Entscheidender Doppelschlag

Wiescherhöfen gewinnt Derby gegen Herringen 3:1

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Wiescherhöfens Julian Rohlmann setzt sich gegen Fabian Düser (hinten) und Marvin Nuß durch.

HAMM - Reiner Fiebig gab sich keinen Illusionen hin. „Im Moment“, sagte der Trainer des SVF Herringen nach der verdienten 1:3 (0:1)-Heimniederlage im Derby gegen den TuS Wiescherhöfen, „geht es für uns nur ums Überleben. Es sitzt nicht mehr drin. Uns fehlen zu viele Leute, und dadurch ist die Qualität im Moment auch einfach nicht da.“

Sein Gegenüber Steven Degelmann atmete derweil durch. „Es war einfach wichtig, dass wir gewonnen haben“, sagte der Wiescherhöfener Spielertrainer. „Das haben wir nach drei Spielen ohne Sieg gebraucht.“

Der Wille, diese Serie zu beenden, war den Gästen von Beginn anzumerken. Sie hatten das Geschehen im Griff – auch dadurch bedingt, dass die Herringer tief standen. Die hatten unmittelbar vor dem Abpfiff den nächsten personellen Tiefschlag zu verkraften, Coskun Hizarci musste berufsbedingt passen. Nach einer knappen halben Stunde war dann für den verletzten Aykan Sahin Schluss. Der SVF ging zwar mit hohem Einsatz zu Werke, agierte allerdings in der Abwehr mitunter nicht entschlossen genug – und leistete sich manchen groben Schnitzer im Spielaufbau. Wie beim 0:1, dem ein Fehlpass Adrian Wilczeks vorausging. In der Folge kam der Ball zu Erkan Baslarli, dessen Hereingabe Matthias Köhnke ins eigene Tor abfälschte (10.). Schon zuvor hatte Herringens Schlussmann Thomas Olbrich gegen Julian Rohlmann (3.) und Baslarli (5.) den Rückstand verhindert. Thanuyen Markandesar (24.), der völlig frei vor Olbrich nicht eigensinnig genug war, Dominik Degelmann (25.) und abermals Markandesar (34.) hätten nach dem 0:1 bereits für klare Verhältnisse sorgen können. „Ich bin mit der Kompaktheit zufrieden. Wir haben nicht viel zugelassen, haben ganz gut den Ball laufen lassen und viele Möglichkeiten herausgespielt“, meinte Degelmann.

Aber der TuS machte sich eben auch das Leben schwer, weil die Chancenverwertung zu wünschen übrig ließ. Und so bissen sich die Gastgeber in die Partie, die zwischenzeitlich von Nickeligkeiten geprägt war. Zunächst lieferten sich Marvin Nuß und Baslarli ein „Privatduell“, bei dem der Herringer nur mit Glück einem Platzverweis entging. Und nach dem Wechsel gerieten Thomas Wilczek, der im ersten Durchgang die einzige Chance für die Gastgeber besaß (4.), und Steven Degelmann mehrfach aneinander. Dem Herringer Stürmer gelang in der nun offeneren Begegnung schließlich der Ausgleich. Nachdem TuS-Schlussmann Muzaffer Onur nach einer Flanke den Ball fallen ließ, drückte Wilczek die Kugel im folgenden Durcheinander aus kurzer Distanz über die Linie (59.). Und kurz darauf hätte die Partie vollends kippen können, als David Oles nur den Pfosten traf (65.). „Dann hätte das Spiel anders laufen können“, meinte Fiebig, wusste aber auch, dass der Erfolg der nach dem Ausgleich das Heft wieder in die Hand nehmenden Gäste in Ordnung ging.

Die sorgten mit einem Doppelschlag für die Entscheidung – abermals mit freundlicher Unterstützung des SVF. „Die Gegentore, die wir kriegen, sind zu einfach. Wir schießen uns die Dinger selbst rein“, schimpfte Fiebig. So hielten sich gleich drei Herringer vornehm zurück, als Julian Rohlmann zum Schuss ansetzte und das 1:2 erzielte (74.). Und nur eine Minute später profitierte Omar Hussein von einer Fehlerkette bei den Gastgebern und machte den Derbysieg des TuS perfekt. - fh

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