TuS Wiescherhöfen genießt den Moment

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Trifft und trifft: Wiescherhöfens Erkan Baslarli.

HAMM - So langsam wird es Manfred Roland, Vorsitzender des TuS Wiescherhöfen, schon ein wenig mulmig. Als Herbstmeister der Fußball-Bezirksliga Gruppe 7 geht die Mannschaft des TuS Wiescherhöfen am Donnerstag in ihr vorgezogenes letztes Spiel des Jahres beim SV Drensteinfurt, und die Wahrscheinlichkeit, dass das Team auf Platz eins überwintert, ist groß.

„So lange sie jetzt da oben stehen und nicht am Saisonende, ist ja alles gut. Denn die Landesliga ist ja schon recht unattraktiv“, sagt Roland lächelnd, der einen möglichen Aufstieg losgelöst von der Freude über den sportlichen Erfolg durchaus mit einem weinenden Auge sehen würde. „Aber die Spieler kennen meine Meinung, doch das stört sie nicht – und so soll es ja auch nicht. Wer Fußball spielt, will gewinnen. Und natürlich würden wir auch aufsteigen, wenn die Mannschaft es schafft.“

Drei Punkte beträgt aktuell der Vorsprung auf den SuS Bad Westernkotten, fünf sind es auf den SV Hilbeck, der allerdings noch eine Partie weniger ausgetragen hat. Für Spielertrainer Steven Degelmann ohnehin kein Polster, das ihn jetzt schon an die Meisterschaft denken lässt. „Es gibt immer noch Vereine, die in der Rückrunde ordentlich punkten werden“, rechnet er vor. „Und der Spielplan der Hinrunde hat uns auch ordentlich in die Karten gespielt. Jetzt haben wir die schweren Spiele in Hilbeck, Bad Westernkotten und Liesborn – und auch Herringen, dessen Potenzial ich nach wie vor als enorm groß ansehe – alle auswärts.“

Zu feiern gibt es entsprechend noch nichts, und so gab es nach dem 3:1-Erfolg über den TuS Germania Lohauserholz „nur ganz in Ruhe eine Flasche Bier in der Kabine“, berichtet Degelmann. „Für mehr waren wir ohnehin viel zu erschöpft, weil Lohauserholz uns läuferisch viel abverlangt hat.“

Dass die Hinserie so gut für den TuS laufen würde, hatte Degelmann, als er sich entschloss, nach seiner Zeit als Spieler beim Oberligisten FC Gütersloh das Traineramt im Hammer Westen zu übernehmen, nicht erwartet. „Ich habe mich schon schwer getan, denn die Leistungsdichte in der Liga war für mich schwer einzuschätzen, weil ich zu weit weg war. Wir haben sicher eine intakte Truppe. Aber man muss auch sagen, dass wir mit Ausnahme von Andre Chart verletzungsfrei geblieben sind. Das gab es so zuletzt nie.“ Für Roland ist der Erfolg nur konsequent: „Wir waren ja schon die zweitbeste Mannschaft der vergangenen Rückrunde“, sagt er. „Steven sorgt zudem in der Abwehr für enorme Sicherheit. Und als Trainer macht er es ja auch ganz gut.“

Wer dann noch einen Torgaranten wie Erkan Baslarli im Sturmzentrum hat, muss sich keine allzu großen Sorgen machen. 17 Mal traf der 23-Jährige, der – abgesehen von einem kurzen Intermezzo beim Kamener SC zu Beginn der Vorsaison – im vierten Jahr beim TuS aktiv ist, bereits. „Erkan ist bombig durch die vier, fünf Monate gekommen“, lobt Degelmann. „Und unser 4:2:3:1-System ist voll auf ihn zugeschnitten, davon muss er ja profitieren.“ Acht Tore erzielte Baslarli, der bei Westfalia Hövel mit dem Fußball begonnen hat und 2010 von der Hammer SpVg zum TuS gewechselt war, allein in den vergangenen zwei Meisterschaftsspielen – und rückte damit seinem Sturmpartner aus der Vorsaison, Andre Budde (Westfalia Rhynern II/18), ganz eng auf die Pelle. „Erkan guckt sicher schon auf die Torschützenliste“, sagt Degelmann lächelnd. „Für mich ist das aber nur eine Randnotiz. Und ich glaube auch, er spielt lieber in einer der ersten drei Mannschaften in der Tabelle, als dass er bester Torjäger wird.“ - güna

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