Handball

Fokus auf Bietigheim: Für ASV-Akteur Sören Südmeier kocht Weihnachten auf Sparflamme

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Bereit für das Weihnachtsspiel: Sören Südmeier hofft auf eine erfolgreiche Bescherung gegen Bietigheim.

Weihnachtstage, besinnliche Tage? Eher eine gewagte These, wenn es um Handballprofis geht.

Hamm - Denn für die liegt traditionell am 2. Weihnachtstag ein Ligaspieltag auf dem Gabentisch – im Fall des Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen, sogar ein ziemlich wichtiger, wenn die Mannschaft am Donnerstag Erstliga-Absteiger SG BBM Bietigheim erwartet (17 Uhr/Westpress Arena).

Für Sören Südmeier gehört der Handballsport zu den Feiertagen dazu, seit er sich vor vielen Jahren dazu entschieden hat, Profi zu werden. Am Montag stand der Spielmacher des ASV noch zweimal in der Halle, am Heiligen Abend folgt morgens eine Video-Einheit, in der sich das Team taktisch auf Bietigheim vorbereitet. 

Am 30. Dezember folgt das nächste Topspiel

Erst dann beginnt für den 27-Jährigen und seine Teamkollegen Weihnachten. „Nach dem Training fahre ich in Fahrgemeinschaft mit Marten Franke zusammen nach Minden, wo wir Heiligabend entspannt mit Freundin und Familie verbringen“, sagt Südmeier, der am 1. Feiertag morgens bereits wieder in der Halle steht. „Außerdem schauen wir dann noch einmal Video, um die Abwehr vorzubereiten. Danach geht es wieder mit Marten nach Minden zu den Omas. Aber in Gedanken ist man doch schon irgendwie beim Spiel – freut sich, wenn es losgeht. Das sind noch einmal zwei heiße Partien für uns gegen die beiden Absteiger.“ Denn während sonst nach der Partie am 2. Weihnachtstag die Winterpause beginnt, müssen die ASV-Akteure am 30. Dezember in der Westfalenhalle zu einem weiteren Topspiel gegen den VfL Gummersbach ran.

Daran mag Südmeier aber noch keinen Gedanken verschwenden, denn die Aufgabe Bietigheim wird ihm und seinen Teamkollegen alles abverlangen. „Die haben den Anspruch, bei uns zu gewinnen“, weiß Südmeier, der davon ausgeht, dass über Sieg oder Niederlage wie so oft in dieser Liga „Kleinigkeiten entscheiden werden. Wir werden jedenfalls alles raushauen, um am besten zweimal zu gewinnen und mit einem gutem Gefühl in die Pause gehen zu können.“

Dass die Partie ähnlich wie das Hinspiel laufen wird und der ASV den Erstliga-Absteiger noch einmal wie beim 27:18-Auswärtserfolg überlaufen kann, glaubt der Mittelmann nicht. „Das war ein Tag, wo bei uns alles geklappt hat und bei Bietigheim nicht viel“, erinnert er sich an den perfekten Saisonauftakt. „Und Bietigheim ist seit einigen Spielen ungeschlagen.“ 

Bietigheim hat einen Lauf

Sechs Siege aus sieben Begegnungen – darunter gegen den Tabellendritten Gummersbach und Spitzenreiter Coburg – haben die Gäste nach ihrem schwachen Saisonstart bis auf Platz sieben gespült und die Hoffnung auf eine Rückkehr ins Oberhaus im Stuttgarter Raum wieder gären lassen. Auch, weil sich die Mannschaft von Trainer Hannes Jonsson mittlerweile wieder „an das Haifischbecken“ gewöhnt hat, wie SG-Akteur Michael Kraus, immerhin Weltmeister von 2007, die Stärke der 2. Liga respektvoll umschreibt. „Kraus war gegen uns ja auch schon nach sechs Minuten verletzt“, sagt Südmeier. „Aber wir dürfen ganz sicher das Augenmerk nicht nur auf ihn legen, denn die SG hat, ähnlich wie wir, einen sehr ausgeglichenen Kader und mit Kraus, Spielmacher Jonas Link und dem Halblinken Vetle Rönningen individuell sehr gute Spieler.“

Dass sich taktisch im Vergleich zum Hinspiel auf beiden Seiten viel ändern wird, glaubt Südmeier nicht, wohl aber, dass die SG „auf jeden Fall mit Schaum vorm Mund anreisen wird. Wenn ich Trainer wäre, würde ich die Mannschaft jedenfalls entsprechend vorbereiten.“

Während andere Spieler bei der letzten Ansprache des Trainers in der Kabine bereits im Tunnel sind, findet Südmeier es gut, „wenn unser Trainer Kay Rothenpieler vorher ein paar richtige Worte findet und uns heiß macht“.

Südmeier: "Das Niveau ist ziemlich hoch"

Der Mittelmann hat sich in seiner zweiten Saison nach seinem Wechsel aus Minden nach Hamm an die Spielweise der 2. Liga gewöhnt. „Der Unterschied ist gar nicht so groß – höchstens, dass die Spieler in der 1. Liga fünf, sechs Kilo schwerer sind und ein paar Zentimeter größer. Ansonsten ist das Niveau ziemlich hoch.“

Bewusste Rituale vor dem Spiel hat Südmeier nicht. „Ich passe mich immer mit Stefan Lex ein, da haben wir gewisse Abläufe“, sagt er. „Und sonst gibt es sicher auch ein paar Dinge, die ich immer mache, aber gar nicht bemerke.“ Ein lieb gewonnenes Ritual ist dagegen das Essen am Heiligen Abend mit der Familie: „Da gibt es Würstchen, Lachs und Kartoffelsalat“, sagt Südmeier. Und zum Nachtisch dürfen es dann gerne die zwei Punkte sein.

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