Fußball-Bezirksliga

Diese drei Youngster sorgen in Lohauserholz für Furore

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Freie Bahn: Der erst 19-jährige Luca Carow macht beim TuS Germania Lohauserholz (links) über die rechte Seite Betrieb.

Der TuS Germania Lohauserholz setzt auf den eigenen Nachwuchs – mit Erfolg. Sechs A-Jugendliche nahm der Klub im vergangenen Sommer in den Kader der ersten Mannschaft auf. Und mit Cedric Akerele, Luca Carow und Gianluca Di Vinti gehören drei auf Anhieb zu den Leistungsträgern.

Hamm – Luca Carow schlich am Sonntag nach dem 4:0-Erfolg des Fußball-Bezirksligisten TuS Germania Lohauserholz über RW Unna abgekämpft vom Platz, den Mannschaftskoffer in der Hand. Solche Aufgaben werden für gewöhnlich gerne den Hinterbänklern im Team überlassen – oder denen, die sich aufgrund ihres geringen Alters ihre Meriten erst noch verdienen müssen. 

In Lohauserholz ist das ein wenig anders. Carow gehört mit 19 zwar zu den Jüngsten im Aufgebot des Trainergespanns Jörg Fiebig und Torsten Skerra. Doch schon in seinem ersten Seniorenjahr zählt der laufstarke Rechtsfuß zu den Leistungsträgern am Hahnenbach – genau wie die gleichaltrigen Cedric Akerele und Gianluca Di Vinti. „Das ist positiv – und der Weg, den wir gehen wollen“, unterstreicht Fiebig, der jüngst gemeinsam mit Skerra sein Engagement beim Klub aus dem Hammer Westen bis 2020 ausgedehnt hatte (WA berichtete): „Man muss aber auch den Älteren Respekt zollen, die die Jungen integriert haben. Sie haben sie an die Hand genommen und auch mal Einzelgespräche mit ihnen geführt.“

Akerele, Di Vinti und Carow spielten schon in der Jugend in Lohauserholz

Akerele, Di Vinti und Carow sind drei von sechs A-Jugendlichen, die im vergangenen Sommer den Sprung in die „Erste“ schafften. Dass sie aber direkt einen solchen Wert für die Truppe haben würden, damit haben sie selbst nicht gerechnet. In der Hölzkener Startelf gegen Unna waren die Drei am vergangenen Sonntag die jüngsten Akteure auf dem Platz, alle geboren im Jahr 1999 – und das innerhalb von fünf Wochen. 

„Ich bin überrascht, dass wir uns so schnell eingefunden haben“, betont Akerele, der vor seinem Wechsel nach Lohauserholz beim SVF Herringen spielte. Di Vinti, der in der Jugend wie Carow einige Jahre bei der Hammer SpVg aktiv war, hatte sich zu Saisonbeginn zwar Hoffnung auf Einsätze gemacht, weil er unter Skerra schon in der A-Jugend gekickt hatte. 

„Dass ich aber gleich jedes Spiel von Anfang an bestreiten würde, habe ich nicht unbedingt gedacht“, sagt der Angreifer, der mal mit dem großgewachsenen und derzeit verletzten Daniel Riemer im Sturmzentrum agiert und mal mit Serkan Adas. „Außen fühle ich mich auch wohl, aber im Zentrum mag ich es mehr“, betont Di Vinti.

Doppeltorschütze beim 4:0 gegen RW Unna: Gianluca Di Vinti (links), einer der „jungen Wilden“ in Lohauserholz.

Trainer Fiebig rechnet mit "Loch" bei den Youngstern

Der Deutsch-Italiener kommt in dieser Spielzeit auf zehn Bezirksliga-Partien, in denen er sechs Treffer erzielte und neun weitere vorbereitete. Carow kommt auf sechs Tore und sieben Assists. Beide waren auch beim erfolgreichen Rückrundenauftakt am Sonntag unter den Torschützen. „Sie haben für viel frischen Wind gesorgt“, weiß Fiebig um die Qualität seines Offensiv-Duos. „Wenn wir führen, können wir Lucas Schnelligkeit ausnutzen. Gianni ist hingegen einer, der den Verteidigern auf die Nerven geht, weil er immer hinterher rennt und jeden Ball haben will – teilweise sogar in aussichtslosen Situationen“, ergänzt der Coach.

Zugleich will Fiebig den Druck auf die beiden – und auf Akerele, der in der Innenverteidigung für Stabilität sorgt – aber nicht unnötig erhöhen: „Sie werden wahrscheinlich auch mal in ein Loch fallen. Gianni hatte das schon. Er hat eine top Sommervorbereitung gespielt, war unser bester Torjäger. Dann hat er in der Liga aber erst am elften Spieltag seinen ersten Treffer erzielt.“

Luca Carow will körperlich noch stärker werden

Auch Carow hat noch Defizite, wie er selbst einräumt. „Mit meinem Körper werde ich im Seniorenbereich am Anfang noch Probleme haben“, glaubt er, dass er kräftemäßig zulegen muss. „Aber ich kann weiter Erfahrungen sammeln. Und die Großen zeigen mir, wie ich trotzdem weit komme. Das meiste mache ich über meine Schnelligkeit.“

A propos Erfahrungen sammeln: Kurzfristig wird das Trio das weiterhin in Lohauserholz tun, denn die Drei haben nach eigenem Bekunden bereits für eine weitere Saison beim TuS Germania zugesagt. „Hinter dem Rücken habe ich Vieles gehört“, sagt Carow über mögliche Kontakte zu höherklassigen Vereinen: „Aber ich fühle mich in Lohauserholz wohl.“ Di Vinti fügt hinzu: „Mir war von Anfang an klar, dass ich noch ein Jahr bleiben will. Dann kann man irgendwann über etwas Höheres nachdenken.“

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