Situation bleibt schwierig für den TSC Hamm

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TSC-Trainer Erdal Akyüz hofft darauf, wieder eine „Heimat“ für sein Team zu bekommen.

HAMM -  Nein, den Kofferraum seines Autos wird Erdal Akyüz noch nicht leer räumen. Darin stapeln sich seit Wochen Bälle, Leibchen und Hütchen. Der Trainer des „heimatlosen“ Fußball-Bezirksligisten TSC Hamm hat alle für die Übungseinheiten notwendigen Utensilien stets dabei. Schließlich war der TSC übergangsweise in der Friesen-Kampfbahn beziehungsweise auf dem Sportplatz am Galilei-Gymnasium „zuhause“ (WA berichtete), als Heimspielstätte fungierte zuletzt das Jahnstadion. Damit sollte jetzt eigentlich Schluss sein, die Stadt hatte das Union-Stadion wieder frei gegeben. Ehe der große Regen der vergangenen Woche den Platz wieder in eine Seenlandschaft verwandelte. Die Partie der „Ersten“ gegen Sassenberg am kommenden Sonntag ist daher bereits im Jahnstadion angesetzt. „Wir“, sagt Akyüz, „brauchen endlich wieder eine Heimat.“

Sollte das Wetter nachhaltig besser werden, dürfte das in absehbarer Zeit durchaus wieder das Union-Stadion sein. Vorerst allerdings hat die Stadt für den Trainingsbetrieb die Plätze am Galilei-Gymnasium und am Lüders-Berufskolleg als erneute Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, wie Stadtsprecher Tobias Köbberling erklärt. So wird Akyüz, der die Einheit am Dienstag noch absagen musste, weiter improvisieren. Und er wird wieder einmal zu seinem Handy greifen. Langfristige Planungen haben sie sich abgewöhnt beim TSC, über „Whatsapp“ wird jeder Spieler kurzfristig informiert. „Aber das nervt“, sagt Akyüz mit Blick auf die stetigen Änderungen. Die Gespräche für die kommende Saison gestalten sich nicht zuletzt deshalb schwierig, „weil alle immer als erstes fragen: Was ist mit unserem Platz?“ Doch das weiß auch Akyüz nicht. Beim TSC ist allerdings längst nicht nur das Bezirksliga-Team betroffen. Vier Seniorenmannschaften hat der Klub. Prekär wird die Lage im Jugendbereich, Ungewissheit und Umzüge sorgen für Unmut. Noch für die laufende Saison stehe gar der Rückzug von Teams zur Debatte. „Noch so ein Jahr kann man sich nicht leisten“, sagt Akyüz.

Die Stadt, so Köbberling, werde nun das Union-Stadion noch einmal untersuchen, auch der Lippeverband werde sich ein Bild von der Entwässerungssituation machen, bevor es eine Entscheidung gebe. „Es muss ein Masterplan her“, fordert Akyüz, der in einem Kunstrasenplatz den idealen Untergrund sieht. Seine Freude über die erneuten Ausweichmöglichkeiten hält sich daher in Grenzen. „Das ist alles schön und gut. Aber es ist eine Momentaufnahme und keine langfristige Lösung. Man kann nicht auf Zeit spielen oder einfach auf gutes Wetter hoffen. Spätestens ab Herbst würden wir sonst wieder hin und her geschoben“, sagt Akyüz und verweist auf die soziale Funktion, die der Klub im Hammer Westen habe: „Die Stadt muss einfach zeigen, was sie will. Wir sind eine Bereicherung für den Hammer Fußball.“ -  fh

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