Schlusslicht besiegt Tabellenführer

Kleines Fußballwunder: So brachte TuS Uentrop II die SpVg Bönen zu Fall

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Jan Borgmann (rechts) und der TuS II überraschten die SpVg Bönen.

Mit einem Sieg des Tabellenletzten TuS Uentrop II gegen den Ersten der Fußball-Kreisliga, die bis dahin ungeschlagene Spvg Bönen  rechneten nur die Wenigsten. Wohl auch nicht TuS-Trainer Patrick Schmidt.

Hamm – Vor ein wenig mehr als zwei Monaten startete mit der Reserve des TuS Uentrop der Vorjahres-Meister und Aufsteiger aus der Kreisliga B zwar als klarer Außenseiter, aber mit enormer Euphorie in die Kreisliga-A-Saison. Da das Team komplett zusammengeblieben war, sollte es mit mannschaftlicher Geschlossenheit direkt zu Erfolgen kommen. 

Doch zunächst verlief der Start alles andere als optimal. Zwar zeigte die Truppe um das Trainerduo mit Oliver Reinhardt und Patrick Schmidt bei Niederlagen gegen Uentrop I (1:4), SVE Heessen (2:4) oder FC Overberge (1:3) immer wieder Moral, musste gegen den Hammer SC (0:7) und gegen die Eintracht aus Werne (1:11) aber auch deutliche Blamagen verkraften. 

Coach Schmidt reagiert mit taktischer Umstellung

Nach neun Spieltagen mit null Punkten sowie der schwächsten Defensive der Liga (40 Gegentreffer) kam am vergangenen Sonntag der bisherige Tabellenführer SpVg Bönen, der zu diesem Zeitpunkt noch ohne einen einzigen Gegentreffer durch die Saison marschierte, zum Giesendahl. 

Vor dem Spiel standen die Zeichen also alles andere als gut für die TuS-Reserve. Doch Coach Schmidt ließ sich dadurch nicht beirren: „Die Stimmung war locker, und trotzdem standen alle Jungs unter positiver Anspannung. Wir wollten aber auch taktisch etwas umstellen, da wir uns zuvor immer kleiner gemacht haben, als wir es eigentlich sind. Daher hieß es, das bisher sehr defensive System ein wenig offensiver umzugestalten.“ 

Mit Erinnerungen und dem Quäntchen Glück zum Erfolg

Die SpVg trat mit breiter Brust auf den Rasen, denn die Bönener wollten mit einem Sieg als Tabellenführer in das kommende Topspiel gegen den SVE Heessen gehen. Schon vor zwei Wochen schlugen die Gäste die erste Mannschaft aus Uentrop auf dem Hauptplatz. Doch dieses Mal ging es beim 13-Uhr-Spiel auf den Nebenplatz der Anlage. 

Für Schmidt gehörten neben der Schonung des Hauptplatzes für die erste Mannschaft auch ein paar Erinnerungen aus der Vorsaison zur Entscheidung dazu: „Auf diesem Rasen sind wir auch Meister geworden. Da haben wir natürlich gehofft, dass uns auch solche Kleinigkeiten das Quäntchen Glück bringen könnten.“ 

Nierwitzki belohnt Uentroper Drangphase

Von Beginn an war dem TuS anzumerken, dass er in keiner Weise nur ein Punktelieferant sein wollte. Keinen Zweikampf ließen die Rot-Weißen aus und setzten die Gäste zu ihrer Verwunderung in deren Defensive ständig unter Druck, sodass diese immer wieder zu Fehlern gezwungen wurden. 

Zunächst ließen die Hausherren zwei Großchancen ungenutzt, belohnten sich dann aber kurz vor der Pause durch einen sehenswerten Treffer von Marco Nierwitzki, der sich damit als erster Schreck der SpVg-Defensive in dieser Saison erwies: „Da haben wir endlich mal einen Angriff konsequent zu Ende gespielt. Das Tor war eine spürbare Erlösung für die gesamte Truppe. Das hat man am Jubel auf sowie neben dem Platz gespürt, und es gab uns enormes Selbstbewusstsein.“ 

TuS übersteht Bönens Drangphase und schlägt zurück

Dementsprechend zufrieden zeigte sich auch das Trainerteam: „Das war eine bärenstarke erste Halbzeit von uns, in der nicht zu erkennen war, wer auf welchem Tabellenplatz stand.“ In der Anfangsphase des zweiten Durchgangs war die Wut der Bönener spürbar, sodass diese mit Offensivpower aus der Kabine kamen und sich schon nach 54 Minuten mit dem 1:1 belohnten. 

Nun dachten viele Beteiligte, dass es, wie schon in den Vorwochen, in die negative Richtung laufen würde. „Da gelangen die vergangenen Spiele natürlich in die Köpfe der Jungs. Dennoch haben wir die Druckphase des Gegners gut überstanden und nach 70 Minuten den Zugriff über das Geschehen zurückerlangt“, so Schmidt. 

Schmidt: "Das war eine echte Willensleistung"

In der 81. Minute setzte sich dann TuS-Stürmer Dawid Matecki durch und war anschließend nur durch ein Foulspiel von SpVg-Keeper Justin Nowak zu stoppen. Den Elfmeter nahm sich der gefoulte Matecki selbst und zeigte sich keineswegs verunsichert: „Ich habe mir da keinerlei Gedanken gemacht. Ich wusste, dass ich den Strafstoß knallhart reinhauen muss. Ich war einfach nur froh, dass mir die Mannschaft das zugetraut hat und ich den Jungs gleichzeitig mit dem Treffer etwas zurückgeben konnte.“ 

Nach dem 2:1-Führungstreffer hieß es für die TuS-Zweitvertretung mit Mann und Maus zu verteidigen. Dies gelang, sodass die junge Mannschaft aus dem Hammer Osten die ersehnten drei Punkte feiern durfte und Trainer Schmidt mehr als glücklich machte: „Das war eine echte Willensleistung. Den Sieg haben wir uns mehr als verdient. Nun müssen wir die positive Stimmung aufrechterhalten, sodass die Truppe genau da Woche für Woche wieder anknüpft. Wir wollen ohne wenn und aber die Liga halten.“

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