ASV freut sich auf den „Kracher“ gegen GWD Minden

ASV freut sich auf den „Kracher“ gegen GWD Minden

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Schnelles Wiedersehen: Im August trafen der ASV und Minden im Pokal aufeinander. Am Samstag kommt es zum Duell in der Meisterschaft.

Hamm - Es ist kein gewöhnliches Duell, daraus macht Niels Pfannenschmidt keinen Hehl. Schließlich gastiert am Samstag (19.15 Uhr) ja auch nicht irgendein Klub der 2. Handball-Bundesliga in der Westpress-Arena. Der Trainer des ASV Hamm-Westfalen und sein Team müssen sich mit GWD Minden auseinander setzen. Dem Traditionsklub. Dem Erstliga-Absteiger. Dem Top-Favoriten auf den Aufstieg.

Was allein schon Grund genug wäre für große Vorfreude bei Pfannenschmidt. Doch für den Coach ist es nicht nur deshalb „ein besonderes Spiel“. Schließlich hat er selbst eine Mindener Vergangenheit, war zwei Jahre lang als Co-Trainer der Ersten sowie Coach der Reserve in Ostwestfalen tätig. Die Verbindungen des gebürtigen Mindeners zu den Verantwortlichen seines Ex-Klubs sind recht eng, mit seinem Trainerkollegen Frank Carstens telefoniert Pfannenschmidt regelmäßig. Und da sind auch noch Stephan Just und Markus Fuchs, die beide ebenfalls lange für GWD aktiv waren. „Es gibt ein paar Überschneidungen“, sagt Pfannenschmidt. Was ein wenig den großen Ehrgeiz erklärt, mit dem die Hammer das westfälische Duell angehen.

Die Rollenverteilung tut ihr Übriges. An der hat auch die ASV-Serie von drei Erfolgen hintereinander und der entsprechende Rückenwind nichts geändert: Minden kommt als klarer Favorit nach Hamm. GWD hat sich die sofortige Rückkehr ins Oberhaus zum Ziel gesetzt und ist das Unternehmen Wiederaufstieg mit weitgehend unverändertem, überaus erfahrenem Kader angegangen. Mit 3,5 Millionen Euro liegt der Etat der Ostwestfalen gut dreimal so hoch wie der des ASV. Dass die Mindener einen schwer erkämpften Erfolg wie den jüngsten gegen Neuling Wilhelmshaven (30:29) ausgelassen feierten, passt für Pfannenschmidt angesichts der Voraussetzungen, über die GWD verfügt, daher nicht so recht ins Bild. „Bei allem Respekt: Das ist mir ein bisschen zu viel Understatement“, sagt der Hammer Trainer. „Das ist ein ganz klarer Aufstiegsfavorit. Wir wollen eventuell oben mitspielen.“

Und so ähnelt die Ausgangsposition der vor dem 27:23-Coup vor einer Woche gegen den HC Erlangen. „Es muss viel zusammen passen, es muss diese besonderen Momente geben. Und GWD muss irgendwie schwächeln. Dann müssen wir da sein“, fordert Pfannenschmidt und betont: „Denn wenn alles normal läuft, dann gewinnt Minden. Das ist ein Erstliga-Kader – mit der entsprechenden individuellen Klasse.“

Dieser will der 41-Jährige mannschaftliche Geschlossenheit entgegensetzen. Vor allem aber eine abermals herausragende Abwehrarbeit mit „hoher Laufbereitschaft, Kooperation und großem Willen“ – sowie möglichst erneut einem bärenstarken Tomas Mrkva als Rückhalt. „Es ist schwer, sich auf uns einzustellen, weil man sich auf zwei Deckungsvarianten vorbereiten muss“, lobt Pfannenschmidt die gute Defensivarbeit sowohl in der 5:1- als auch in der 6:0-Variante. Doch wie schwer auch die Mindener Abwehr zu knacken ist, bekamen die Hammer Mitte August bei der 16:21-Pokalniederlage vor Augen geführt. „Das ist ein richtiges Bollwerk“, sagt der Coach mit Blick auf die harte, aggressive Deckung von GWD, durch die sich der ASV vor einigen Wochen den Schneid abkaufen ließ. „Die gehen in der Abwehr richtig zur Sache, wollen sich Respekt verschaffen. Das ist ihnen im Pokal geglückt“, sagt Pfannenschmidt und verweist als Gegenbeispiel auf die Wilhelmshavener, die Minden zuletzt in Bedrängnis brachten, „weil sie sich nicht haben provozieren lassen, sich nicht auf Kleinkriege eingelassen haben, weil sie ruhig geblieben sind“.

Ähnlich soll der ASV, der den jüngsten Doppelspieltag zwar erschöpft, aber ohne Blessuren überstand, zu Werke gehen. Pfannenschmidt wünscht sich Mut und Selbstvertrauen. „Im Angriff werden wir uns was überlegen“, will er die Mindener „in richtig kniffelige Phasen“ bringen. „Wir sind weiter als im Pokalspiel. Jetzt wollen wir mal schauen, wie nah wir dran sind.“

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