Strapaziöser „Doppelpack“ für den ASV

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Treffsicherer als gegen Aue will sich der ASV, hier Joscha Ritterbach, am Wochenende präsentieren.

Hamm - Vor der Saison waren die Doppelspieltage bei den Teams der 2. Handball-Bundesliga ungefähr so beliebt wie das Freikratzen von zugefrorenen Autoscheiben an einem kalten Wintermorgen.

Zwei Partien binnen drei Tagen, dazu meist eine weite Anreise – die Freitag-Sonntag-Kombination ist arg strapaziös. Doch der ASV Hamm-Westfalen entwickelte dafür ein gewisses Faible. 11:1 Punkte sammelte das Team von Trainer Niels Pfannenschmidt bei den drei bisherigen „Doppelpacks“ – und so blickt der Coach auch den Begegnungen am Freitag (19.30 Uhr) beim VfL Bad Schwartau und am Sonntag (17.15 Uhr) in der heimischen Westpress-Arena gegen den HC Empor Rostock einigermaßen zuversichtlich entgegen.

Allerdings, gibt der Trainer des Tabellenfünften zu bedenken, „hatten wir sonst die volle Kapelle zur Verfügung. Jetzt müssen wir sehen, wie wir da durchkommen.“ Denn die verletzten Markus Fuchs, Jakob Macke, Ondrej Zdrahala und Savvas Savvas fehlen weiter. Die mit einem Zweitspielrecht ausgestatteten Lemgoer Mario Bergen und Valentin Schmidt sind zwar in beiden Partien dabei, doch für sie wird das Wochenende noch stressiger: Sie spielen am Samstag zusätzlich für die Youngster des TBV in der 3. Liga gegen den Longericher SC.

Daher kommen sie für den ASV wohl eher dosiert zum Einsatz. Aber „beide werden uns sofort weiterhelfen“, betont Pfannenschmidt. Und das ist wichtig. Personell wie taktisch wird der Coach sämtliche Möglichkeiten ausschöpfen, um sein Team durch den kräftezehrenden Doppelspieltag zu steuern. Gerade auf die Defensive kommt am Freitag in der Lübecker Hansehalle, der Heimspielstätte des VfL, einiges an „Kopfarbeit“ zu. Pfannenschmidt fordert von seinen Spielern Flexibilität. Eine variantenreiche 6:0-Deckung, dazu die 5:1 als Alternative – „wir werden recht viel switchen“, kündigt der Trainer an. Was nicht nur den personellen Möglichkeiten geschuldet ist. Pfannenschmidt will die Norddeutschen immer wieder vor Aufgaben stellen.

Denn Bad Schwartau ist für den ASV-Trainer eine Mannschaft vom Kaliber „sehr unangenehm“. Dazu trägt die „immer sehr hitzige Atmosphäre“ in der Halle bei, vor allem aber die Qualität des Teams, das für den 41-Jährigen als Tabellenelfter „unter Wert platziert“ ist. „Die müssten vom Potenzial her weiter oben stehen“, sagt der Trainer und verweist auf die Mischung aus Talenten wie den 2,07 Meter großen Rückraum-Rechten Antonio Metzner und erfahrenen Akteuren wie Jan Schult und vor allem Daniel Pankofer. Letzterer ist Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Bad Schwartauer, der 35-Jährige sei durch seine Schnelligkeit und Wendigkeit „schwer zu verteidigen“, erklärt Pfannenschmidt. Vor allem wegen ihm „haben wir uns in der Abwehr ein paar Sachen überlegt“, sagt der Trainer.

Wie unangenehm die Bad Schwartauer werden können, erfuhr der ASV im Hinspiel überaus schmerzhaft. „Der Stachel saß damals sehr tief“, blickt Pfannenschmidt ungern auf die 23:30-Heimniederlage im vergangenen September zurück. „Jetzt gilt es, das besser zu machen“, sagt er. Dazu ist allerdings auch eine deutlich bessere Wurfquote im Angriff als zuletzt beim 23:21-Erfolg gegen Aue erforderlich. Die Partie war zwar in puncto mannschaftlicher Geschlossenheit für Pfannenschmidt vorbildlich, doch agierten die Hammer im Angriff zu fahrig, zu überhastet. Rund 30 Fehlwürfe und technische Fehler hatte der Coach am Ende notiert. „Das ist natürlich zu viel“, sagt Pfannenschmidt. Eine gute Deckung und ein überragender Torwart Tomas Mrkva kaschierten diese Defizite. „Wir müssen im Abschluss klarer werden“, fordert der Trainer, der sein Team am Samstagmorgen dann direkt per Videostudium auf die tags darauf folgende Aufgabe gegen Rostock vorbereiten wird.

Am Sonntagabend hätte der Coach dann liebend gerne vier Punkte aus den beiden Partien auf der Habenseite. „Aber“, so Pfannenschmidt, „das wird sehr schwer.“

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