Fußball

FLVW stellt den Spielbetrieb für dieses Jahr ein

Fußball-Bundesliga pausiert bis zum 30. April
+
Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) schickt seine Vereine vorzeitig in die Winterpause und stellt den Spielbetrieb für dieses Jahr ein

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) schickt seine Vereine vorzeitig in die Winterpause und stellt den Spielbetrieb für dieses Jahr ein

Hamm - Überraschend kam die Mitteilung nicht. Die Trainer und Funktionäre der Hammer Fußball-Vereine hatten schon im Vorfeld mit dieser Entscheidung gerechnet. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir dieses Jahr noch ein Bein auf den Fußballplatz stellen werden“, hatte zum Beispiel Jens Heusener, der Sportliche Leiter des Fußball-Bezirksligisten SVE Heessen, bereits am Dienstag gemutmaßt. Am Mittwochvormittag machte der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) diese Vermutung dann offiziell und schickte die Vereine vorzeitig in die Winterpause. „Nachdem die spielleitenden Stellen den Spielbetrieb bereits für den November absetzen mussten, wird der Ball auch im Dezember nicht mehr rollen“, heißt es in der Verbandsmitteilung.

Die Entscheidung hatte der Verbands-Fußball-Ausschuss (VFA) in einer gemeinsamen Videokonferenz mit den Vertretern des Verbands-Jugend-Ausschusses (VJA) und den Vorsitzenden der 29 FLVW-Kreise getroffen. Die Vereinbarung gilt für alle Amateur- und Jugendspielklassen sowie für Freundschaftsspiele auf Verbands- und Kreisebene. „Nach den jüngsten Einschätzungen der Bundes- und Landesregierung ist nicht realistisch zu erwarten, dass der Spielbetrieb im Amateur- und Jugendbereich noch in diesem Jahr wieder zugelassen wird. Wir haben uns deshalb entschlossen, im Dezember keine Spiele anzusetzen“, erklärten der VFA-Vorsitzende Reinhold Spohn und der für den Jugendfußball verantwortliche Vize-Präsident Holger Bellinghoff.

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski begrüßte die gemeinsam getroffene Entscheidung: „Es ist dringend geboten, einerseits den Vereinen Planungssicherheit zu geben und andererseits der Gesellschaft zu signalisieren, dass wir den Vorgaben der Politik unbedingt folgen werden und nicht ständig um privilegierte Regelungen für den Fußball suchen.“

Wann die Saison fortgesetzt wird, hängt maßgeblich vom Infektionsgeschehen und den politischen Entscheidungen ab. „Denkbar ist eine verkürzte Winterpause und ein früherer Re-Start im Januar“, sagt Manfred Schnieders, Vizepräsident Amateurfußball. Daher beschäftigen sich die Verbands-Verantwortlichen bereits mit einer entsprechenden Anpassung des Rahmenterminkalenders.

Allerdings können sich die Trainer und Funktionäre der Hammer Vereine nur schwer vorstellen, im Januar bereits wieder in die Saison zu starten. „Für die Vereine, die nur einen Rasenplatz haben, ist es sehr schwer, Spiele im Januar und Februar auszutragen“, sagt Andreas Kersting, der Sportliche Leiter des Oberligisten Westfalia Rhynern.

Hinzu kommt, dass die Mannschaften eine Vielzahl von Nachholspielen vor sich herschieben. So wird der Landesligist TuS Wiescherhöfen im Januar noch zehn Partien vor der Brust haben, die er eigentlich im Jahr 2020 hätte austragen sollen. Daher machen sich die Vereine bereits Gedanken darüber, ob und wie die Saison zu Ende gespielt werden soll. „Ich denke, dass es die einzige Lösung sein kann, die Hinrunde fertig zu spielen, um eine Wertung zu haben. Und wenn das schnell klappt, kann man ja dann immer noch schauen, ob man noch eine Auf- und Abstiegsrunde nachschiebt. Letztlich hätte man die Gruppen von Anfang an kleiner machen müssen, um mehr Luft zu haben“, sagt Wiescherhöfens Trainer Thorsten Heinze, während Kersting meint: „Wir müssen erst einmal zusehen, dass alle wieder auf einen Nenner kommen und die Nachholspiele ausgetragen werden, damit die Tabelle wieder gerade ist. Anschließend sollte man einen neuen Spielplan erstellen und versuchen, eine Halbserie zu spielen. Alles andere würde mich wundern, wenn es klappt, denn es wird auch im neuen Jahr noch Corona-Rückschläge geben.“

Auch Holger Wortmann, der neue Sportliche der Hammer SpVg, kann sich nicht vorstellen, dass die komplette Doppelrunde mit Hin- und Rückspielen noch ausgespielt werden kann. „Sicherlich wird es sehr schwer, die Oberliga mit ihren 42 Spieltagen zu Ende zu bringen. Daher sollte man, wenn man wieder spielen kann, erst einmal alle Mannschaften auf das gleiche Niveau, also auf die gleiche Anzahl von Spielen, bringen. Und dann kann man versuchen, die Hinrunde zu Ende zu spielen. Ich denke, das ist die fairste und seriöseste Lösung.

Unverändert gilt, so heißt es in der Verbandsveröffentlichung, dass man den Vereinen eine mindestens zweiwöchige Vorbereitungszeit einräumen wird. Wann die Vereine aber wieder auf den Platz dürfen und den Trainingsbetrieb aufnehmen, wird die Politik entscheiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare