Fußball

Führungswechsel beim Nachwuchs der Hammer SpVg

Fußball Karlo Tenji von der Hammer Spg.
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Karlo Tenji

Beim Fußball-Oberligisten Hammer SpVg endet am kommenden Mittwoch eine kleine Ära. Nach insgesamt 18 Jahren in dieser Position wird Karlo Tenji am 30. Juni als Leiter der Fußball-Junioren aus dem Amt scheiden. „Ich habe immer gesagt: Mit meinem 65. Geburtstag ist Schluss. Das hatte ich dem Vorstand bereits bei der JHV im vergangenen Jahr mitgeteilt, und dabei bleibt es auch“, sagt Tenji.

Hamm - Ein Nachfolger steht mit seinem Stellvertreter und langjährigem Mitstreiter Robin Berghaus bereits fest. Tenji: „Die Übergabe ist zum großen Teil schon gelaufen. Die Trainer sind verpflichtet, die Mannschaften stehen. Es war viel Arbeit seit dem vergangenen September.“

Auch wenn sich für den Jugendleiter nicht alle sportlichen Ziele verwirklichen ließen („Bundesliga schaffen wir nicht“), möchte Tenji die Zeit bei der HSV nicht missen. „Ich bin froh und glücklich darüber, dass ich diesen Verein habe. Ich habe gute Leute und Freunde kennen gelernt, auch im Ausland“, sagt er. Zu vielen Menschen, die im Zuge der internationalen Pfingstturniere nach Hamm kamen, bestehe auch heute noch Kontakte.

„Es gab eben nicht nur Stress und Ärger, ich habe auch vieles im positiven Sinne mitbekommen“, sagt Tenji. Tolle Kollegen zum Beispiel: „Zwischen Robin Berghaus, Wolfgang Hoffmann, Volker Pröpper und mir, da passte kein Blatt dazwischen.“ Karlo Tenji kam 1970 aus dem damaligen Jugoslawien nach Deutschland, spielte Fußball zunächst bei Arminia Hamm, später bei der Spielvereinigung, musste zum Wehrdienst zurück in die alte Heimat und hörte anschließend aus beruflichen Gründen auf. „Erst durch meine Kinder bin ich wieder zur HSV gekommen“, erzählt der Geschäftsführer der Elektro Westhues GmbH.

Im Jahr 2000 wurde er schließlich Jugendleiter und bekleidete dieses Amt fast elf Jahre lang. 2011 stieg Tenji aus, war aber ab 2013 wieder dabei: „Jens Heusener hat mich zurückgeholt.“ Das war bei einem Grünkohlessen mit dem damaligen Fußball-Abteilungsleiter im November. „Robin Berghaus tat mir leid“, sagt Tenji, und: „A- und B-Jugend waren beide in der Bezirksliga, da waren wir richtig unten. Das war nicht unser Anspruch.“ Er habe lange gezögert, dann aber doch zugesagt. Drei Jahre sollten es werden, „aber wir hatten unsere Ziele nicht erreicht“. Also hängte Tenji ein paar Jahre dran – bis heute.

„Ich denke, ich hinterlasse ein gutes Umfeld.“

Er geht mit einem guten Gefühl: „Ich denke, ich hinterlasse ein gutes Umfeld.“ Im vergangenen Spätsommer sorgten Tenji und seine Abteilung noch einmal für überregionales Aufsehen, als ein Verbot von Kopfbällen im Training beschlossen worden ist. Es war die Konsequenz aus wissenschaftlich fundierten Studien, die belegten, dass über lange Zeit praktiziertes Kopfballspiel das Risiko von Hirnschädigungen deutlich erhöht.

„Es ist nach wie vor die richtige Entscheidung“, sagt Tenji, der noch nicht so ganz gehen wird. Bei der U23, die in der Bezirksliga spielt, aber der Jugendabteilung untersteht und ihm am Herzen liegt, will er noch ein wenig im Hintergrund tätig sein. Ansonsten will er seine Freizeit anders gestalten: „Viel Fahrrad fahren und öfter in den Urlaub.“ An den Lago Maggiore zum Beispiel. Seinem Nachfolger drückt er fest die Daumen, denn: „Corona hat uns zurückgeworfen. Und gesellschaftlich ist es auch schwieriger geworden – nicht nur im Fußball.“

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