gegen die äußerst unbequemen Gäste eine Halbzeit Anlauf benötigt. „Wir haben nicht gut ins Spiel gefunden“, meinte Rhynerns Trainer Björn Mehnert mit Blick auf die Kräfteverhältnisse im ersten Durchgang, der den Gästen gehörte. Weshalb Neuenkirchens Coach Tobias Wehmschulte nach dem Schlusspfiff mit Blick auf die guten Möglichkeiten seines Teams „tief enttäuscht“ war. „Es ist nicht immer nur Pech, dass wir unsere Chancen nicht nutzen.“

Vier hochwertige hatte Neuenkirchen bereits in der Anfangsphase gegen eine Westfalia, die im bewährten System sowie mit David Schmidt und Tim Neumann in der Innenverteidigung agierte. Zwei Kopfbälle von Emanuel Beckmann-Smith – der erste ging knapp am Tor vorbei (4.), den zweiten entschärfte Rhynerns Schlussmann Christoph Hunnewinkel (7.) – sowie zwei Schüsse von Mirco Husmann (8.) und Stefan Seiler (11.) jeweils knapp am langen Eck vorbei dokumentierten die Stärke der Gäste. Die investierten immens viel, um die die Kreise der Rhyneraner früh zu stören, waren sehr zweikampfstark, schalteten gut um – und gerieten dennoch in Rückstand. Weil Adem Cabuk nach einer Hereingabe von Philipp Hanke und einem völlig missglückten Abwehrversuch von Maik Osterhaus den Ball per Kopf aus kurzer Distanz ins Tor wuchtete (18.). Allerdings traf er dabei auch den Schuh von Beckmann-Smith, der die Situation mit dem Fuß bereinigen wollte, den aber überhaupt keine Schuld an dem folgenden Zusammenprall traf. Cabuk bezahlte seinen mutigen Einsatz teuer: Er brach sich die Nase. Ob auch das Jochbein in Mitleidenschaft gezogen ist, war am Sonntag noch unklar.

Doch wirklich befreiend wirkte die äußerst glückliche Führung nicht. Die Gäste hielten unbeirrt an ihrer Marschroute fest, bestimmten weiter das Geschehen und hatten Möglichkeiten. Die beste durch Nawid Nesar, der den Ball nach einer Hereingabe aber nicht richtig unter Kontrolle bekam (30.). So lag die Westfalia zur Halbzeit vorne – „schmeichelhaft“, wie auch Mehnert konstatierte. „Selbst ein Unentschieden wäre glücklich gewesen. Wir haben nie wirklich Zugriff bekommen.“

45 Minuten lang, wohlgemerkt. Denn die Platzherren verdienten sich den Vorsprung nachträglich, legten im zweiten Durchgang die Leidenschaft an den Tag, „die man auf diesem tiefen Boden braucht“ (Mehnert), die erforderlich war, um Neuenkirchen in Schach zu halten. „Die Jungs haben sich auch für Adem den Hintern aufgerissen, weil sein Tor der Türöffner war“, sagte Rhynerns Trainer, der seine Schützlinge zudem nochmal nachdrücklich darauf hingewiesen hatte, dass ein weiterer Erfolg die Möglichkeit bot, „uns in der Tabelle richtig gut zu positionieren“.

Und dafür ackerten die Rhyneraner in der Folge mächtig. Die Partie kippte, was sich im Chancenverhältnis bemerkbar machte. Felix Bechtold hätte bereits das 2:0 machen müssen, schoss aber nach einem feinen Zuspiel von Philipp Hanke völlig freistehend neben das Tor (56.). So stellte Hanke mit einem unhaltbaren Schuss ins lange Eck die Weichen endgültig auf Sieg, nachdem Lennard Kleine den Ball blendend behauptet und mustergültig aufgelegt hatte (63.). „Philipp hat eine überragende Schusstechnik“, lobte Mehnert, dessen Team nun deutlich kompakter stand und nur zweimal bei großen Möglichkeiten für Husmann (65.) und Daniel Seidel (80.) nicht auf der Höhe war.

Auf der Gegenseite hätte Hanke die Begegnung aber in dieser Phase auch vorentscheiden können, seinen Kopfball parierte SuS-Torwart Jonas Gottwald aber glänzend (71.). Machtlos war er der Schlussmann in der Nachspielzeit, als Michael Wiese den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. - fh

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