Eishockey

Fördergelder gibt es jetzt auch für die Hammer Eisbären

Hofft auf Fördergelder für die Hammer Eisbären: Manager Jan Koch.
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Hofft auf Fördergelder für die Hammer Eisbären: Manager Jan Koch.

Die Nachricht war gestern selbst für die Verantwortlichen der Hammer Eisbären noch frisch: Das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte 200-Millionen-Euro-Hilfspaket für den Profisport wurde nun auch auf Drittligisten aller olympischen, paralympischen und nichtolympischen Sportarten ausgeweitet. 

Hamm - „Für uns ist das seit Mittwoch akut“, sagt Eisbären-Manager Jan Koch. „Das macht die Kalkulation ein bisschen einfacher, weil man einen Tei der ausfallenden Gelder kompensieren kann. Und es ist ein richtiges Zeichen an die Sportlandschaft, dass man uns nicht vergisst.“ Was Werner Nimmert, Vorsitzender der Eis eG, nur bestätigen kann. „Das ist das erste Signal der Politik, das wir erfreut zur Kenntnis nehmen. Durch diese Maßnahme sind unsere wirtschaftlichen Sorgen ein bisschen geklärt. Auch wenn wir natürlich lieber vor Zuschauern spielen würden.“

#hörtUnsOderVerliertUns

Bislang war geplant, dass von dem Hilfspaket nur Erst- und Zweitligisten verschiedener Sportarten sowie die Fußball-Drittligisten profitieren sollten. Nicht zuletzt die Anfang der Woche von den Eishockey-Oberligisten als gemeinsame Pressemitteilung veröffentlichte Aktion „#hörtUnsOderVerliertUns“ dürfte zu einem Umdenken in den Gremien geführt haben, die für die Verteilung des Geldes zuständig sind. „Darin geht es darum, dass Drittligisten gar nicht so zur Kenntnis genommen werden“, sagt Nimmert. „Dabei wird in der dritten Liga im Eishockey auch zumindest unter semiprofessionellen Bedingungen gespielt. Und die Kosten sind im Vergleich zu Ballsportarten relativ hoch. Ohne die Oberligen würde es nunmal auch keine Draisaitls oder Greiss geben.“

In der Mitteilung fordern die 26 Eishockey-Oberligisten unter anderem:

. Finanzielle Einbußen durch fehlende Zuschauer müssen ausgeglichen werden.

. Hygienekonzepte müssen tatsächlich durch die zuständigen Behörden geprüft und dürfen nicht mehr pauschal abgelehnt werden.

. Die Entscheidungen seitens der Politik müssen den Vereinen dringend zeitnah vorliegen.

Aktuell erlauben die Corona-Schutzmaßnahmen etwa in Hamm nur 300 Zuschauer in der Halle. Das trifft sowohl für den Eishockeysport zu als auch zum Beispiel für den Handballbetrieb in der benachbarten Westpress Arena. „Bei dieser Regelung würden uns rund 100 000 Euro an Einnahmen fehlen“, rechnet Nimmert vor. „Das ist nicht aufzufangen. Unsere Wunschvorstellung läge bei 600 bis 700 Zuschauern.“

Anträge können gestellt werden

Die Hoffnung der Vereine liegt daher darauf, dass nach der Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung am 15. September mehr Zuschauer zugelassen werden. Unabhängig davon können die Vereine ab sofort Anträge auf Fördergelder stellen. In der ersten Welle geht es dabei um ausgefallene Zuschauer-Einnahmen aus dem Zeitraum von April bis August. Für die Eisbären uninteressant, denn in diesen Monaten ruhte der Spielbetrieb im Eissport. Daher gab es keine ausgefallenen Einnahmen, die es auszugleichen gilt. „Außerdem waren wir da noch gar kein Drittligist“, rechnet Koch vor. „Daher geht es für uns um die zweite Antragsphase.“ Die betrifft dann die Zeit von September bis Dezember, die genauen Bestimmungen dazu seien aber noch nicht schriftlich verankert. Welche Zuschauerzahlen dann für die Berechnung der Zuschüsse zu Rate gezogen werden, weiß Koch noch nicht. „Wir haben eine Kalkulation für die Oberliga abgegeben. Ich kann mir vorstellen, dass man diese Zahlen als Grundlage nimmt. Aber da müssen wir erst die Beschlüsse abwarten.“

Sollten dagegen die realen Zahlen der vergangenen Saison als Basis genommen werden, würde die Förderungssumme geringer ausfallen. Berechnet wird der Zuschuss dann aus der Differenz zwischen der aktuell zugelassenen Zuschauerzahl und der Zahl an Fans, die im gleichen Zeitraum vor einem Jahr in die Halle gekommen ist.

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