Bockum-Hövel gewinnt 5:3 gegen Rhynern II

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Spiel mit zwei Gesichtern: Vor der Pause dominierte Rhynern II, danach die Gäste der SG Bockum-Hövel, die mit 5:3 gewannen.

HAMM - Als die letzten Minuten auf dem Kunstrasenplatz am Tünner Berg in der Bezirksligapartie zwischen Westfalia Rhynern II und der SG Bockum-Hövel anbrachen, hätte das Bild, das die Trainer abgaben, unterschiedlicher kaum sein können.

Auf der einen Seite saß Rhynerns Thomas Schneider regungslos auf dem Medizinkoffer und beobachtete das Treiben auf dem Platz. Auf der anderen tigerte Markus Matzelle an der Linie entlang und forderte seine Spieler immer wieder auf, den Ball nach vorne zu befördern. Erst als Carsten Edelkötter einen Konter zum 3:5 (2:0)-Endstand genutzt hatte, regulierte sich auch bei Matzelle der Puls wieder auf Normaltempo.

„Die erste Halbzeit war spielerisch und von der Einstellung her die schlechteste der Rückrunde“, sagte der SG-Coach. „Aber haben wir eine sensationelle zweite Halbzeit gespielt.“ Für Schneider hatten seine Akteure dagegen „nach der Pause alles verkehrt gemacht, was wir vorher angesprochen haben. Da haben wir uns taktisch unklug verhalten, abkochen lassen und die Linie verloren.“

Dabei sprach im ersten Durchgang alles für die Gastgeber. Rhynern, das kurzfristig auf den erkrankten Georgios Gkikas verzichten musste, dominierte das Spiel, während bei der SG der angeschlagene Sebastian Linnhoff mangels Personal in der Startelf auflaufen musste und Marc-Andre Wohlrath schon nach zwei Minuten verletzt für Tobias Ringk das Feld räumte. Die Westfalia nutzte die Unordnung bei den Gästen, agierte dominant und bekam auch noch Hilfe durch Linnhoff, der nach 16 Minuten Andrei Lorengel im Strafraum legte. Patrick Leclaire ließ sich die Chance nicht nehmen und versenkte den Ball zum 1:0 im Netz. 18 Minuten später schien die Entscheidung bereits gefallen, als Lorengel sich im Strafraum behauptete, SG-Keeper Patrick Lohsträter seinen Schuss nur mit Mühe parierte und Dominik Sowa richtig stand, um zum 2:0 einzuschieben. „Da standen alle Zeichen auf Rhynern-Sieg“, räumte Matzelle ein, in der Pause keine große Hoffnung mehr gehabt zu haben. Und Schneider ergänzte, dass „die SG, solange wir Fußball gespielt haben, nur hinterher gelaufen ist“.

Doch nach dem Wechsel wurde es turbulent. Die Gastgeber hatten offensichtlich zu früh auf Schongang geschaltet und das Defensivverhalten weitgehend eingestellt. Die Folge: Ein Treffer aus der Drehung (48.) und ein Kopfball nach Flanke von Mike Kaczor (49.) – beides durch Simon Schroth – und die Partie startete innerhalb von zwei Minuten wieder bei Null. Als Schiedsrichter Philipp Werner dann noch entschied, dass Rhynerns Yves Manusch einen Edelkötter-Schuss mit der Hand abgewehrt habe und auf den Elfmeterpunkt zeigte, nutzte Edelkötter die Gelegenheit, um das bisherige Geschehen mit dem 2:3 (56.) auf den Kopf zu stellen. Zwar traf Kevin Hillebrand noch zum 3:3 (58.), doch Schroth antwortete nur wenig später mit seinem dritten Treffer zum 3:4 (63.). „Aufgrund des Willens und der Laufbereitschaft geht das Ergebnis in Ordnung“, freute sich Matzelle, während Schneider enttäuscht feststellte, dass „das ein bitterer Rückschlag für uns gewesen ist. Aber über 90 Minuten gesehen war zu sehen, wie viel Potenzial in meiner Mannschaft steckt. - güna

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