Kellerduell: Herringen verspielt wichtige Punkte gegen Ostinghausen

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Herringens Sebastian Hrubesch (rechts) kommt unbedrängt zum Kopfball, Modibo Doumbia kann von der Vorlage nicht profitieren.

HAMM - Die Partie zwischen dem abstiegsbedrohten Fußballbezirksligisten SVF Herringen und den zwei Ränge besser postierten und vier Punkte mehr aufweisenden Sportfreunden Ostinghausen endet mit einem 2:2 unentschieden. 

Am Ende lagen die Nerven blank. Den kollektiven Frust der Spieler des SVF Herringen bekam nach dem Schlusspfiff Schiedsrichter Alex Ferreira zu spüren. Doch auch wenn der Unparteiische eine schwache Leistung abgeliefert hatte – dass die Situation des SVF nach dem ernüchternden 2:2 (1:0) im Bezirksliga-Kellerduell gegen SF Ostinghausen prekär bleibt, dass die Mannschaft von Trainer Ralph Oberdiek es versäumte, im Abstiegskampf Boden auf einen direkten Konkurrenten gutzumachen, hatte sie in erster Linie sich selbst zuzuschreiben.

„Wir haben Ostinghausen nochmal stark gemacht. Wir haben keine Ruhe in unsere Aktionen bekommen und uns immer auf dünnem Eis bewegt“, sagte Oberdiek nach einer überaus turbulenten Nachspielzeit mit einem Last-Minute-Strafstoßtor und drei Platzverweisen.

Dabei hatte es vielversprechend begonnen für die Herringer, die mit zwei Spitzen (Modibo Doumbia, Irfan Uzungelis) agierten. Sie gingen engagiert zu Werke, übten viel Druck aus, attackierten die Gäste früh und ließen ihnen kaum Zeit zum Luftholen. Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten: War Sebastian Hrubesch zunächst zweimal an Manuel Pälmer gescheitert, so war er Sekunden später abermals frei vor dem SF-Schlussmann und schob flach ins lange Eck ein (3.).

Doch schnell verloren die Gastgeber die vielversprechende Linie der ersten Minuten. Auch wenn die Herringer bis zum Wechsel das dominierende Team blieben, richtig sicher wirkten weder die Aktionen im Spielaufbau noch im Defensivverhalten. So hatte Torwart Marcel Gallaus bei einem Freistoß von Matthias Averhage seine Finger im Spiel (20.), bei einem abgefälschten Schuss von Christoph Lörcks an die Latte aber auch Glück (32.). Das Chancenplus hatte indes der SVF. Doch Henning Kastilan (18., 30., 40.), Doumbia (26.) und Matthäus Paracz (37.) versäumten es jeweils aus aussichtsreicher Position, nachzulegen.

Danach sah es auch in der sehr zerfahrenen zweiten Halbzeit lange nicht aus. Den Platzherren fehlten die Abgeklärtheit und die Präzision, um die nun offensiver ausgerichteten und sich mit Leidenschaft in die Partie beißenden Sportfreunde auszukontern. So bedurfte es einer Standardsituation für die vermeintliche Vorentscheidung: Nach eine Uzungelis-Ecke drückte Kastilan den Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie (69.). Doch es blieb bei der merkwürdigen Unruhe in den Reihen der Gastgeber, die eigentlich alle Trümpfe in der Hand hielten. Und die verstärkte sich noch, als Achim Gärtner nach einer Ecke vollkommen unbedrängt aus fünf Metern einköpfte (78.), nachdem Gallaus zuvor jeweils stark gegen Nihat Erdöl (52.) und Dennis Kern (65.) gehalten hatte.

So steuerte die Partie nach einer hektischen Schlussphase auf den dramatischen Schlussakt zu, in dem der Referee die Hauptrolle einnahm. Zunächst sah Ostinghausens Matthias Averhage wegen Nachtretens die Rote Karte (90.+2). Und als kurz darauf nach einem Freistoß die Zuordnung in der SVF-Abwehr nicht passte, kam es knüppeldick für die Gastgeber: Fabian Düser ging im Strafraum ungeschickt in den Zweikampf mit dem einschussbereiten David Haag, wurde ebenfalls des Feldes verwiesen – und musste mit ansehen, wie Erdöl den fälligen Strafstoß zum glücklichen 2:2 verwandelte (90.+3). Was Gallaus derart erzürnte, dass er nach dem Schlusspfiff wegen Schiedsrichter-Beleidigung ebenfalls „Rot“ sah.

„Den muss man nicht geben“, meinte Oberdiek mit Blick auf den Elfmeter, wusste aber auch, „dass wir das dritte Tor hätten nachlegen müssen. Dann wäre der Sack zu gewesen.“ So aber „stehen wir jetzt definitiv mit dem Rücken zur Wand. Ein Punkt ist zu wenig.“ Weshalb der Coach sich in Frage stellt. „Wenn“, so Oberdiek, „du so ein Ding nicht nach Hause fährst, musst du über dich selbst nachdenken.“ - fh

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