Fußball

FLVW veröffentlicht Auf- und Abstiegsregelung: Etliche Klubs müssen zittern

Nach der desaströsen Vorsaison geht es für die Hammer SpVg in der Fußball-Oberliga wohl nur um den Klassenerhalt.
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Nach der desaströsen Vorsaison geht es für die Hammer SpVg in der Fußball-Oberliga wohl nur um den Klassenerhalt.

Die Auf- und Abstiegsregelung des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen (FLVW) für die überkreislichen Ligen in der kommenden Saison hat bei einigen Vereinen für großes Unverständnis gesorgt.

Hamm - Nach dem coronabedingten Abbruch des Spieljahrs 2019/2020 im März und dem damit verbundenen Verzicht auf Absteiger ist der FLVW scheinbar darum bemüht, die aufgeblähten Ligen so schnell wie möglich wieder auf ein Normalmaß zu reduzieren. Besonders betroffen davon ist die Oberliga Westfalen, in der es mindestens fünf, im ungünstigsten Fall sogar bis zu sieben Absteiger geben wird, um die höchste westfälische Amateurklasse von aktuell 21 auf 18 Vereine schrumpfen zu lassen.

„Ich hatte darauf gehofft, dass der Verband das erst einmal ruhig angehen und sich einmal zwei bis drei Jahre Zeit lassen wird, die Ligen zu verkleinern“, erklärt Andreas Kersting, Sportlicher Leiter des SV Westfalia Rhynern. „Doch diese Regelung ist ein Schnellschuss, der nicht wirklich durchdacht ist. Dabei hat Staffelleiter Reinhold Spohn auf dem Staffeltag gesagt, dass es lediglich drei Absteiger geben wird.“

Oberliga-Vertreter reagieren geschockt

Kersting weist darauf hin, dass angesichts der Corona-Pandemie niemand voraussagen könnte, was in den kommenden Monaten passiert. „Bei uns ist die Saison mit Hin- und Rückrunde und jeweils 21 Spieltagen schon ein Hammer-Pogramm. Und bei mindestens fünf Absteigern kann man, wenn man eine schwache Saison erwischt, ganz schnell dabei sein.“

Auch Steven Degelmann, Trainer der Hammer SpVg, zeigt sich geschockt. „Erst haben wir das Problem, bei dieser überlangen Saison die Belastung entsprechend zu steuern. Jetzt erhöht sich auch noch der Druck“, betont der HSV-Coach. „Wir hatten mit drei Absteigern gerechnet und uns vorgenommen, möglichst schnell die Punkte zum Klassenerhalt einzufahren. Das wird bei mindestens fünf Absteigern, das sind immerhin ein Viertel der Klubs der Liga, ungleich schwerer.“

Wertung bei Abbruch noch nicht festgeleg

Was Kersting sich jetzt vor allem wünscht, ist, dass der Verband rechtzeitig vor dem Saisonstart entscheiden wird, welche Wertung im Falle eines erneuten Saisonabbruchs vorgenommen wird. „Das muss dringend geklärt werden“, fordert der Sportliche Leiter. Wie der FLVW in seinen am Mittwoch veröffentlichten Durchführungsbestimmungen mitteilt, wird das derzeit auf Ebene des Westdeutschen Fußball-Verbandes in einer neuen Spielordnung erarbeitet und fest verankert.

In der Landesliga treten die IG Bönen, TuS Wiescherhöfen und Aufsteiger SG Bockum-Hövel in der Staffel 4 mit insgesamt 18 Vereinen an. In dieser Gruppe wird es fünf Absteiger geben. Bönens Trainer Ferhat Cerci wird das nicht belasten. Das Ziel der IG lautet Aufstieg in die Westfalenliga. Anders sieht das für die Hammer Klubs aus. „Das ist eine Menge Holz“, meinte SG-Spielertrainer David Schmidt. „Wenn man einen schlechten Saisonstart erwischt, dann kommt man da unten nicht mehr heraus.“ Diese Erfahrung machten die Bockum-Höveler bereits vor zwei Jahren, als sie als Neuling direkt wieder in die Bezirksliga abrutschten. „Diesmal sind wir aber, was das Personal angeht, qualitativ besser aufgestellt“, erklärt Schmidt.

Mehr Bedenken hat sein Wiescherhöfener Kollege Thorsten Heinze. „Wir wussten, dass diesmal einiges auf uns zukommen wird. Aber bei fünf Absteigern wird es für uns eine sehr harte Saison, zumal wir uns mitten im Umbruch befinden.“

Oberliga

Aufstieg:

Die Mannschaften auf den Plätzen 1 – 2 sind sportlich für den Aufstieg in die Regionalliga West qualifiziert und können aufsteigen.

Abstieg:

1. Bei keinem, einem oder zwei Absteiger/Rückkehrer aus der Regionalliga West und den sonstigen übergeordneten Ligen in die Oberliga steigen die fünf Tabellenletzten zur Westfalenliga ab. Nimmt keiner oder nur ein Verein der Oberliga sein Aufstiegsrecht in die Regionalliga West wahr, steigen ebenfalls die fünf Tabellenletzten zur Westfalenliga ab.

2. Bei drei Absteigern/Rückkehrern aus der Regionalliga West und den sonstigen übergeordneten Ligen in die Oberliga steigen die sechs Tabellenletzten zur Westfalenliga ab. Nimmt keiner oder nur ein Verein der Oberliga sein Aufstiegsrecht in die Regionalliga West wahr, steigen ebenfalls die sechs Tabellenletzten zur Westfalenliga ab.

3. Bei vier, fünf oder mehr Absteigern/Rückkehrern aus der Regionalliga West und den sonstigen übergeordneten Ligen in die Oberliga steigen die sieben Tabellenletzten zur Westfalenliga ab. Nimmt keiner oder nur ein Verein der Oberliga sein Aufstiegsrecht in die Regionalliga West wahr, steigen ebenfalls die sieben Tabellenletzten zur Westfalenliga ab.

Landesliga

Aufstieg:

1. Der Meister jeder Staffel steigt zur Westfalenliga auf.

2. Sollte die Anzahl von 32 Mannschaften der Westfalenliga mit Ablauf des letzten Punktespieltages nicht erreicht werden, tragen bis zu diesem Erreichen die Tabellenzweiten und danach ggfs. die Tabellendritten der Landesliga eine Aufstiegsrunde um die freien Plätze aus. Das Heimrecht wird ausgelost. Gespielt wird gemäß § 55 (5) SpO/WDFV im K.o.-System.

3. Aus der Landesliga kann eine aufstiegsberechtigte Mannschaft nicht in die Westfalenliga aufsteigen, wenn in dieser Spielklasse bereits eine Mannschaft desselben Vereins spielt.

4. Trifft der in Nr. 3 genannte Fall auf die erstplatzierten Mannschaften der Landesliga zu, so geht das Aufstiegsrecht nacheinander auf die nächstplatzierten Mannschaften (bis maximal Tabellenplatz 3) der jeweiligen Staffel über. Dieses gilt auch für den Fall, dass die erstplatzierten Mannschaften auf ihr Aufstiegsrecht verzichten.

Abstieg:

1. In der Staffel mit 18 Mannschaften steigen die fünf Tabellenletzten zur Bezirksliga ab. In der Staffel mit 17 Mannschaften steigen die vier Tabellenletzten zur Bezirksliga ab.

2. Sollte eine erste Mannschaft in die Landesliga durch Abstieg oder Lizenzentzug eingruppiert werden, gilt eine dortige zweite Mannschaft automatisch als erster Absteiger.

Bezirksliga

Aufstieg:

1. Der Meister jeder Staffel steigt zur Landesliga auf.

2. Sollte die Anzahl von 64 Mannschaften der Landesliga mit Ablauf des letzten Punktespieltages nicht erreicht werden, tragen die Tabellenzweiten der Bezirksliga eine Aufstiegsrunde um die freien Plätze aus. Das Heimrecht wird ausgelost. Gespielt wird gemäß § 55 (5) SpO/WDFV im K.o.-System.

3. Aus der Bezirksliga kann eine aufstiegsberechtigte Mannschaft nicht in die Landesliga aufsteigen, wenn in dieser Spielklasse bereits eine Mannschaft desselben Vereins spielt.

Abstieg:

In den Staffeln mit 18 Mannschaften steigen die fünf Tabellenletzten zur Kreisliga A ab. In den Staffeln mit 16 Mannschaften steigen die vier Tabellenletzten zur Kreisliga A ab.

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