Zwei Platzverweise

„Sch... gespielt“ - Herringen verliert 0:1 gegen TSC

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Selten auf Augenhöhe: TSC-Stürmer Ersin Sen (links) und SVF-Akteur Jan-Philipp Faros.

HAMM - Es gab einiges aufzuarbeiten, als das Bezirksliga-Derby zwischen dem SVF Herringen und dem TSC Hamm beendet war. Zwei Gelb-Rote Karten hatten sich die Gäste eingehandelt, und am Ende dennoch als 1:0 (0:0)-Sieger den Platz verlassen.

Ein Umstand, der SVF-Trainer Reiner Fiebig fassungslos auf die Partie zurückblicken ließ. „Wir haben richtig sch... gespielt“, gab Fiebig zu. „Wenn wir so weitermachen, dann steigen wir ab. Aber das waren nur 30 Minuten, die hier Fußball gespielt worden sind – ansonsten ist ja nur diskutiert worden.“ Gästecoach Erdal Akyüz brauchte nach der Partie erst einmal einen Moment, um sich zu sammeln. Denn nach der zweiten Gelb-Roten Karte für seine Mannschaft (60.) kochten die Emotionen auf und neben dem Spielfeld hoch. Nach einem Foulspiel an Thomas Wilczek hatte Schiedsrichter Rene Müller aus Lippstadt TSC-Kapitän Mustafa Akyüz des Feldes verwiesen, dabei aber die erste Verwarnung laut Erdal Akyüz nur mündlich ausgesprochen. „Der Schiedsrichter hat mir gesagt, er habe vergessen, Mustafa die erste Gelbe zu zeigen“, echauffierte sich der TSC-Coach, der in der Folge der Szene selbst hinter die Bande verwiesen wurde: „Das geht gar nicht.“

Spätestens seit dieser Szene war Hektik in einer Partie, die in den ersten 45 Minuten mit nur wenigen Höhepunkten auskommen musste. Der TSC war von Beginn an die bessere Mannschaft, machte das Spiel, erarbeitete sich aber nur wenige Möglichkeiten. Eine davon hätte allerdings zwingend zum 0:1 führen müssen. Doch nach einem sehenswerten Spielzug scheiterte zunächst Ergun Algan und dann im Nachschuss aus kurzer Distanz Ersin Sen am stark reagierenden SVF-Torhüter Thomas Olbrich (20.), der selbst beruflich bedingt erst knappe zehn Minuten vor Spielbeginn an der Schachtstraße erschienen war. Auf der anderen Seite kamen die Herringer nur nach Standards in den TSC-Strafraum.

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Mit der Ruhe war es schlagartig vorbei, als sich TSC-Mittelfeldakteur Youssef Bouaid nach einem Foul an Fabian Düser zu Beginn der zweiten Halbzeit seine zweite Gelbe abholte und damit das Feld verlassen musste (48.). „Doch auch mit zehn Spielern hatte ich nicht das Gefühl, dass wir hier verlieren könnten“, sah Erdal Akyüz sein Team weiterhin im Vorteil. Als dann allerdings Mustafa Akyüz nach langen und hitzigen Diskussionen das Feld verlassen hatte, schwand dieser Glaube selbst beim TSC-Trainer. „Normalerweise wirst du gegen eine gute Bezirksligamannschaft danach mit 4:0 abgeschossen“, sagte er. Aber das haben meine Jungs richtig gut gemacht, und wir haben verdient gewonnen.“

Denn obwohl die Gäste nun in doppelter Unterzahl spielten, gelang ihnen nach einem Konter der Siegtreffer. Anil Yavuz hatte Algan in Szene gesetzt, und der passte von der Grundlinie aus zurück auf den nachgerückten Ismail Uysal, dessen Schuss sich hinter Olbrich ins lange Eck senkte (73.). Auf der anderen Seite blieben die SVF-Bemühungen weiter viel zu harmlos. Der TSC, der Glück hatte, das sein Torhüter Ibrahim Sariman nach einer Tätlichkeit gegen Herringens Maximilian Klink nur Gelb sah (80.), verschleppte und verzögerte das Geschehen nun geschickt, und Heringen kam trotz siebenminütiger Nachspielzeit nur noch zu einer guten Gelegenheit. Doch Sariman parierte den Kopfball von Stürmer Thomas Wilczek (78.). „Das war saft- und kraftlos“, war Fiebig, der auf zahlreiche Akteure verzichten musste, restlos bedient. „Was unsere Mannschaft hier heruntergespielt hat, geht gar nicht.“ - güna

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