Blick nach unten: Rhynern verliert 0:3 in Neuenkirchen

+
Einer der wenigen gefährlichen Momente im Neuenkirchener Strafraum: Dennis Rödel (rechts) setzt sich gegen Maximilian Mümken durch.

NEUENKIRCHEN - Björn Mehnert musste die Tabelle nicht schwarz auf weiß vor sich liegen haben, um zu wissen, was die Stunde geschlagen hatte. „Jetzt geht es nur noch gegen den Abstieg“, sagte der Trainer des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern nach der verdienten 0:3 (0:2)-Niederlage beim SuS Neuenkirchen.

„Noch haben wir eine gute Ausgangsposition. Aber es wird langsam enger.“ Dabei begannen die Rhyneraner, bei denen Tim Neumann David Schmidt (Probleme im Sprunggelenk) in der Innenverteidigung ersetzte, nicht einmal schlecht, begegneten den robusten Gastgebern in der intensiven Anfangsphase im Sportzentrum am Haarweg zunächst auf Augenhöhe. Die erste große Chance gehörte gar den Gästen, als ein Schuss von Dustin Wurst auf der Latte des SuS-Gehäuses landete. Auch Dennis Rödel hatte Pech, als sein Versuch neben dem Tor landete (16.). „In der ersten Viertelstunde hatten wir Probleme“, gestand Neuenkirchens Coach Stefan Rother. Doch nach dem Führungstreffer der Münsterländer verschoben sich die Kräfteverhältnisse eindeutig – wobei die Gäste ihren Teil dazu beitrugen, weil sie bei einem Freistoß zu schlafmützig agierten, weil die nötige Zuordnung fehlte. So durfte Marius Bülter vollkommen unbedrängt von der Strafraumgrenze abziehen, Dennis Wegner hatte bei dem Schuss ins lange Eck keine Chance (17.). „Wenn wir da enger dran sind, passiert nichts“, ärgerte sich Mehnert, der mit ansehen musste, wie sein Team auch wenig später im Mittelfeld zu zögerlich zu Werke ging. Diesmal war Daniel Seidel der Nutznießer, sein Versuch aus 22 Metern landete im Winkel (23.). Es sollte bereits die Vorentscheidung sein.

Rhynern zeigte sich beeindruckt – und die Mittel, um ins Spiel zurückzukommen, waren limitiert. Denn gegen die früh störenden und kompakten Neuenkirchener hatte die Westfalia im Aufbau Probleme, vor allem aber verbreitete sie im Angriff keinen Schrecken. Hinzu kam, dass der gerade genesene Lennard Kleine früh das Feld verlassen musste, weil er sich – ohne Fremdeinwirkung – erneut eine Oberschenkelverletzung zuzog (25.). „Das Problem ist offenkundig: Wir schießen zu wenig Tore“, monierte Mehnert. „Bis zum Sechzehner sieht das ganz ordentlich aus. Aber dann fehlt der Killerinstinkt.“ Und ein Stürmer vom Format Seidels, der eine weitere gute Gelegenheit per Kopf hatte (28.), ehe Nicolas Haverkamp nach einer Ecke den Ball nicht voll traf (32.).

Mehnert versuchte, den Angriffsaktionen mehr Leben einzuhauchen, stellte mit Beginn des zweiten Durchgangs das System um, löste die Raute zugunsten eines Fünfer-Mittelfelds auf. Doch kaum war die Westfalia einmal gefährlich vor das SuS-Gehäuse gekommen – Schlussmann Daniel Brink und Haverkamp klärten in höchster Not gegen Burak Yavuz –, dauerte es nicht einmal 20 Sekunden, bis die Gastgeber den sich bietenden Raum genutzt und Effektivität demonstriert hatten: Nach einem Lupfer des schön freigespielten Seidel über Wegner drückte Viktor Braininger den Ball über die Linie (59.).

So blieb für Mehnert nur eine positive Erkenntnis. „Die Jungs haben bis zum Ende nie aufgegeben“, meinte der Coach. Aber sie brachten den einem ungefährdeten Erfolg entgegensteuernden SuS eben auch nicht in Verlegenheit – allenfalls noch ein Mal, als Brink vor Adem Cabuk am Ball war (71.). - fh

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare