Erstes Testspiel für die Hammer Eisbären

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Eisbären-Coach Daniel Galonska.

HAMM - Rund drei Wochen ist es her, dass der Eishockey-Standort Hamm bedenklich wackelte. Nach dem Rückzug der Kenston-Unternehmensgruppe standen die Hammer Eisbären vor einem Scherbenhaufen. Doch sie verfielen nicht in Schockstarre – und so kehrt am Freitagabend wieder ein Stück Alltag ein. Um 20 Uhr bestreitet das Team in der Eissporthalle am Maxipark den ersten Test gegen den GEC Ritter Nordhorn.

Und Sponsorensprecher Werner Nimmert gesteht: „Ich hätte nicht unbedingt gedacht, dass es so kommt. Aber natürlich habe ich es gehofft. Dass wir drei Vorbereitungsspiele haben, ist fast ein kleines Wunder.“

Es war ein Kraftakt vieler Beteiligter in den vergangenen Tagen. Zudem brach förmlich eine Welle der Hilfsbereitschaft über die Eisbären herein, die „erstmal administrativ geregelt werden musste“ (Nimmert). Aus ganz Deutschland meldeten sich Klubs, boten Unterstützung an, wie Bad Nauheim oder Bad Tölz. Intern verzeichneten die Eisbären den besten Dauerkarten-Vorverkauf seit 2003 sowie zahlreiche Spenden, die Hilfe von Sponsoren, Aktionen von Fans. So wurden im Rekordtempo die Voraussetzungen für die Teilnahme am Oberliga-Spielbetrieb geschaffen, wurde die Ausrüstung beschafft, ein Team gebildet, das nun wohl noch mit dem ehemaligen Königsborner Torhüter Steve Themm ergänzt wird. Seine Verpflichtung steht kurz bevor.

Doch trotz der positiven Entwicklung – Nimmert sagt auch: „Der Weg ist nach wie vor sehr steinig. Wir werden noch vier, fünf Wochen bis zur Normalität brauchen, bis wieder alle Automatismen greifen. Es gibt Baustellen in allen Bereichen, die wir nach und nach abarbeiten müssen.“ Beispielsweise werden die Eintrittskarten vorübergehend noch mit einem eigenen Drucker hergestellt.

Dennoch: Für die anstehende Saison ist der Sponsorensprecher „zuversichtlich“. Aber er weiß trotz des vorhandenen „Vertrauensvorschusses mir gegenüber seitens der Stadt und der Maximilianpark GmbH“ auch, dass langfristige Prognosen für die Zeit ab April 2015 schwierig sind, da die Schließung der Eishalle aufgrund der hohen Sanierungskosten nicht vom Tisch ist (WA berichtete). „Wir sind ja nur Mieter und können uns allenfalls über Eigenleistung einbringen“, sagt Nimmert. Wie jetzt bei der Renovierung der Kabinen.

Nach der kräftezehrenden Arbeit im Hintergrund ist die Partie gegen den Nord-Oberligisten Nordhorn nun das deutlich sichtbare, kräftige Lebenszeichen der Hammer, die der Konkurrenz in Sachen Vorbereitung naturgemäß hinterherhinken. „Wir wollen in den Wettkampfrhythmus kommen“, sagt Trainer Daniel Galonska, der sich nach den erst wenigen gemeinsamen Trainingseinheiten weitere Erkenntnisse erhofft, was die Zusammensetzung der Reihen oder die Umsetzung der Offensiv- und Defensivvorgaben angeht, kurzum: wo Arbeitsbedarf besteht.

„Wir sind alle positiv gestimmt, in der Kabine ist richtig Feuer. Die Truppe ist zwar noch relativ jung, wirkt aber sehr zielsicher. Vielleicht können wir ja die eine oder andere Überraschung schaffen“, meint Galonska und erwartet schon für Freitag „ein vernünftiges Spiel mit einem vernünftigen Ergebnis. Aber davon gehe ich auch einfach mal aus. Bei dem Potenzial, das vorhanden ist. Und bei der Grundstimmung, die wir haben.“ - fh

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